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Personen, die im Internet einen Aufsperrdienst suchen, laufen Gefahr in falsche Hände zu geraten. Die Innung plant eine App-Hilfe.

Innung plant Schlosser-App

14.06.2016

Schlosser kämpfen gegen unseriöse Aufsperrdienste aus dem Internet. Eine App soll Kunden in Notlage helfen, professionelle Betriebe zu finden.

Mit einer neuen Form unlauterer Konkurrenz am Rand zur Kriminalität sieht sich das österreichische Schlossergewerbe konfrontiert. Im Internet lauert „eine Gruppe unseriöser Helfer, die sich dort ausgezeichnet präsentieren, Türen unprofessionell öffnen, und deren Arbeit wegen der dabei verursachten Schäden sehr teuer kommt“, teilt Harald Schinnerl, Landesinnungsmeister der niederösterreichischen Metalltechniker, zuständiger Bundesinnungsmeister in der Wirtschaftskammer Österreich und Geschäftsführer einer Metallbaufirma in Tulln dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit.

Deshalb hat die Bundesinnung vor kurzem beschlossen, eine eigene App zu installieren, damit jeder Ausgesperrte die Kontaktdaten des professionellen Schlossers in der nächsten Nähe findet. „Die technischen Möglichkeiten dafür wurden bereits abgeklärt und die finanziellen Mittel bewilligt, die Umsetzung wird aber noch etwas dauern“, erklärt Harald Schinnerl. Bis dahin empfiehlt der Innungsmeister, den nächsten Schlosser in der Region anzurufen, der gern zum nächsten Kollegen vermittelt, wenn er selber keinen Aufsperrdienst macht.

Fachkräftemangel und Preisdruck

Die NÖ Metalltechnikerinnung besteht aus 1.744 aktiven Mitgliedern. Die drei größten Gruppen sind die Schlosser mit 946, die Land- und Baumaschinentechniker mit 247 und die Hufschmiede mit 99 Mitgliedern. „Die größten Probleme unsere Branche sind die seit 2011 anhaltend fallenden Umsätze. Dementsprechend vorsichtig agieren unsere Betriebe auch bei den Investitionen“, berichtet der Bundesinnungsmeister.

Abgesehen vom Mangel an Fachkräften und qualifiziertem Nachwuchs erklären 75 Prozent der Unternehmen, dass der extreme Preisdruck durch ausländische Billigkonkurrenz die Hauptursache für die schlechte Auftragslage sei. Um die Branche besser zu positionieren, wird derzeit in Zusammenarbeit mit dem TGM ein eigener Ingenieurlehrgang „Metall- und Stahlbautechnik“ angeboten. Als gelungene Unterstützung der Metallbranche nennt Harald Schinnerl auch den sehr günstigen Zugang zu den technischen Normen. So können Mitglieder für einen Jahresbeitrag von 43 Euro zehn verschiedene Normen, zum Beispiel für Stiegen, Zäune, Schutzgitter etc., verwenden.

Ausblick 2016

Das heurige Jahr hat nach Aussage Schinnerls sehr schwach begonnen, entwickelt sich jedoch besser als erwartet, „sodass Betriebe, die hohe Qualität zu günstigen Preisen anbieten, am Markt ausreichend Aufträge lukrieren können. Gute Ausbildung und hohe Qualität sind in schwierigen Zeiten eine Herausforderung, aber auch eine Stärkung der guten Betriebe.“ [noewpd/knox]

Autor/in:
Redaktion Metall
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