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Veronika Egger, Vorsitzende des Vereins design for all, mit den Gewinner_innen des Designwettbewerbs "Möbel für Alle".

Attraktive und barrierefreie Design Möbel für alle

08.02.2016

Der Verein design for all präsentierte auf der Bauen & Energie 2016 innovative Möbelkonzepte für ein barrierefreies Leben. Die Projekte wurden von Kunst & Design-Schülern und -Schülerinnen aus Graz im Rahmen eines kreativen Designwettbewerbs entworfen.

Attraktiv und barrierefrei muss kein Widerspruch sein: Unter dem Motto „Design-Möbel für alle“ lobte der Verein design for all einen Kreativwettbewerb für innovative und attraktive Möbelideen aus. Acht Schülerteams der Grazer Ortweinschule, Fachrichtung Innenarchitektur, entwarfen die kreativen Design-Möbel. Die Projekte waren kürzlich  auf der Bauen & Energie 2016 am Messe-Stand von design for all zu sehen.

Der Verein design for all setzt sich seit 2006 für ein unbeschwertes und selbstständiges Leben ohne Stolpersteine und Hindernisse ein. „Jeder von uns kann unvermittelt in eine Situation kommen, die unsere Bewegungsfreiheit einschränkt – etwa durch eine Sportverletzung. Oder denken Sie an kleine Kinder und wie sie ein Badezimmer erleben“, erklärt Veronika Egger, Vorsitzende des Vereins design for all. „Deshalb bringt gutes Design mehr Sicherheit und Komfort für alle, und wir empfehlen, grundsätzlich auf Barrierefreiheit zu achten.“

Barrierefreiheit steht für Mobilität und Selbstständigkeit und braucht gute Planung, wenn sie funktionieren soll. Ein solides Fachwissen über die Anforderungen der Nutzungssituation und die Bereitschaft, sich auf neue und älter werdende Kundengruppen einzustellen, sind die Voraussetzung für gelungenes barrierefreies Möbel-Design.

Barrierefreiheit mit allen Sinnen erleben

Barrierefreiheit beginnt beim Zugang zum Gebäude und reicht bis zum Kleiderkasten im Kinderzimmer. Veronika Egger weiter: „Barrierefreiheit und ein attraktives und gleichberechtigtes Design im Alltag sind vereinbar. Alle Schülerteams haben bei ihren Möbelentwürfen das „Design for All“-Konzept vorbildlich aufgenommen und großartige Ergebnisse erzielt.“

Der Anspruch an die Designmöbel war, dass möglichst viele Menschen diese Möbel nützen können – unabhängig davon, ob sie eine Beeinträchtigung haben oder nicht. Zudem sollen die Einrichtungsgegenstände hohe ästhetische Ansprüche erfüllen. Dass Barrierefreiheit und Design vereinbar sind, beweisen die Arbeiten der Schülerteams vorbildlich.

Mehr Lebensqualität für alle

Bei Barrierefreiheit geht es sowohl um die gebaute Umgebung als auch um Produkte des Alltags, die Selbstständigkeit fördern und die Lebensqualität langfristig verbessern. Ziel ist, dass sich alle Menschen möglichst selbstständig bewegen und orientieren können.

Dazu ein paar Beispiele:
Höhenverstellbare Schrankelemente oder Arbeits- und Ablageflächen ermöglichen Rollstuhlfahrern_innen den ungehinderten Zugang. Schiebetüren sind sicherer als Drehflügeltüren, da man beim Öffnen nicht zurücktreten muss und sich so die Sturzgefahr verringert. Starke Farbakzente im Mobiliar erhöhen den Kontrast und erleichtern sehbeeinträchtigten Menschen die Orientierung im Raum. All das muss bei guter Planung berücksichtigt werden.

Schüler erfinden Möbel neu

Bewertet wurden die Möbelkonzepte der Nachwuchsdesigner nach den Kriterien des „Universal Design / Design for All“ und mussten daher die Anforderung erfüllen, komfortabel für alle Benutzer unabhängig von körperlichen oder kognitiven Voraussetzungen zu sein.

Den 1. Platz belegte das Team Christian Fladenhofer und Maximilian Freisinger mit ihrem Entwurf „Passar“, einem Tischplattenmodulsystem mit sensorischen und funktionalen Elementen. Zielgruppe waren Menschen mit Sehbeeinträchtigungen und Menschen mit Rollstuhl. Der Tisch besteht aus drei Modulen aus Materialien, die pflegeleicht und zugleich robust sind.

Auf Platz 2 landeten Vanessa Jaritz und Christine Zeiler mit ihrer „Garderobe für alle“. Das Konzept beruht auf den speziellen Nutzungsanforderungen von Personen mit Down-Syndrom oder Demenz, ist aber universell einsetzbar, vor allem für Familien mit Kindern. Das Möbel bietet besondere Flexibilität durch ein Modulsystem.

Über Platz 3 freuten sich Hannah Spitzer und Lukas Gross, die in ihrem Projekt „Place for All“ die fixe Kombination von Sitzbänken und Tisch im Außenbereich barrierefrei interpretiert haben. Mit diesem Konzept werden Rollstuhlfahrer_innen bei Tisch nicht mehr an den Rand der Gruppe gedrängt, sondern können ihren Platz wie alle anderen frei wählen.

 

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