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Konrad Wachsmann and the Grapevine Structure

03.10.2018

In den Giardini der diesjährigen Biennale in Venedig ist derzeit eine Doppelpilz-Skulptur der Schweizer Architekten Burkhalter Sumi zu bewundern, die auf einer Konstruktion von Konrad Wachsmann beruht und bisher nur in Zeichnungen existierte.

Marianne Burkhalter, Christian Sumi (Hrsg.)
Konrad Wachsmann and the Grapevine Structure
Park Books Verlag, 152 Seiten, flexibler Einband, Zürich 2018
ISBN 978-3-03860-110-4

In der Vorstudie zur Grapevine Structure (Weinrebe-Kon­struktion) von 1953 hatte der deutsch-amerikanische Architekt ein universelles Konstruktionselement entwickelt, das die Anschlusspunkte vertikal und horizontal sich berührender Konstruktionsteile durch steife Ecken ersetzt. Der mit Studierenden des Institute of Design Chicago durchgefühte Versuch, „Stützen als Begriff aufzulösen in gebündelte, sich räumlich ausdehnende Elemente“ mündete in dreischenkeligen, schlüsselbeinartigen Gebilden, deren Verschränkung ein völlig neues dynamisches Prinzip der Kräfteableitung ergab. Ihre jahrelangen Forschungen zu Wachsmanns komplexen Knoten haben Burkhalter und Sumi in dieser Publikation gebündelt. Die sorgfältig arrangierte Materialsammlung aktualisiert Wachsmanns konstruktive Ideen und stellt sie in den zeitgenössischen Kontext der computerbasierten Vorfertigung. Es lohnt sich, den Assoziationsketten des Buches zu folgen: Andreas Burkhalter zieht in seinem Essay einen direkten Analogieschluss von Wachsmanns Knoten zu den „Verdrahtungen“ des menschlichen Gehirns. 

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