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Von Wien bis Vorarlberg: Die Architekturtage 2019

13.06.2019

Am 24. Und 25. Mai standen Architektur und Baukultur wieder in ganz Österreich im Mittelpunkt. Die 10. Ausgabe widmete sich in allen Bundesländern unter dem Motto Raum Macht Klima einem breiten Verständnis des Begriffes „Klima“.

Die anlässlich der diesjährigen Architekturtage von Architekturhäusern kuratierten Programme setzten raumplanerische, architektonische, ökologische, soziale und gesellschaftliche Aspekte in den in den Mittelpunkt der knapp 500 Veranstaltungen in ganz Österreich, die von rund 30.000 Architekturinteressierten besucht wurden. Bereits am 23. Mai wurde die Jubiläumsausgabe der Architekturtage in einigen Bundesländern feierlich eröffnet. So lud in Wien die Kammer der Ziviltechnikern für Wien, Niederösterreich und Burgenland zum Eröffnungs- und Gassenfest „Ausg’zt:eckt is“in die Karlsgasse ein, im Rahmen dessen auch die zwischen der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und der Bundeskammer der Ziviltechnikern beschlossene neue Musterauslobung für Architekturwettbewerbe gefeiert wurde, durch die alle öffentlichen und nicht-öffentlichen Auftraggebern ab sofort über eine solide und ausgewogene Basis für die Durchführung von Architekturwettbewerben verfügen.

Knapp 500 Programmpunkte boten Architekturinteressierten anschließend zwei Tage lang die Gelegenheit, Architekten und Planern über die Schulter zu blicken, Touren zu sonst unzugänglichen Bauten oder Baustellen zu besuchen oder sich bei Vorträgen und Ausstellungen mit relevanten Fragestellungen der Stadt- und Raumplanung auseinanderzusetzen: Geführte Stadtspaziergänge und kuratierte Touren durch herausragende Gebäude, Gespräche mit Architekturschaffenden, kreative Kunstinterventionen und Performances sowie Filmscreenings trugen zu einem umfassenden Architekturerlebnis bei, das durch Programmpunkte für Familien, Kinder und Jugendliche abgerundet wurde. Im Rahmen von „Zu Gast bei“ öffneten auch heuer wieder Architekten ihre Ateliers und Baustellen und boten spannende Einblicke und eine Vielzahl an Programmpunkten.

Wien
In der Bundeshauptstadt Wien wurde den Architekturinteressierten ein facettenreiches Programm geboten. Besonders gut angenommen wurden die vier von der Österreichischen Gesellschaft für Architektur (ÖGFA) kuratierten Touren durch städtebauliche Entwicklungsgebiete wie das Sonnwendviertel, den Erdberger Mais mit dem Entwicklungsgebiet St. Marx, das Donaufeld sowie die Nordbahn-Halle. Als Kooperationspartner veranstalteten das Az W und die TU Wien "Open Days" in der Nordbahn Halle. Neben Touren und Walks fanden am 25. Mai hochkarätige Veranstaltungen statt: vom mixed use Talk "Mischung: Nordbahnhof", über eine Diskussionsrunde zum Public Space bis hin zum ÖGFA Abschlusspanel, wo Experten aus Stadtplanung, -verwaltung und -forschung über den Zwischenstand, Szenarien und Potentiale der Wiener Entwicklungsgebiete sprachen. Ein weiterer Höhepunkt war das im Sonnwendviertel sehr gut besuchte Sommerfest im neuen Architektur-Cluster „Stadtelefant“.

Burgenland
Die Architekturtage im Burgenland begeisterten viele Architekturinteressierte an zwei Tagen mit einem abwechslungsreichen Programm. Am 24. Mai fand die Finissage zur aktuellen Ausstellung „Global | Lokal Moderne Iranische Architektur“ statt. Zahlreiche Besucher nutzen die Möglichkeit der Führung durch die Ausstellungsräumlichkeiten der Architekturgalerie Raumburgenlande Contemporary im Zentrum der Landeshauptstadt Eisenstadt. Danach wurde das aktuelle Filmprogramm zur Serie Stinform gezeigt. Die ausgewählten und besprochen Orte Kapuvar (Ungarn), Galanta (Slowakei) und Grado (Italien) spannten einen thematischen Bogen zu den angrenzenden Nachbarländern des Burgenlandes. Die Präsentation der aktuellen Publikation der Architektur Raumburgenland „25 Jahre Baukulturvermittlung im Burgenland“ bildete den Abschluss eines gut besuchten Freitagabends. Am 25. Mai begeisterte die Busexkursion zu Bauten im Mittelburgenland zahlreiche Besucher.

Niederösterreich
2019 konzentrierten sich die Architekturtage in Niederösterreich auf einen einzigen Ort, auf die Landeshauptstadt St. Pölten. Das von Orte, Architekturnetzwerk Niederösterreich, kuratierte Programm umfasste beispielsweise geführte Touren durch die Landeshauptstadt zu Fuß wie auf dem Fahrrad. Auf dem Rücken des eigenen Drahtesels begab man sich auf eine 5 km lange Spurensuche zu einem bunten Mix wegweisender Bauten ab 1900, die das Stadtbild St. Pöltens in sehr unterschiedlicher Weise prägen. Städtebau und Nutzungsmischung, Umgang mit historischen Gebäuden, Belebung strukturschwacher Stadtviertel, Energieeffizienz neuer Bauten, wegweisende Ansätze im verdichteten Wohnbau vor 40 Jahren und heutige Lösungen, klimagerechtes Bauen in Kombination mit einem Sozialprojekt: Das waren die Kernthemen der Stadtwanderung durch die Landeshauptstadt. Schülerprojekte wie die „Haltestelle der Zukunft“ oder ein Expertentalk über die Umweltverträglichkeit von Baustoffen rundeten das Programm der beiden Tage ab.

Oberösterreich
Über das Architekturforum Oberösterreich (afo) waren alle Architekten und Ingenieure in Oberösterreich eingeladen sich aktiv mit Projekten an den Architekturtagen zu beteiligen. Gesucht waren Projekte die ökologische, soziale und städtebauliche Aspekte in den Fokus rücken und das Thema Raum/Macht/Klima berücksichtigen. Die Projekte wurden in Linz, Ried i. I und Aigen-Schlägl präsentiert. Hiermit wurde ein anspruchsvoller und wichtiger Beitrag zur Baukulturvermittlung geleistet. Das afo unterstützte ebenfalls explizit die am 24. Mai in Linz stattgefundene Schülerdemonstration für den Klimaschutz „FridaysForFuture“. Geführte Thementouren in sechs verschiedene Quartiere in Linz, eine hochkarätige Podiumsdiskussion zur Stadtentwicklung von Linz mit Experten und Politiker sowie das abschließende 2030 Linz Fest trugen zu den rundum gelungenen Architekturtagen in Oberösterreich bei.

Steiermark
Die 10. Ausgabe der Architekturtage in der Steiermark entstand in besonders enger Zusammenarbeit mit den Architekturschaffenden. Den Auftakt machte bereits am 23. Mai in Graz ein rauschendes Eröffnungsfest. Am Freitag öffneten zahlreiche Architekturbüros in Graz und der Steiermark ihre Türen. Insgesamt 27 „offene Ateliers“ stellten hierbei Projekte zum Thema „Raum Macht Klima“ vor. Am darauffolgenden Tag konnten einige der in den Büros präsentierten fertiggestellten Gebäude und Baustellen unter Führung der Architekten besucht werden. Insgesamt gab es die Möglichkeit an 20 Besichtigungen teilzunehmen. Eine Fahrradtour zum Thema „Wohnen in Graz“, Rundgänge durch die Smart-City-Gebiete Reininghaus und My Smart City Graz sowie verschiedene Busexkursionen vervollständigten das Programm.

Kärnten
In Kärnten wurden bei geführten Stadtspaziergängen in Klagenfurt unterschiedliche Aspekte des Umraumes erfahr- und erlebbar gemacht. Architekten öffneten ihre Ateliers und Baustellen und luden zum Gespräch ein. Das neue „ZT:Haus“ in der Bahnhofstraße öffnete seine Türen. Im Klagenfurter Stadtteil Waidmannsdorf wurde eine brachliegende Kegelbahn zu neuem Leben erweckt. Die Fachhochschule Kärnten in Spittal an der Drau veranstaltete ein Symposium rund um den Baustoff „Ziegel“ und lud zu einer ganztägigen Busexkursion zu besonderen Architekturbeispielen in Kärnten ein. Den Abschluss bildete Samstagabend das  Architekturfest im „Architektur Haus Kärnten“ und die Landluft-Ausstellung mit Beispielen zukunftsfähiger Gemeindeentwicklung in Österreich und Deutschland.

Tirol
Das in Tirol von „aut. Architektur“ und „tirol“ kuratierte Programm umfasste geführte Spaziergänge, Fahrradtouren, Baustellenbegehungen, Vorträge, Installationen, einen Workshop für Kinder und Jugendliche und Filme, die Themen wie Stadtökologie, nachhaltige Mobilität und ressourcenschonende Grundversorgung in den Fokus der Architekturtage in Tirol rückte. Zentraler Veranstaltungsort war heuer die neue Remise der IVB – Innsbrucker Verkehrsbetriebe, die sich im Stadtteil Wilten Süd befindet.

Salzburg
Das Architekturhaus Salzburg stellte im Rahmen seines kuratierten Programms innovative Smart-City-Projekte, wie die Wohnanlage Limburg in Zell am See oder jene in Hallein Burgfried, vor. Der Publizist und Weltstadt-Reisende Wojciech Czaja spürte bei einer von Roman Höllbacher moderierten Lesung aus seinem Buch „Hektopolis“ dem Klima von 100 Städten nach, deren Flair er in eindrücklichen Sprachminiaturen festgehalten hat. Architektinnen und Architekten boten in verschiedenen Vierteln der Stadt Salzburg Quartiersspaziergänge an.

Vorarlberg
In Vorarlberg waren die vom „vai Vorarlberger Architektur Institut“ kuratierten Architekturtage zu Gast in Feldkirch. Das facettenreiche Programm bot insgesamt 30 Veranstaltungen. Stadtgestalter und Nutzer führten an sonst nicht zugängliche Orte, etwa bei einem Spaziergang, gaben Einblick in ihre Arbeit und Lebensweise im Rahmen der Reihe „Zu Gast bei…“ und präsentierten stadtplanerische und baukulturelle Themen im jeweiligen Umfeld. Eine von elektronischer Musik begleitete Filmvorführung unter der Brücke oder ein Stadtspaziergang fokussierten den öffentlichen Raum. Die IG Landschaft lud zu öffentlichen Debatten über Klimafragen. Ein generationenübergreifender Austausch von Architekten widmete sich der Frage, welches Klima es für gute Architektur braucht und wie diese umgekehrt als kultureller Ausdruck unserer Zeit lesbar und erlebbar sein kann.

Mehr Informationen: www.architekturtage.at/2019

Autor/in:
Redaktion Architektur & Bau Forum
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