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„Sie bauen schon gern, oder?“

26.06.2014

Drehende Baukrane begeisterten Stephan Schmiedehausen schon sehr früh, doch es war das Leben auf der Großbaustelle, das ihn für immer an den Bau fesselte.

Schon sehr früh kristallisierten sich zwei Leidenschaften im Leben von Stephan Schmiedehausen heraus. „Meine Eltern erzählten mir immer, dass ich kaum wegzubewegen war, sobald sich irgendwo ein Baukran gedreht hat“, meint er grinsend. „Ich war schon immer von den gewaltigen Baumaschinen und dem schnellen Wachstum in den Bann gezogen.“ Seine zweite Faszination galt als Modellbauer dem Fliegen, und hätte er sich nicht irgendwann gedacht, Menschen in einem Flugzeug von A nach B zu transportieren könnte auf Dauer langweilig werden, wäre er heute Pilot. Doch Schmiedehausen entschied sich für den Bau, bereut diese Entscheidung bis heute nicht und ist nun technischer Geschäftsführer der Durst-Bau GmbH.

„Anfänglich hat es mir nicht wahnsinnig gefallen, als ich von der Geschäftsleitung als Projektleiter in die Tintenburg zitiert wurde“, resümiert der 47-jährige Ingenieur seine erste Zeit nach sechs Jahren als Generalunternehmer der Bauleitung für Durst-Bau in der Zentrale. „Ich habe aber relativ schnell Spaß daran gefunden, Projekte, die mich persönlich interessierten, zu akquirieren, sie im Budget des Bauherrn zu entwickeln und dann ausführen zu dürfen. Es war einfach etwas ganz anderes als das Containerleben.“ 

Leben in der Kiste
Doch genau das Leben auf einer Großbaustelle war es, dass Schmiedehausen nach der absolvierten HTL für Hochbau so richtig in seinen Bann zog. „Wenn am Abend auf der Baustelle etwas besprochen wurde, konnte es am nächsten Tag in der Früh schon wieder ganz anders sein“, erzählt er. „Das ist das Faszinierende und dir wird nie langweilig.“ Gleichzeitig wuchsen ihm Projekte immer ans Herz, er genoss es, sie wachsen zu sehen und hatte Freude daran, ein fertiges Projekt an den Bauherrn übergeben zu können. „Trotzdem war ich bei den Übergaben oft beinahe traurig, nicht mehr vor Ort sein zu können und weiter daran zu arbeiten.“

Zwei Jahre lang war Schmiedehausen als Projektleiter tätig, ehe er 2006 zum Prokuristen ernannt und direkt der Geschäftsleitung unterstellt wurde. In dieser Zeit durfte er so gut wie alles zeichnen, und als sein Vorgänger 2009 das Unternehmen verlies, traten die Gesellschafter an ihn heran und legten ihm nahe, die technische Geschäftsleitung zu übernehmen. „Es war ein Angebot, das ich dankend angenommen habe“, beschreibt er die damalige Situation. „Ich habe mir gedacht, bevor ich wieder einen Vorgesetzten habe, mache ich es lieber selber.“

Veränderung und Nostalgie
Durch die Bestellung zum technischen Geschäftsführer änderte sich auch der Aufgabenbereich Schmiedehausens. Nun war er für den gesamten Bauablauf und die Bautechnik – von den ersten Gesprächen bis hin zur finalen Bauphase und der Übergabe – verantwortlich. Ebenso fielen alle baulogistischen Planungen in seinen Aufgabenbereich. „Es bedarf schon in der Kalkulationsphase einiges an Hirnschmalz, um die Anmietung teurer Flächen zu vermeiden, kaum Beeinträchtigungen für die Anrainer zu verursachen und alle Prozesse zu optimieren.“ Die Herausforderung dabei sei es, in der vereinbarten Zeit, den vereinbarten Kosten und in der vereinbarten Qualität dem Kunden eine mängelfreie Topimmobilie zu übergeben. „Qualität muss immer unser Aushängeschild sein, das drille ich auch meinen Kollegen ein!“ Dabei verliert Schmiedehausen aber auch nie die Arbeiter aus den Augen. Durch hartnäckige Überzeugungsarbeit gab es 2013 bei Durst-Bau keinen einzigen Arbeitsunfall, und die durchschnittliche Dienstzugehörigkeit der gewerblichen Mitarbeiter im Unternehmen liegt bei elf Jahren. „Mich motiviert es, auch in schwierigen Zeiten topmotivierte Mitarbeiter zu sehen, die das Unternehmen nicht verlassen, sondern an einem Strang ziehen und dich unterstützen.“

Alles stehen und liegen zu lassen, um wieder als Bauleiter zu arbeiten, kann sich Schmiedehausen mittlerweile nicht mehr vorstellen. Zu schnell sei die Entwicklung von Normen und OIB-Richtlinien, zu herausfordernd seine jetzige Tätigkeit. Ganz aus seiner Haut kann er aber noch immer nicht. „Wir hatten vor kurzer Zeit eine Präsentation bei einem deutschen Kunden“, erzählt er begeistert. „Beide waren nicht vom Bau, aber als wir dann auf die Baustelle gefahren sind, hat offensichtlich einer das Glänzen in meinen Augen mitbekommen und gefragt: ‚Sie bauen schon gern, oder?‘“

 

VITA
Stephan Schmiedehausen
19.10.1966: geboren in Wien
1982–1988: HTL für Hochbau
1989–1991: Dipl.-Ing. Hugo Durst GmbH, Bautechniker
1991–1995: Hamberger Baugesellschaft m.b.H., Bauleiter
1995–1997: Züblin Baugesellschaft m.b.H.

 

Das Unternehmen
Durst-Bau GmbH
Die Durst-Bau GmbH gehört zur Hochtief Solutions AG, einer 100-prozentigen Tochter der Hochtief AG. Derzeit sind rund 100 Mitarbeiter in dem stark expandierenden Bereich Wohnimmobilien sowie in der Gebäudesanierung tätig. 
Das Unternehmen wurde 1948 als Straßenbau­unternehmen von Hugo Durst 

 

Autor/in:
Christoph Hauzenberger
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