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Vom römischen Lager zum Haus der Musik

21.08.2017

Ein neuer Architekturführer für Innsbruck füllt mit seiner gut gewählten Bestandsaufnahme der baulichen Entwicklung der Stadt eine Marktlücke.

Christoph Hölz, Klaus Tragbar, Veronika Weiss (Hrsg.): Architekturführer Innsbruck / Architectural guide Innsbruck. Schriftenreihe des Archivs für Baukunst, Bd.10, Haymon Verlag, Innsbruck 2017, 280 Seiten, gebunden, 24.90 Euro. ISBN 978-3-7099-7204-5

Dehio, Kunsttopographie, Achleitner – alle vergriffen. Wer sich in Innsbruck auf die Suche nach einem Führer zu den architektonischen Sehenswürdigkeiten macht, konnte bislang nur antiquarisch fündig werden und das zu Spitzenpreisen. Der neue Architekturführer füllt daher eine Marktlücke. Aufbauend auf vorhandener Literatur hat Christoph Hölz, Leiter des Archivs für Baukunst, mit einer Reihe von Mitarbeitern und Studenten der Innsbrucker Technischen Universität einen kundigen und handlichen Führer erarbeitet, ergänzte durch gekürzte englische Texte. Mit Foto und Grundriss werden 264 historische Bauten und ihre Geschichte auf jeweils 1.000 bis 2.500 Zeichen dargestellt, dazu Stadtbaugeschichte, Stadtteilpläne und ein ausführlicher Registerteil. Zirka 50 Objekte entstammen der Zeit nach 1945. Es ist eine gut gewählte Bestandsaufnahme der baulichen Entwicklung, wobei die Folgen der Stadtverdichtung mit Dachgeschoßausbau, Innenhofverdichtung oder Aufstockung kritisch beleuchtet werden. Kriterien bei der Auswahl der Objekte waren die denkmalwürdige Qualität des Bauwerks oder seine Geschichte. Daher fehlen auch nicht zu ihrer Zeit höchst umstrittene Bauten wie die Hochhäuser im Mariahilfpark oder das Hiltonhotel. Der Schwerpunkt liegt aber auf den Bauten des Historismus und der Jahrhundertwendearchitektur der Münchnerschule. Auch der soziale Wohnbau der Zwischenkriegszeit – aktuell mit Abriss oder Renovierung im öffentlichen Diskurs – findet den gebührenden Platz.

Autor/in:
Gretl Köfler
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