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Hitachi übernimmt Metabo

13.11.2015

Marke, Firmensitz und auch das Management des deutschen Elektrowerkzeug-Herstellers sollen erhalten bleiben.

Metabo Stammsitz in Nürtingen als Hitachis Tor zu den europäischen Märkten.
Das Metabo Vorstandsteam mit CEO Horst W. Garbrecht (rechts) und CFO Eric Oellerer bleibt an Bord.

Hitachi Koki, eine Tocher des Hitachi-Konzerns, übernimmt das Nürtinger Traditionsunternehmen vom Finanzinvestor Chequers Capital, der seit 2012 die Anteilsmehrheit an Metabo gehalten hatte. Hitachi Koki mit Stammsitz in Tokio hat mit weltweit rund 5.000 Mitarbeitern 2014 einen Umsatz von mehr als einer Mrd. Euro erwirtschaftet. Bei Metabo erzielten 1.800 Mitarbeiter weltweit im Jahr 2014 einen Umsatz von 374 Mio. Euro. „Wir wurden in den vergangenen Monaten von einer ganzen Reihe sehr namhafter Unternehmen angesprochen – aber bei keinem anderen potentiellen Partner waren aus unserer Sicht die Chancen so groß, das Beste aus zwei Welten vereinen zu können. Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir mit Hitachi den idealen Partner für Metabo gefunden haben“, sagt Horst W. Garbrecht, Vorstandsvorsitzender der Metabo AG. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Kartellbehörden.

Marke bleibt erhalten

„Metabo ist aus unserer Sicht eine perfekte Verstärkung für uns, denn beide Unternehmen ergänzen sich in vielerlei Hinsicht hervorragend“, erklärt Osami Maehara, CEO von Hitachi Koki. „Für uns ist das eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Unser klares Ziel ist es, in Europa signifikant zu wachsen. Diesem Ziel kommen wir durch die Akquisition von Metabo einen sehr großen Schritt näher. Wir haben höchsten Respekt vor den hervorragenden Ergebnissen, die das Metabo-Team in den vergangenen Jahren erreicht hat. Deshalb werden wir Metabo nicht nur als eigenständige Marke, sondern als Unternehmen im Unternehmen führen und ihm die Selbstständigkeit lassen, die es braucht, um diesen erfolgreichen Weg auch in Zukunft fortzusetzen.“

Für Garbrecht steht nach eigenen Worten im Vordergrund, die Stärken von Metabo mit den typischen Vorteilen einer großen Organisation wie Mengenvorteilen im Einkaufsbereich, eine komplementäre Präsenz in den Märkten, ein dichtes Logistik- und Vertriebsnetz oder große Ressourcen im Bereich Forschung und Entwicklung zu kombinieren. In Summe ergebe das für Metabo glänzende Perspektiven. Eine enge Zusammenarbeit innerhalb des neuen Unternehmensverbunds biete beispielsweise auch bei der Motorenentwicklung oder der Weiterentwicklung der Akku-Technologie große Vorteile.

Hitachi wird nach den Angaben von CEO Maehara die Mitarbeiter und das Management um den Vorstandsvorsitzenden Horst W. Garbrecht und dem Finanzvorstand Eric Oellerer übernehmen und die Möglichkeiten des deutschen Standorts Nürtingen nutzen um mit Entwicklung, Produktmanagement, Produktion und Marketing unter einem Dach näher an die europäischen Märkte heranzurücken.

Fokus auf Akkus

Ein sehr wichtiger Punkt ist laut Garbrecht dabei, dass sowohl Hitachi als auch Metabo seit Jahren den Fokus auf das zukunftsträchtige Segment der akkubetriebenen Elektrowerkzeuge legen. Hitachi bietet ein breites Programm an kabellosen Produkten und eine starke 18-Volt-Plattform inklusive einer erstklassigen Technologie im Bereich bürstenloser Motorensysteme. „Ich bin überzeugt, dass die Zukunft aller Elektrowerkzeughersteller im Bereich Akku entschieden wird. Mit Hitachi zusammen haben wir hier die beste Ausgangsposition, die wir uns wünschen können“, sagt Garbrecht. Hitachi gehöre im japanischen Heimmarkt zu den führenden Anbietern und habe im wachstumsstarken asiatisch-pazifischen Markt insgesamt eine sehr gute Marktposition. Metabo erziele hingegen den größten Teil des Umsatzes in Europa.

Hitachis schwere Bohr- und Meißelhämmer haben im Bauhauptgewerbe eine starke Stellung, während Metabo vor allem im metallverarbeitenden Bereich, aber auch im Bauhandwerk und der Renovierung sehr gut positioniert sei, so Garbrecht.

Autor/in:
Redaktion Metall
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