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„Es ist bedauerlich, dass das Know-how im Untergrund bei einem fertigen Gebäude nicht mehr sichbar ist.“ Andreas Hugelshofer. Foto: WalserAufgrund des schlechten Bodens waren 1.892 Stück Schneckenbohrpfähle verteilt auf knapp 19.000 m2 nötig. Foto: MeßnerBis zu 26 Meter hohe Stützen wurden auf der Baustelle in Widnau  in das Fundament eingesetzt. Foto: Meßner„Eine derart große Masse an Bohrpfählen haben wir erstmals bei einem Bauprojekt verarbeitet.“ Christian Wenzlik. Foto: Walser„Es ist bedauerlich, dass das Know-how im Untergrund bei einem fertigen Gebäude nicht mehr sichbar ist.“ Andreas Hugelshofer. Foto: WalserAufgrund des schlechten Bodens waren 1.892 Stück Schneckenbohrpfähle verteilt auf knapp 19.000 m2 nötig. Foto: MeßnerBis zu 26 Meter hohe Stützen wurden auf der Baustelle in Widnau  in das Fundament eingesetzt. Foto: Meßner„Eine derart große Masse an Bohrpfählen haben wir erstmals bei einem Bauprojekt verarbeitet.“ Christian Wenzlik. Foto: Walser

Pfahlbau der anderen Art

26.06.2014

Alle vier Meter ein Pfahl – das neue Rexam-Produktionswerk steht nun auf festem Boden. i+R sei Dank.

Nicht mehr lange und der Rohbau des neuen Produktionswerks des britischen Getränkedosen-Herstellers Rexam ist fertig. Künftig sollen am neuen Standort im Schweizer Widnau 2,2 Milliarden Dosen pro Jahr gefertigt werden. 
Die Baumeisterarbeiten führt die Arge Rexam durch, welche aus der Schertler-Alge Spezialtiefbau AG – der Schweizer Niederlassung der Vorarlberger i+R Spezialtiefbau GmbH – und der Keller Bauunternehmung AG besteht. Was nach einem relativ unspektakulären Auftrag klingt, hatte es aber in sich. Die besondere Herausforderung lag im Untergrund. Dieser besteht aus einer Deckschicht mit darunterliegenden Rheinsanden und Rheinschottern. „Zudem wird das Fundament einer besonders hohen Belastung standhalten müssen. Denn darauf werden schwere Produktionsmaschinen stehen, die während des Betriebs auch noch hohe Bauwerksschwingungen verursachen“, erklärt Christian Wenzlik, Geschäftsführer der Vorarlberger Mutterfirma i+R Spezialtiefbau GmbH.

Sicheres Fundament
Die Lösung für den Bau war der Einsatz von sogenannten Schnecken­bohrpfählen, die alle vier Meter gesetzt wurden. Während der Bohrung in rund elf Meter Tiefe wurde das Bodenmaterial in einem Zuge gefördert. Nach dem Erreichen der Endtiefe wurde über die hohle Bohrschnecke Beton eingepumpt und der entstandene Hohlraum verfüllt. Nach dem Ziehen der Bohrschnecke wurde die Bewehrung einvibriert. Anschließend wird ein zylindrischer Bewehrungskorb eingesetzt. Die Lastabtragung beläuft sich auf über 75 Tonnen pro Pfahl. „Pro Schneckenbohrpfahl benötigen wir in etwa 10 bis 15 Minuten“ so Andreas Hugelshofer, Prokurist bei der i+R Spezialtiefbau GmbH und für die Baustelle verantwortlich. 

Insgesamt hat die Schertler-Alge Spezialtiefbau AG 1.829 Stück Schneckenbohrpfähle mit einer Länge von fünf bis elf Metern und einem Durchmesser von 42 Zentimetern in den Boden eingebracht. Ein Teil des Fundaments besteht aus rund 2.500 Kubikmetern Stahlbeton – dafür allein wurden 300 Pfähle gesetzt. „Eine derart große Masse haben wir erstmals bei einem Bauprojekt verarbeitet“, ergänzt Wenzlik. Gleichzeitig wurden 26 Meter hohe Stützen für die Decken in das Fundament eingesetzt.

Werkseröffnung im Juni 2015
In der nächsten Etappe werden nun die Wände und Decken des eingeschossigen Werk-Gebäudes aufgezogen. Zudem erfolgt die Errichtung eines Parkdecks mit zwei Obergeschossen und einem Untergeschoss. Der Rohbau soll bis Ende 2014 fertiggestellt sein, der Endausbau bis Juni 2015. Das Auftragsvolumen für die Baumeisterarbeiten beträgt rund 16,4 Millionen Euro. 

Für die Vergabe der Baumeisterarbeiten an die Schweizer Tochter der i+R Spezialtiefbau GmbH waren schlussendlich deren Erfahrungen im Spezialtiefbau entscheidend. „Der Untergrund bei einem Bauprojekt ist immer die große Unbekannte“, weiß Wenzlik. „Für Bauherren ist letztlich entscheidend, dass wir Lösungen dafür bieten, die zudem termingerecht und kostensicher sind. Das machen wir seit über zwanzig Jahren.“

 

Info
Rexam-Werk, Widnau (CH)
Auftraggeber: Rexam Beverage Can Widnau GmbH
Schertler-Alge Spezialtiefbau AG verantwortet: Bauleitung Spezialtiefbau
Überbaute Fläche: 18.900 m3
Auftragsvolumen Baumeisterarbeiten: 20 Mio.Schweizer Franken (ca. 16,4 Mio. Euro)
Eingesetzte Schneckenbohrpfähle bisher: 1.829 Stück à 42 cm Durchmesser, Länge 5-11 m, 17.422 Gesamtlaufmeter 
größtes Fundament: 2.500 m3 Stahlbeton

Autor/in:
Sonja Meßner
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