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Breitenfurter Straße,  1230 Wien Auftraggeber: Stadt Wien, Wiener Wohnen Ziel: Niedrigstenergiehausstandard durch thermische, energetische und ökologische Verbesserung  Nutzfläche: 636,00 m² Planung: Büro Treberspurg & Partner Architekten ZT GesmbH Ausführung: G. & M. Maier Bau­unternehmung Ges. m.b.H. Stand August 2013: Abbrucharbeiten, Fundamentunterfangungen und Trockenlegung Veranschl. Kosten: ca. 1,2 Mio. €. Foto: Treberspurg & PartnerBreitenfurter Straße 242: Die Sanierung dieser Wohnhausanlage aus den 1920er-Jahren ist ein gutes Beispiel für die Vereinbarkeit von Denkmalschutz mit zeitgemäßen Gebäudestandards. Foto: Treberspurg & PartnerSanierung der Wohnhausanlage  Johann-Böhm-Straße, Kapfenberg Bauherr: Gem. Wohn- u. Siedlungsgenossenschaft Ennstal reg. Gen.m.b.H., Liezen Planung: Nussmüller Architekten zt GmbH Tragwerksplanung: fa&wo Fazeli Wolfesberger Holzbau: Kulmer Holz-Leimbau GesmbH Fassade: Sanierungselement mit Faserzementtafeln anthrazit, Photovoltaikelementen, gap-Solution-Paneelen und solarthermischen Kollektoren Energiekennzahlen: Heizwärmebedarf von 165 kW⁄ m2a auf 15 kW⁄ m2a Fertigstellung: 2013 (1. Bauabschnitt)Die Anlage Johann-Böhm-Straße wurde zum Plusenergiehaus.Foto: proHolz AustriaGeneralsanierung und Dachgeschoßausbau ­Zirkusgasse 47, 1020 Wien Auftraggeber: WBG Wohnen und Bauen Gesellschaft mbH, Wien Nutzfläche: ca. 13.500 m2 Planung: silberpfeil-architekten  Ausführung: Porr AG Projektlaufzeit: 2006–2013 Baukosten: ca. 14,5 Mio. € Foto: silberpfeil-architektenWiener Werkbundsiedlung,  1130 Wien Auftraggeber: Stadt Wien, Wiseg Ziel: Rückbau und Erhaltung der historischen Substanz und Aufwertung durch thermische, energetische und ökologische Verbesserung Nutzfläche: 650 m2 Planung: P. Good, Praschl-Goodarzi Architekten ZT-GmbH Energiekennzahlen:  Haus Hoffmann: von 292,07 auf 131,49 kWh/m2a Haus Rietveld: von 197,54 auf 102,11 kWh/m2a Bauzeit: 2011 bis 2016. Foto: Adsy BernartWiener Werkbundsiedlung: Mit einem klugen Sanierungskonzept ­können die Bauten auch ohne Fassadendämmung dergestalt renoviert werden, dass der Heizbedarf auf etwa die Hälfte sinkt. Foto: Adsy BernartBreitenfurter Straße,  1230 Wien Auftraggeber: Stadt Wien, Wiener Wohnen Ziel: Niedrigstenergiehausstandard durch thermische, energetische und ökologische Verbesserung  Nutzfläche: 636,00 m² Planung: Büro Treberspurg & Partner Architekten ZT GesmbH Ausführung: G. & M. Maier Bau­unternehmung Ges. m.b.H. Stand August 2013: Abbrucharbeiten, Fundamentunterfangungen und Trockenlegung Veranschl. Kosten: ca. 1,2 Mio. €. Foto: Treberspurg & PartnerBreitenfurter Straße 242: Die Sanierung dieser Wohnhausanlage aus den 1920er-Jahren ist ein gutes Beispiel für die Vereinbarkeit von Denkmalschutz mit zeitgemäßen Gebäudestandards. Foto: Treberspurg & PartnerSanierung der Wohnhausanlage  Johann-Böhm-Straße, Kapfenberg Bauherr: Gem. Wohn- u. Siedlungsgenossenschaft Ennstal reg. Gen.m.b.H., Liezen Planung: Nussmüller Architekten zt GmbH Tragwerksplanung: fa&wo Fazeli Wolfesberger Holzbau: Kulmer Holz-Leimbau GesmbH Fassade: Sanierungselement mit Faserzementtafeln anthrazit, Photovoltaikelementen, gap-Solution-Paneelen und solarthermischen Kollektoren Energiekennzahlen: Heizwärmebedarf von 165 kW⁄ m2a auf 15 kW⁄ m2a Fertigstellung: 2013 (1. Bauabschnitt)Die Anlage Johann-Böhm-Straße wurde zum Plusenergiehaus.Foto: proHolz AustriaGeneralsanierung und Dachgeschoßausbau ­Zirkusgasse 47, 1020 Wien Auftraggeber: WBG Wohnen und Bauen Gesellschaft mbH, Wien Nutzfläche: ca. 13.500 m2 Planung: silberpfeil-architekten  Ausführung: Porr AG Projektlaufzeit: 2006–2013 Baukosten: ca. 14,5 Mio. € Foto: silberpfeil-architektenWiener Werkbundsiedlung,  1130 Wien Auftraggeber: Stadt Wien, Wiseg Ziel: Rückbau und Erhaltung der historischen Substanz und Aufwertung durch thermische, energetische und ökologische Verbesserung Nutzfläche: 650 m2 Planung: P. Good, Praschl-Goodarzi Architekten ZT-GmbH Energiekennzahlen:  Haus Hoffmann: von 292,07 auf 131,49 kWh/m2a Haus Rietveld: von 197,54 auf 102,11 kWh/m2a Bauzeit: 2011 bis 2016. Foto: Adsy BernartWiener Werkbundsiedlung: Mit einem klugen Sanierungskonzept ­können die Bauten auch ohne Fassadendämmung dergestalt renoviert werden, dass der Heizbedarf auf etwa die Hälfte sinkt. Foto: Adsy Bernart

Neue Gesichter für die Stadt

06.09.2013

„Sanierung ist Architektur, durch Sanierung hat sich Architektur weiterentwickelt und wird sich auch in Zukunft entwickeln“, sagt Georg W. Reinberg und weist damit auf die Bedeutung dieses ­Baubereichs abseits einfacher Funktionserhaltung hin. 

Die kulturelle Identität in Europa beruht auf Geschichte und Tradition. Alte Bausubstanz trägt einen wesentlichen Teil dazu bei. Als nicht regenerierbare Ressource, die wesentlich zur Lebensqualität bewohnter Räume beiträgt, muss gerade bei der Erhaltung und Sanierung dieser Altbauten mit besonderem Bedacht vorgegangen werden. Der Stand der Technik ist mittlerweile so weit, dass der typische Charakter von Bestandsobjekten erhalten bleibt und gleichzeitig Maßnahmen getroffen werden können, die sowohl den Nutzen für die Bewohner deutlich verbessern als auch in puncto Effizienz überzeugen. 

Sensible Bausubstanz

Ein aktuelles Beispiel ist die seinerzeit vielbeachtete Wiener Werkbundsiedlung, die sich nach jahrzehntelanger Nutzung in einem teilweise recht desolaten Zustand präsentiert. Seit 2011 wird die Siedlung in enger Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Bundesdenkmalamt in mehreren Bauetappen saniert. Ziel aller baulichen Maßnahmen ist es, den ursprünglichen Originalzustand, gleichzeitig aber auch einen zeitgemäßen Wohnstandard herzustellen.

Die erste Sanierungstranche umfasst die jeweils von Gerrit Rietveld und Josef Hoffmann geplanten Häuser in der Woinovich- und Veitingergasse. Neben umfangreichen hausseitigen Maßnahmen wie Trockenlegungsmaßnahmen und Sanierung der Fassaden – teilweise mit den gleichen Materialien und Handwerkstechniken, wie sie bei der Errichtung im Jahr 1932 eingesetzt wurden – sowie Erneuerung der Fenster und Türen wurden im Inneren die Böden, Decken und Wände instand gesetzt. Die sehr kleinen Bäder in den Rietveld-Häusern wurden neu organisiert und durch zusätzliche Bäder im Kellergeschoß ergänzt. 

Bei einem derartig sensiblen Bauvorhaben erfordert die Verbesserung der thermischen Qualität ein besonders ausgefeiltes Konzept. Hier hat das Planerteam eine Reihe von kombinierten Maßnahmen entwickelt, die auch ohne Wärmedämmung der Fassaden eine Reduktion der Heizkosten um zirka 50 Prozent ermöglichen und gleichzeitig die Kondensatfreiheit der Wohnungen garantieren.

Diese Maßnahmen umfassten vor allem: Wärmedämmung von Dächern und Terrassen mit Gefälledämmung, Wärmedämmung der erdberührten Wände, Sanierung und thermische Verbesserung der bestehenden Fenster mittels K-Glas und Silikondichtungen. Außerdem wurden Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sowie hocheffiziente Gas-Brennwertgeräte eingebaut. Auf diese Weise lassen sich, ohne das architektonische Ensemble zu gefährden, energetische Optimierungen durchführen, der Wohnkomfort wird gesteigert und die Energiekosten werden reduziert. Die komplette Sanierung der Wiener Werkbundsiedlung soll im Jahr 2016 abgeschlossen sein. 

Alte Substanz – neue Oberflächen

Auch bei der Sanierung des städtischen Wohnhauses Breitenfurter Straße 242 im 23. Wiener Gemeindebezirk wurde darauf Wert gelegt, die äußere Form weitgehend zu erhalten. Es gilt dabei, eine 1928 von Stadtbaumeister Leopold Schumm erbaute und heute denkmalgeschützte Anlage durch thermische, energetische und ökologische Verbesserungen auf Niedrigstenergiehausstandard zu bringen. Der Bestand setzt sich aus einem viergeschoßigen Baukörper und einem kleineren, eingeschoßigen unterkellerten Hofanbau zusammen.

Als wesentlichste Maßnahme ist vorgesehen, die Wohnungen auf Kategorie-A-Standard anzu­heben und mit komplett neuen Oberflächen auszustatten. Eine zentrale Lüftungsanlage mit hocheffizientem Wärmetauscher im Keller soll alle Wohnungen komfortabel und energiesparend mit Frischluft versorgen. An thermischen Verbesserungsmaßnahmen werden maximal mögliche Dämmstärken an den Außenwandfassaden, den Feuermauern, der Kellerdeckenunterseite 

und der Dachhaut verbaut und die Kastenfenster gegen Holz-Alu-Fenster mit zweifach Wärmeschutzverglasung (Uw = 1,1 W/(m²K) ausgetauscht. Die bestehenden Loggien werden verglast und somit in die thermische Hülle des Gebäudes miteinbezogen. Dadurch wird ein kompakterer Baukörper und eine Erhöhung der Wohnnutzfläche erreicht. 

Rascher, effizienter, nachhaltiger

Neben Erhalt der kulturellen Identität spielen bei Sanierungen vor allem wirtschaftliche und ökologische Überlegungen eine entscheidende Rolle: Unter dem Stichwort „Nachhaltigkeit“ geht es vorrangig um die Optimierung bestehender Gebäude, die sich auch positiv auf die Umweltbilanz auswirkt. Neben innovativen Ideen sind hier auch entsprechende Baumaterialien – insbesondere aus nachwachsenden Rohstoffen – gefragt. Der moderne Holzbau mit seinem hohen Vorfertigungsgrad liefert neben ökologischen Vorzügen viele wirtschaftliche und technische Vorteile, sowohl für den Neubau als auch für die energetische Gebäudemodernisierung und Bestandserweiterung.

Einer der Vorteile ist die Zeittreue bezüglich Planung, Aufmaß, Produktion und Montage. So ermöglicht etwa die Verwendung einer standardisiert gefertigten „tes EnergyFacade“ einen beträchtlichen Zeitgewinn gegenüber herkömmlichen thermischen Sanierungen, sodass z. B. bei einer kalkulierten herkömmlichen Bauzeit von 90 Arbeitstagen durch den Einsatz vorgefertigter Holzelemente lediglich zwölf Tage benötigt werden. Doch für den Investor bzw. Eigentümer ergeben sich geringere Umsatzausfälle während der Umbauzeit.

Ein Plus an Energie

Bei der Aufwertung der Wohnhausanlage Johann-Böhm-Straße in Kapfenberg zum Plusenergiehaus wurde besonderes Augenmerk auf die Auswahl und Art der Materialien gelegt und ökologische Baustoffe sowie eine trenn- und wiederverwertbare Konstruktion bevorzugt. Die technische Modernisierung des rund 40 Jahre alten Bestandsgebäudes beruht im Wesentlichen auf der Anbringung von vorgefertigten, großflächigen und hochgedämmten Fassadenmodulen aus Holztrag­elementen, in die sowohl Solar- und Photovoltaikkollektoren als auch Fenster integriert sind. 

Weiters wurde das alte Satteldach abgetragen und durch ein gedämmtes Flachdach mit Photovoltaikelementen ersetzt, Außenwände und Keller gedämmt sowie ein schräggestelltes Solarsegel an der Südseite angebracht. Für Energieeffizienz und Komfort sorgt eine Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. 

Die Art der Einbindung in die alte Bausubstanz war eine große Herausforderung für Planer und Ausführende, zugleich jedoch eine gute Möglichkeit, einen ressourcenschonenden Betrieb zu gewährleisten. So wurden die neuen Ver- und Entsorgungsleitungen in Haustechnikschächten verlegt, die in die Gebäudehülle integriert sind. Neben dem Vorteil der werkseitigen Vorfertigung ergibt sich daraus auch eine leichte Zugänglichkeit bei Wartungsarbeiten.

Barrierefreies Bauen 2.0

Durch die Verschiebung der Alterspyramide und die dadurch anwachsende Zahl an bewegungseingeschränkten Personen rückt die Barrierefreiheit heutzutage mehr und mehr in den Fokus der Bautätigkeiten. Gerade bei der Sanierung von Altbauten sind aufgrund der strukturellen Gegebenheiten zukunftsweisende Ideen und Innovation zur Erreichung der Barrierefreiheit gefragt.

Beim Sanierungsprojekt Zirkusgasse 47 in Wien Leopoldstadt handelt es sich um einen Komplex mit 191 Wohnungen aus den Fünfzigerjahren. Die hier angewandten Maßnahmen sprengen die herkömmliche Definition für barrierefreies Bauen im Bestand bei weitem bzw. definieren diese neu. Um das ehrgeizige und bis dato einzigartige Ziel zu erreichen, wurden u. a. die zweiläufigen bestehenden Stiegenhäuser während des laufenden Betriebs abgebrochen und durch ein einläufiges Stiegenhaus ersetzt. Durch hofseitig vorgelagerte, neuerrichtete Aufzüge und die Neuorganisation der Stiegenhäuser können nun alle Wohnungen barrierefrei erreicht werden. Da die Bestandswohnungen während der gesamten Bauzeit belegt waren und Zugang sowie Fluchtmöglichkeit zu gewährleisten waren, bedurfte es komplexer Maßnahmen und einer logistischen Meisterleistung in der Bauabwicklung.

Bis auf wenige Ausnahmen wurden sämtliche Wohnungen saniert, neu organisiert und haustechnisch neu ausgestattet. Weiters wurden 31 neue Dachgeschoßwohnungen mit Dachterrassen errichtet. In Verbindung mit der neuen Erschließung wurde hofseitig eine Stahlkonstruktion vorgelagert, in die Loggien und Balkone integriert sind. Im gesamten Gebäude wurde eine kontrollierte Lüftung installiert und beim Bestandsobjekt eine thermische Sanierung inklusive Fenstertausch durchgeführt.

Die vor dem Umbau monotone Lochfassade an der Straßenseite wurde durch eine einfache, kostengünstige Maßnahme belebt: Mehrere Fensterelemente sind in einem variierendem Rhythmus zusammengefasst, wobei die Felder zwischen den Fensterelementen anthrazitfarbig und die Laibungen der Zwischenfelder goldfarbig ausgeführt wurden. So entsteht ein mehrfarbiges, rhythmisches Erscheinungsbild, das Leben in den Straßenzug bringen soll.

Autor/in:
Jürgen Niederdöckl
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