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Eine Frage, zwei Antworten

09.05.2001

Wie weit wurden die Teile aus der Alpine-Insolvenz integriert?

Karl Weidlinger, Geschäftsführer Swietelsky Bauges. m.b.H

Vollintegration: Swietelsky hat nach der Insolvenz der Alpine österreichweit circa 1.000 Arbeiter und Angestellte übernommen. Schwerpunkte waren hier die Hochbausparte in Ostösterreich und im Raum Steyr, sämtliche Bausparten in Kärnten und im Innviertel sowie die Tiefbausparte in Osttirol und im Pinzgau. Da hier komplett autarke Einheiten von der Leitung bis hin zu den Lehrlingen und auch die erforderlichen Büros, Bauhöfe bzw. Mischanlagen erworben werden konnten, können diese Gruppen in ihrer ursprünglichen Zusammensetzung unter unserem neuen Dach wirken. Dabei sind alle vollkommen in die Swietelsky Bau GmbH integriert, manche mit neugegründeten Filialen und manche als neuer Bereich in der bestehenden Filialstruktur. Durch diese Vollintegration – gleich in der ersten Phase – haben wir unser uneingeschränktes Vertrauen dokumentiert. Alle übernommenen Gruppen haben es geschafft, wieder in Schwung zu kommen. Der allseits befürchtete Schwund an neuen Arbeitskräften nach der Winterpause war unbegründet, und fast alle Personen haben die Arbeit im Frühjahr bereits wieder aufgenommen.

Andreas Huss, Leitender Sekretär Gewerkschaft Bau-Holz

Großteils abgefangen: Die Alpine-Pleite im Juni des vergangenen Jahres bedeutete, dass mit einem Schlag 4.905 Arbeitnehmer des Branchenriesen „auf der Straße“ stehen hätten können. Zum Glück vieler Arbeitnehmer (vor allem der Arbeiter) kam es anders. Der Markt hatte offenbar großes Interesse an den Alpine-Baustellen und hat daher einen Großteil der Beschäftigten übernommen. So sind von den 3.706 Mitgliedern, die die Gewerkschaft Bau-Holz im Mai 2013 bei der Alpine verzeichnen konnte, nach wie vor 3.561 Arbeiter Mitglied der GBH und somit in einem Bau­unternehmen beschäftigt. Die große Unsicherheit ist aber die Winterarbeitslosigkeit, die noch nicht ganz abgeschlossen scheint. Die im März positiven Beschäftigungszahlen am Bau haben sich im April wieder negativ entwickelt. Die Signale, die wir aus den übernehmenden Betrieben bekommen, sind aber insofern positiv, als uns mitgeteilt wird, dass viele Ex-Alpinisten durchbeschäftigt waren oder nach der Winterunterbrechung wieder eingestellt wurden. Somit können wir aus heutiger Sicht sagen, dass ein Großteil der Alpine-Arbeiter wieder einen Arbeitsplatz in einem Bauunternehmen gefunden hat.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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