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Brandschutz: Herabsetzung des Schutzniveaus sinnvoll?

17.02.2014

Die anhaltende Diskussion betreffend der hohen Kosten im Wohnbau und der damit einhergehende Wunsch zur Vereinfachung der OIB-Richtlinien bzw. zur Harmonisierung der Bauvorschriften führt zu einer Reihe von Vorschlägen, die nicht immer wissenschaftlich begründbar sind.

So soll beispielsweise bei der OIB-Richtlinie 2 Brandschutz eine Entkoppelung der Anforderung an die Feuerwiderstandsklassen von jenen an die Brennbarkeit der Baustoffe erfolgen. Konkret würde diese Änderung bedeuten, dass die Anforderung A-2 gemäß EN 13501-1 bzw. der Nachweis der Unbrennbarkeit des Baustoffs gestrichen wird. Auf den ersten Blick mag dies zwar eine Vereinfachung für den zum Unterschied vom Massivbau brennbaren Holzbau darstellen – aber ist dies wirklich zum Wohle der Bewohner, und werden dadurch wirklich Kosten gespart? Der dadurch zusätzlich notwendige Einbau von Brandmeldern und Sprinkleranlagen führt nämlich im Bereich Haustechnik jedenfalls zu erheblichen Mehrkosten.

Gerade im städtischen Bereich geht es beim Brandschutz nicht nur um Personenschutz, sondern auch um den Objektschutz. Sowohl die Ausbreitung der Flammen als auch ein Brandüberschlag auf andere Gebäude erfolgt bei Holzbauten deutlich rascher als im Massivbau und ist für die Einsatzkräfte der Feuerwehren oft nicht beherrschbar.

Bei Massivbauten bleibt bei einem Brand in fast allen Fällen zumindest die Tragstruktur erhalten, die Brandausbreitung kann leichter begrenzt werden, und die Personen und das Eigentum von Nachbarwohnungen können so leichter geschützt werden.

Eine Streichung der Anforderung A-2 stellt somit auf den ersten Blick zwar eine Erleichterung dar – ein Vereinfachung bzw. ein volkswirtschaftlicher Vorteil und geringere Baukosten können daraus jedoch aus meiner Sicht jedenfalls nicht abgeleitet werden. Zudem sollten die Entscheidungsträger wirklich gründlich abwägen, ob eine Verringerung des Schutzniveaus der Bevölkerung unter dem Deckmäntelchen der Vereinfachung wirklich sinnvoll ist.

Autor/in:
Reinhold Lindner
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