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Investition ins Grüne

20.06.2014

Der neue Teil des Habau-Werks in Perg besticht durch 7.700 Quadratmeter Fläche, gekühlt nur durch die Kraft der Sonne.

Die neuen Produktionshallen des Habau-Werks in Perg werden ausschließlich über Bauteilaktivierung gekühlt und geheizt.

Die Produktionshallen des Habau-Werks in Perg waren den heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen, sie waren zu niedrig oder zu schmal. Zudem reichte die Tragkraft der Hallenkrane kaum noch aus, denn der Trend geht aus wirtschaftlichen Überlegungen hin zu größeren Bauteilen mit höheren Einzelgewichten. Ein Umbau wurde notwendig, der mit einem Investitionsvolumen von rund zehn Millionen Euro zu Buche schlagen würde. Trotz anderer Überlegungen fiel die Entscheidung schnell zugunsten eines Verbleibs in Perg. „Dadurch wird einerseits der Produktionsstandort in Perg nachhaltig abgesichert, andererseits können damit Sicherheit und Arbeitsbedingungen verbessert sowie die Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität erheblich gesteigert werden“, erklärt Habau-Geschäftsführer Anton Karner. 

Herz aus Sonne

Innerhalb von einem Jahr folgte nun die Umsetzung, die Bauzeit der Hallen betrug sogar nur fünf Monate. Das Betonfertigteilwerk wurde umgebaut, inklusive vier neuer Produktionshallen und einer Gesamtfläche von insgesamt 7.700 Quadratmetern. Der Neubau wird komplett und ausschließlich mit thermischer Solarenergie beheizt. Dies ist in dieser Größe in Österreich einzigartig. Auf den Hallendächern wurden 1.500 Quadratmeter Solarkollektoren montiert, ein ehemaliger Gastank mit 80.000 Litern Fassungsvermögen wird als Pufferspeicher verwendet. Von April bis Oktober wird so die gewonnene Solarenergie zudem als Prozesswärme genutzt, zur Heizung der Schalungen für die Hohldielendeckenproduktion sowie der Trockenkammern in der neuen Umlaufanlage. 
„Entweder wir haben ein zukunftsweisendes Projekt geschaffen, oder uns wird sehr kalt werden“, scherzte Karner noch vor einem halben Jahr. Nach rund zwei Monaten reibungslosem Probebetrieb dürfte ihm bei den Eröffnungsfeierlichkeiten mit Kunden, Mitarbeitern und Freunden wärmer ums Herz gewesen sein. So konnte das neue alte Werk freudig eröffnet werden. 

Vergleichslose Einsparungen 

Mit dem System der Bauteilaktivierung wird Habau nach eigenen Angaben jährlich etwa 500.000 Kilowattstunden Energie aus fossilen Brennstoffen einsparen. Zusätzlich kann ein CO2-Ausstoß von etwa 190 Tonnen pro Jahr vermieden werden. „Über CSR bzw. gesellschaftliche Verantwortung wird bei Habau nicht nur geredet“, stellt Karner klar. „Neben der Unterstützung des von der EU geforderten Bestbieterprinzips anstelle des Billigstbieterprinzips, der hohen Wertschätzung von Arbeitssicherheit und der hochwertigen Ausbildung von Jugendlichen ist sich unser Unternehmen auch der ökologischen Verantwortung bewusst. Der Umbau der Fertigteilwerks in Perg ist dafür ein beispielgebendes Projekt.“

Autor/in:
Christoph Hauzenberger
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