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Letzte Meldungen zur Registrierkasse

15.12.2015

Expertise: Womit man bei einem Verstoß gegen die neuen Auflagen rechnen muss und Absetzbarkeit von Kosten der Anschaffung

Die generelle Nichtverwendung einer Registrierkasse wird als Finanzordnungswidrigkeit geahndet. Das bedeutet, verletzten Sie die Pflicht zur Führung oder Aufbewahrung von Aufzeichnungen, muss man (auch wiederholt!) mit einer Geldstrafe bis zu 5.000 Euro rechnen. Bis 1. 1. 2017 muss die Registrierkasse zusätzlich mit einer Sicherungseinrichtung versehen werden, die vor Manipulationen schützen soll. Genügt die Registrierkasse ab diesem Zeitpunkt nicht den technischen und gesetzlichen Anforderungen, wird dies ebenfalls als Finanzordnungswidrigkeit mit einer Geldstrafe bis zu 5.000 Euro geahndet.

Übergangsfristen 2016
Es wurde eine „Schonfrist“ in zwei Etappen festgelegt: Wird die Regis-trierkassenpflicht in den ersten drei Monaten (bis 31. 3. 2016) nicht erfüllt, so ergeben sich keinerlei finanzstrafrechtliche Konsequenzen. In der zweiten Phase (bis 30. 6. 2016) sind dann keine finanzstrafrechtlichen Konsequenzen zu erwarten, wenn der Unternehmer glaubhaft machen kann, warum eine Anschaffung/Umrüstung bislang nicht erfolgen konnte, z. B. die Anschaffung einer Registrierkasse aufgrund Lieferschwierigkeiten durch einen Kassenhersteller nicht möglich oder die erforderliche Einschulung des Unternehmers und seiner Erfüllungsgehilfen nicht zeitgerecht durchführbar war.

Siart-Tipp: Die nun seitens der Finanzverwaltung gewährte „Schonfrist“ bis 30. 6. 2016 sollte Sie nicht dazu verleiten, die Anschaffung/Umrüstung des Kassensystems auf die lange Bank zu schieben. Schaffen Sie sich deshalb baldigst eine Registrierkasse an und statten diese rechtzeitig mit einer Sicherungseinrichtung aus (ab 1. 7. 2016 möglich).

Richtig teuer werden kann es, wenn Veränderungen, Löschungen oder Unterdrückungen von Daten des Aufzeichnungssystems unternommen werden. Manipuliert man die Datenaufzeichnung einer Registrierkassa absichtlich, wird allein dieses Vergehen mit einer Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro geahndet. Sollte eine Registrierkasse mehr als 48 Stunden ausfallen (also bei Störungen), hat unbedingt eine unverzügliche Meldung über FinanzOnline zu erfolgen. Dem nicht genug: Neben den bisher angesprochenen Sanktionen besteht die Möglichkeit, sich wegen Abgabenhinterziehung oder Abgabenbetrugs schuldig zu machen, die empfindliche Geldstrafen vorsehen.

Ab der Steuererklärung 2015 kann für die Anschaffung bzw. Umrüstung der Registrierkasse eine Prämie von 200 Euro beantragt werden. Neben der Prämie können die gesamten Anschaffungskosten ohne Einschränkung im Jahr der Anschaffung steuerlich abgesetzt werden.

Autor/in:
Prof. Mag. Rudolf Siart
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