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Die vollflächige Rahmeneinhausung Xbright für das Schutzschild Xclimb 60 ermöglicht sicheres Arbeiten auf der Baustelle.  Foto: Doka / TaunusTurm, TishmanSpeyer Das Bühnensystem MXK bietet sichere Arbeitsplätze an der Schalung und lässt sich sowohl an der Maximo als auch an  der Trio nutzen. Das Gerüstsystem Peri Up Rosett Flex lässt sich bei­nahe jeder beliebigen Form anpassen.  Fotos: Peri„Auch in unserem Unternehmen wird Sicherheit vorgelebt. Interne Kampagnen und Maßnahmen schaffen das Bewusstsein.“ Walter Schneeweiss, Vertriebsleiter Doka Österreich Foto: Meßner„Das Thema Sicherheit bewegt die ­Schalungsbranche schon lange. Diese ­Entwicklung ist mehr als nur ein Trend.“ Christian Sorko, Geschäftsführer Peri Österreich Foto: MeßnerSecuritBasic: das neue Sicherheitsbaukasten­system für Meva-Wandschalungen. Foto: MevaDas Seitenschutzsystem XP von Doka ist eine universelle Sicherheitslösung. Foto: DokaDie neuen Topmax-Ecktischelemente mit abgeschrägter Stirnseite eignen sich für das besonders schnelle und sichere Schalen von Eckbereichen – insbesondere bei Passflächen an den Ecksäulen.  Foto: Harsco Infrastructure

„Safety first“ ist die Devise

07.06.2013

Sicherheit auf der Baustelle ist mit hoher Verantwortung für alle Beteiligten verbunden. Auch die Schalungshersteller sind sich dessen bewusst und setzen bei Produktinnovationen neue Schwerpunkte.

Als zentrale Elemente im Bauwesen scheinen Gerüst- und Schalungssysteme auf den ersten Blick ausgereift zu sein. Und doch finden die Spezialhersteller immer wieder Ansätze für Innovation und Evolution. In diesem Jahr steht das Thema „Arbeitssicherheit“ besonders im Vordergrund, waren sich die Aussteller auf der Bauma einig. 

Ein hoher Prozentsatz der schweren und tödlichen Verletzungen auf Baustellen geht auf Absturzunfälle zurück. Obwohl die Eigenverantwortung für die Arbeitssicherheit dem Bauunternehmer bekannt ist, wird beim Einkauf oftmals vermeintlich gespart. Natürlich entstehen durch die Einhaltung sicherheitsrelevanter Normen und Regelungen direkte Kosten, die nicht ursächlich mit dem Schalungsauftrag in Verbindung gebracht werden.

Auch wenn die Berufsgenossenschaft Bau bescheinigt, dass die Unfälle beim Auf-, Um- und Abbau von Gerüsten im Regelfall nicht auf unzureichendes Material, sondern auf organisatorische Mängel zurückzuführen sind, sehen sich die Hersteller veranlasst, ihre Produkte unter Sicherheitsaspekten kontinuierlich zu überprüfen und weiterzuentwickeln. 

Sicherer ist gleich schneller

Studien belegen, dass auf sicheren Baustellen schneller gearbeitet wird. Außerdem entstehen durch Unfälle neben menschlichem Leid und Verlust der Wertschöpfung auch Kosten, die vom krankheitsbedingten Ausfall bis hin zu rechtlichen Konsequenzen und Baustellenstillstand reichen können. 

Ein ganzheitliches Sicherheitsverständnis beginnt bereits bei der Entwicklung von Schalungssystemen. Einfaches Handling und Ergonomie der Produkte zählen dabei zu den obersten Voraussetzungen. Kaum ein Schalungsproduzent auf der Bauma, der seinen Messeauftritt nicht diesem Thema widmete. 

Gute Planung ist Voraussetzung 

Für Doka zählt zur Sicherheit auch die Rundumbetreuung der Kunden von Anfang an. „Schon während der Planungsphase unterstützen wir unsere Kunden mit professioneller Beratung in Sicherheitsfragen. Eine gründliche Analyse der Ausgangssituation ist die Basis für individuelle Lösungen. Dabei werden passende Produkte wie Aufstiege und Schutzsysteme bereits in die Schalungsplanung integriert“, betont Walter Schneeweiss, Vertriebsleiter von Doka Österreich. Nicht nur die Ausstattung, sondern vor allem die korrekte Anwendung der Komponenten ist das A und O. Unterlagen wie beispielsweise Einsatzpläne, Anleitungen oder Sicherheitsdatenblätter seien deshalb eine wichtige Grundlage für eine sichere Baustelle, fährt der Schalungsexperte fort. 

Als neueste Entwicklung in diesem Bereich zeigte der niederösterreichische Schalungsproduzent die Rahmeneinhausung Xbright für das Schutzschild Xclimb 60. Die vollflächige Rahmeneinhausung ermöglicht sicheres Arbeiten auf der Baustelle und bietet in den obersten Gebäudeebenen Schutz vor Witterungseinflüssen. Das selbstkletternde System lässt sich einfach an wechselnde Grundrisse und Neigungen anpassen und somit auch bei sehr komplexen Hochhausprojekten einsetzen. Anwender können je nach Anforderung zwischen zwei unterschiedlichen Ausführungsvarianten wählen: Rahmen mit Polycarbonat- oder Gitter-Inlays. Die gelben, wind- und blickdichten PC-Inlays ermöglichen eine neue Arbeitsqualität in jeder Bauwerkshöhe.

Der robuste Kunststoff ist lichtdurchlässig und sorgt für eine gute, natürliche Ausleuchtung der eingehausten Arbeitsebenen – auch unter der Deckenschalung. Die Rahmen mit dem engmaschigen Gitter-Inlay sind licht- und luftdurchlässig. Feuerverzinkung und Pulverbeschichtung versprechen eine lange Lebensdauer.

Die formstabilen Rahmen basieren auf der bewährten Rasterlogik des Rahmenschalungssystems Frami von Doka. Sie können im modularen Aufbau sowohl liegend als auch stehend zu großen Schutzschildeinheiten montiert werden. Drei Rahmenbreiten ermöglichen eine Anpassung im 0,15-Meter-Raster. Querlöcher an den Rahmen sorgen für eine einfache und rasche Verbindung der großflächigen Systemteile. Auch andere Zubehörteile können so zügig angebracht werden. Justierbare Deckenauflager ermöglichen die Adaption an wechselnde Fassadenneigungen. Versetzbare Arbeitsbühnen unterstützen sicheres Arbeiten selbst bei variierenden Geschoßhöhen.

Baukastenprinzip

Auch Meva setzt auf ein ganzheitliches Sicherheitssystem, wie Österreich-Geschäftsführer Gerhard Wagner in München bestätigt: „Wir präsentieren zwar unterschiedlichste Produktneuheiten, aber man kann schon sagen, dass der Sicherheitsaspekt seit Jahren immer mehr Beachtung findet und wir auch unsere Entwicklungen darauf auslegen.“ 

Neu im Produktportfolio hat das Unternehmen aus Baden-Württemberg das Sicherheitsbaukastensystem SecuritBasic. Das System eignet sich für alle Meva-Wandschalungssysteme und ermög­licht je nach Anforderung oder Präferenz vier unterschiedliche Sicherheitsausstattungen: vom einfachen Holzbohlenbelag bis zum komfortablen rutschfesten Belag aus Aluminium-Riffelblech. Unterschiedliche Plattformlängen von 1,25 bis 2,50 Meter erlauben eine einfache und flexible Anpassung an den jeweiligen Schalungsaufbau.

Für komfortables und sicheres Arbeiten auf hohem Niveau sorgt die Plattformbreite von 75 Zentimeter. Die Beläge sind frei wählbar – zwischen einfachen, bauseitigen Holzbohlen, einem vorgefertigten Holzbohlen- oder Aluminiumbelag oder der Topausstattung mit einem vorgefertigten Belag aus rutschfestem Aluminiumriffelblech mit integrierter Durchstiegsluke sowie Leiter. 

Das Baukastensystem bietet eine umfassende Auswahl an Sicherheitstechnik einschließlich Betonierbühne, Rückenschutz, Frontgeländer, Durchstiegsluke mit Leiter, Inneneckbühne, Ausgleichsbühne und Stirngeländer. Das System wird einfach und sicher zu ebener Erde montiert und als komplette Einheit mit der Schalung per Kran umgesetzt. Das sorgt für erhebliche Einsparungen bei Montagezeit und -aufwand.

Sicher in luftigen Höhen

Wenn auch nicht mehr ganz brandneu auf der Bauma, setzte Peri einen der Schwerpunkte auf das Modulgerüstsystem Peri Up. Fachbesucher konnten sich im Rahmen von Produktvorführungen überzeugen, wie kinderleicht und schnell sich dieses Gerüstsystem aufbauen lässt. Besonders Interessierte durften sogar selbst Hand anlegen. Mit dem Systemraster von 25 Zentimeter und 50 Zentimeter und Belägen mit 25 Zentimeter und 37,5 Zentimeter Breite lässt sich das Modulgerüst Peri Up Rosett Flex an nahezu jede beliebige Form anpassen. In Verbindung mit den Rosettknoten im Abstand von 50 Zentimetern wird eine hohe Flexibilität in allen drei Dimensionen erreicht. 

Auch bei den Weiterentwickungen im Schalungsbereich kam der Sicherheits­aspekt nicht zu kurz. Eine deutliche Vereinfachung der Einrichtung sicherer Arbeitsplätze bietet die neue Konsole MXK. Kernbauteile für das vormontierbare Bühnensystem sind neben der Konsole der Kunststoffbelag MXK, der Geländerpfosten MXK und das Schutzgitter MXK.

Kennzeichnend sind die wenigen besonders leichten Systembauteile und die durchdachten Systemlösungen auch für Eck- und Überwurfbereiche. Alternativ zu den Kunststoffbelägen lassen sich auch konventionelle Beläge an der Konsole befestigen. Als Rückenschutz werden die bereits im System Prokit bewährten Seitenschutzgitter mit 1,10 Meter Höhe eingesetzt, diese sind dazu passend in den Längen 240 Zentimeter, 120 Zentimeter und 90 Zentimeter verfügbar. Die gesamte Arbeitsbühne ist komplett am Boden vormontierbar und an den Rahmenschalungen Maximo und Trio verwendbar.

Kein Grund, in der Ecke zu stehen

Um Sicherheitsfeatures erweitert hat auch Harsco Infrastructure seine Schalungsprodukte. Als erster Stahlrahmendeckentisch feierte das Topmax-System vor vier Jahren Weltpremiere – auf der diesjährigen Bauma hat das System Zuwachs bekommen: Zwei Topmax-Ecktischelemente sollen das schnelle und sichere Schalen von Eckbereichen erleichtern. Bei traditionellen Ecklösungen mit Deckentischen ist das Ausschalen der Tische in der Regel kompliziert, da manuell am offenen Deckenrand gearbeitet werden muss.

Die Lösung dafür bietet Harsco mit speziellen Ausführungen für rechts und links. Die Topmax-Ecktischelemente (2,40 mal 5,40 Meter) besitzen umlaufend das gleiche Randprofil wie die Standardtische, sind aber an ihrer rechten beziehungsweise linken Stirnseite um 45 Grad abgeschrägt. Das ermöglicht ein einfacheres Umschalen von Ecksäulen.

Der zum Topmax-System kompatible Protecto-Seitenschutz kann vorab an die Ecktische montiert und mit ihnen umgesetzt werden. So entsteht nach dem Positionieren und dem Verankern der Ecktische an der darunterliegenden Decke vorauseilend eine sichere Arbeitsfläche – ohne zusätzliche Arbeiten. Die zug- und druckfesten Wandstreben (zwei Streben pro Ecktisch) leiten horizontale Lasten sicher in die Decke darunter ab. Gleichzeitig wird der auskragende Deckentischbereich gegen Kippen gesichert.

Schulungsangebot nutzen

Hochwertige Produkte, professionelle Beratung sowie fachgerechte Anwenderschulungen können viel dazu beitragen, die Arbeit auf den heimischen Baustellen sicherer zu machen. Besonders die Anwenderschulungen der Hersteller können für Bauunternehmen einen großen Mehrwert bieten, denn je besser geschult die Mitarbeiter sind, desto sicherer und auch schneller kann auf der Baustelle gearbeitet werden. Somit ergibt sich eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. 

Autor/in:
Sonja Meßner
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