Direkt zum Inhalt

Alles neu verordnet

27.08.2014

Am 1. Juli 2013 tritt die neue EU-Bauproduktenverordnung in Kraft. 

Rainer Mikulits Geschäftsführer des ­Österreichischen Instituts  für Bautechnik

Sie ersetzt die bisherige EU-Bauproduktenrichtlinie. An den Grundsätzen ändert sich jedoch wenig: Bauprodukte, für die es harmonisierte Europäische Normen gibt, benötigen die CE-Kennzeichnung, wenn sie in Verkehr gebracht werden. Neu ist jedoch, dass der Hersteller eine Leistungserklärung abgeben muss, in der neben allgemeinen Informationen die Leistungskennwerte des Produkts angeführt sind. Der Hersteller ist dafür verantwortlich, dass die in der laufenden Produktion hergestellten Produkte die gleichen Leistungskennwerte aufweisen.

Dennoch enthält die Bauproduktenverordnung auch wichtige neue Aspekte. So gibt es z. B. Ausnahmen von der Verpflichtung zur CE-Kennzeichnung und Leistungserklärung, und zwar für Bauprodukte, die individuell gefertigt werden, auf der Baustelle direkt ausgeführt werden oder für denkmalgeschützte Gebäude vorgesehen sind. Weiters ist es auch möglich, in bestimmten Fällen vereinfachte Verfahren anzuwenden. Ganz neu sind Bestimmungen über die Pflichten von Herstellern, Importeuren und Händlern. Händler sind etwa verpflichtet, sich zu vergewissern, dass Bauprodukte, die sie am Markt bereitstellen, die CE-Kennzeichnung tragen und diesen eine Leistungserklärung beigefügt ist. 

Weiters enthält die Bauproduktenverordnung explizite Bestimmungen über die Marktüberwachung von Bauprodukten. Die Marktüberwachungsbehörden, die bereits zuvor durch eine andere EU-Verordnung allgemein eingeführt wurden, haben daher auch Bauprodukte sehr genau zu kontrollieren.

Für Bauprodukte, die bereits vor dem 1. Juli 2013 in Verkehr gebracht wurden, d. h. vom Hersteller an einen Verwender oder an einen Händler verkauft wurden, besteht keine Notwendigkeit, die CE-Kennzeichnung zu ändern und eine Leistungserklärung auszustellen. Anders ist die Situation für Bauprodukte, die ab dem 1. Juli 2013 in Verkehr gebracht werden: Diese benötigen die neue CE- Kennzeichnung und eine Leistungserklärung.

Abschließend sei noch erwähnt, dass auch die sogenannten „wesentlichen Anforderungen an Bauwerke“ modifiziert wurden. Sie werden nun „Grundanforderungen an Bauwerke“ genannt, und neben einigen Ergänzungen wurde die eigene neue Grundanforderung „nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen“ hinzugefügt.

 

Autor/in:
Rainer Mikulits
Werbung
Werbung