Direkt zum Inhalt
Künftig werden Ringer-Schalungsrahmen mit ein­gravierten Größenangaben geliefert.  Foto: RingerHarsco ist  österreichweit an einer Vielzahl an Projekten beteiligt. Foto: HarscoBeim Pufferbecken der Kläranlage Amstetten wird auf Schalungs­lösungen von RSB gesetzt. Foto: RSB„Zeitersparnis und Gewichtsreduktion sind im Schalungsbereich gute Verkaufsargumente .“ Christian Sorko, Geschäftsführer Peri Österreich. Foto : MeßnerBei beiden Röhren der Unterflurtrasse Pernau  ist das neue Tunnel­system DokaCC im Einsatz. Foto: DokaKünftig werden Ringer-Schalungsrahmen mit ein­gravierten Größenangaben geliefert.  Foto: RingerHarsco ist  österreichweit an einer Vielzahl an Projekten beteiligt. Foto: HarscoBeim Pufferbecken der Kläranlage Amstetten wird auf Schalungs­lösungen von RSB gesetzt. Foto: RSB„Zeitersparnis und Gewichtsreduktion sind im Schalungsbereich gute Verkaufsargumente .“ Christian Sorko, Geschäftsführer Peri Österreich. Foto : MeßnerBei beiden Röhren der Unterflurtrasse Pernau  ist das neue Tunnel­system DokaCC im Einsatz. Foto: Doka

Sorglos-Pakete sind gefragt

27.01.2014

Produktinnovationen sind längst zu wenig – Kunden fordern von Schalungsherstellern Komplettlösungen für die Baustellenpraxis. 

 

Ereignisreich“, ist die einstimmige Antwort, wenn man die großen Schalungshersteller in Österreich nach dem Jahr 2013 fragt. Trotz widriger Umstände sind die Unternehmen mehrheitlich zufrieden mit den Ergebnissen. „Bauma-Jahre sind erfahrungsgemäß immer gut – auch wenn auf der Messe nicht direkt verkauft wird“, erklärt Christian Sorko, Geschäftsführer von Peri Österreich. Er ist mit den Umsätzen des Unternehmens mehr als zufrieden. „Weltweit konnten wir den Umsatz um fünf Prozent steigern. Zentraleuropa war stabil, aber Afrika und Südamerika sind starke Wachstumsmärkte für Peri, und auch die USA erstarken langsam wieder.“ Auch in Österreich konnte Peri mehr als zwölf Prozent zulegen – seit 2010 ist der Umsatz damit um mehr als 50 Prozent gewachsen. „Unsere Strategie greift“, freut sich Sorko. 

Aber auch für andere Hersteller ist das Jahr 2013 alles andere als schlecht verlaufen. Doka, die in Österreich seit 2013 als rechtlich eigenständiges Unternehmen firmiert, konnte den Umsatz über Plan steigern, auch der Umsatz des oberösterreichischen Schalungs- und Gerüstherstellers Ringer wuchs um zehn Prozent. „Der Erfolg ist unter anderem auf die Erweiterung unseres Vertriebsnetzes und unser neues Lager in Kärnten zurückzuführen“, erklärt Ringer-Marketingleiter Joachim Strachwitz.
Positiv verlief das Jahr auch für Gerald Schönthaler, Geschäftsführer von Harsco Österreich, sowie für Gerhard Wagner, Geschäftsführer Meva Österreich. Marktanteile konnten gefestigt und auch die Umsätze gesteigert werden.

Dennoch – richtig glücklich mit der aktuellen Situation am Schalungsmarkt sind alle Hersteller  nicht. „Der Markt ist extrem hart umkämpft, und es finden überall Preisschlachten statt. In Österreich wird das zum Teil auf die Spitze getrieben. Der Kundennutzen in puncto Qualität, Innovationen und Produktentwicklung leidet“, redet Wagner nicht lange um den heißen Brei herum. Derselben Ansicht ist auch Joachim Strachwitz. Er ist allerdings vorsichtig optimistisch: „Ich denke schon, dass am Markt wieder Vernunft einkehren wird und in absehbarer Zukunft wieder einigermaßen zufriedenstellende Deckungsbeiträge erwirtschaftet werden.“

Immer zu Diensten

Um den Preisschlachten zu entkommen, wird von den Schalungsunternehmen zunehmend auf Service und Dienstleistungen gesetzt. Dieser Trend ist grundsätzlich zu verzeichnen. Kunden erwarten von den Herstellern längst nicht mehr nur ein gut unktionierendes Produkt, sondern vielmehr ein umfangreiches Lösungsangebot inklusive technischer Dienstleistungen und Unterstützung in der Baustellenpraxis. Bei Doka hat der Kunde beispielsweise die Möglichkeit, ein „Rundum-sorglos-Paket“ zu buchen.

„Wir übernehmen dabei die Schalungsplanung, die Vormontage auf der Baustelle, die laufende Baustellenbetreuung und auch die Rücklieferplanung oder auch Sanierung“, erklärt Walter Schneeweiss, Geschäftsführer von Doka Österreich. „Der Kunde ist auch bereit, für diese Leistungen und die hohe Qualität zu zahlen, weil es sich für ihn am Ende der Baustelle klar rechnet.“ Einen ähnlichen Service bietet auch Harsco seit dem vergangenen Jahr. „Wir bauen das Leistungsangebot in Sachen Projektsteuerung weiter aus. Damit können wir unseren Kunden bereits in der Arbeitsvorbereitung eine höhere Kostensicherheit ermöglichen. Mit unseren Dienstleistungen bieten wir unseren Kunden einen Mehrwert, den sie messen können“, so Gerald Schönthaler. 

Auch bei Peri sieht man Dienstleistungen als Kundenbindungs-, wenn nicht sogar Kundengewinnungsinstrument: „Man kann mit Dienstleistungen durchaus Kunden gewinnen. Unser MyPeri-Portal entwickelt sich ständig weiter, und unsere Kunden nutzen diesen Service immer mehr. Zudem haben wir in Österreich zwei Richtmeister im Einsatz, die zeitnah und schnell bei Problemen auf der Baustelle zur Stelle sind. Dieser Peri-Support wird hervorragend angenommen – wenn das Interesse weiterhin so stark ist, werden wir unser Team auch verstärken.“ 

Baustellenbetreuung mithilfe von Richtmeistern bietet auch RSB Formwork Technology. „Dieses Dienstleistungsangebot ist von großer Wichtigkeit. Das Know-how wird direkt auf die Baustelle mitgeliefert und gewährt somit einen reibungslosen Ablauf“, betont der RSB-Geschäftsführer Stefan Durig. Neben der persönlichen Baustellenbetreuung gibt es aber noch zahlreiche andere Möglichkeiten, um den Arbeitsablauf zu erleichtern und zu beschleunigen. So hat Meva z. B. einen Frischbetondruckrechner für Wandschalungen entwickelt, der sowohl online als auch als App auf dem Handy vor Ort für Sicherheit sorgt. Dass man mit Dienstleistung jeglicher Art neue Kunden gewinnen kann, daran glauben aber nicht alle. „Von der überwiegenden Anzahl der Kunden wird Service als selbstverständlich betrachtet – neue Kunden lassen sich dadurch nicht gewinnen. Sobald man diesen Bereich vernachlässigt, kann man allerdings massiv Kunden verlieren“, so Strachwitz. 

Safety First

Ein wichtiger Aspekt der 360-Grad-Betreuung ist die Sicherheit. „Der Fokus in unserer Produktentwicklung liegt ganz klar beim Thema Baustellensicherung. Je weniger Teile und Handgriffe benötigt werden, desto sicherer und schlussendlich auch effizienter ist die Arbeit damit. Das Peri-Sicherheitssystem Prokit ist dafür das beste Beispiel“, erklärt Christian Sorko. Aktuell kommt das Prokit, eine schnell montierbare, wiedereinsetzbare Absturzsicherung für den freien Deckenrand, bei der neuen ÖBB-Zentrale am Wiener Hauptbahnhof zum Einsatz. „Durch die wenigen und leichten Einzelteile sind auch bei komplizierten Grundrissgeometrien flexible Einsätze ohne Planungsaufwand möglich“, so der Peri-Geschäftsführer.

Aber auch die F&E-Abteilungen der anderen Hersteller setzen auf dieses Pferd. „In einer Vergleichsstudie mit der Fachhochschule 
Darmstadt konnten wir deutlich den Zeitvorteil bei vormontierten Sicherheitssystemen belegen“, freut sich Gerhard Wagner. Das Securit­Basic-System wurde von Meva bereits im vergangenen Jahr auf der Bauma vorgestellt und soll nun auch Österreichs Baustellen sicher machen. Erst im Entwicklungsstadium befindet sich hingegen die neue verfahrbare Arbeits- und Sicherheitsplattform von RSB, die schon heuer zum Einsatz kommen soll.

Die Konkurrenz schläft nicht

Damit es am Markt nicht langweilig wird, arbeiten alle Hersteller fieberhaft an neuen Produkten oder innovativen Strategien, um sich ein Alleinstellungsmerkmal in der Branche zu erkämpfen. Einige Neuheiten im Überblick:
Peri hat sich in der Sparte Infrastruktur neu aufgestellt und will dort künftig Marktanteile steigern. Zudem wird mit Skydeck ein Bestseller des Unternehmens überarbeitet. 

Ringer feiert 2014 sein 70-Jahr-Firmenjubiläum und plant im Zuge dessen diverse Vorteilsangebote für Kunden. 
Zuwächse erwartet sich Gerald Schönthaler durch die Österreich-Einführung der Wandschalung Platinum . 
Doka erweitert sein Produktportfolio um die Rahmenschalung Framax Xlife plus, die 2014 erstmals in Österreich zum Einsatz kommen wird.

Anwenderfreundliche Handhabung und beschleunigte Arbeitsabläufe verspricht Walter Schneeweiss mit dem neuen Produkt. 
Neben der Weiterentwicklung der SolidCheck-Technik setzt Meva vor allem auf kleine praktische Systemerweiterungen, die das tägliche „Gefummel“ auf der Baustelle durch intelligente, neue Produkte ablösen soll.

Erwartungen für das Jahr 2014

Auch wenn der dynamische Aufschwung noch ein bisschen auf sich warten lässt, blicken die Schalungsbauer recht zuversichtlich in die Zukunft. Großprojekte wie die Seestadt Aspern, das Areal des Hauptbahnhofs Wien – inklusive der ÖBB-Zentrale – oder heimische Infrastrukturprojekte wie die S10 sorgen für volle Auftragsbücher. „Wir gehen davon aus, dass die Doka Österreich GmbH ihren Umsatz halten kann“, zeigt sich Walter Schneeweiss optimistisch. Auch die anderen Hersteller gehen von einer Fortsetzung der positiven Entwicklung aus. Joachim Strachwitz von Ringer erwartet sich sogar rund 25 Prozent Umsatzsteigerung in den Exportmärkten. 
Ob die großen Erwartungen werden, wird sich zeigen. Ein erstes Resümee ziehen wir Mitte des Jahres, wenn Schalungstechnik wieder im Fokus steht.

Autor/in:
Sonja Meßner
Werbung

Weiterführende Themen

Rehau Österreich eröffnet Campus für Innovation und Inspiration.
Aktuelles
16.04.2018

Rehau baut am österreichischen Hauptsitz in Guntramsdorf einen Campus für Innovation und Inspiration auf.

Neben hochkarätigen Fachvorträgen präsentierten in Spielberg auch 45 Ausstellerfirmen ihre Innovationen und Fertigungslösungen.
Metall- und Infotechnik
05.04.2018

Laut dem jüngsten Branchen-Barometer Produktion wollen 88 Prozent der heimischen Produktionsbetriebe in Digitalisierung investieren. Und fast die Hälfte der ...

Aktuelles
16.02.2018

Alle zwei Jahre fördert die Klaus Raiser GmbH & Co. KG innovative Projekte auf dem Gebiet des Reibschweißens mit einem Innovationspreis und 2.000 Euro. Einreichungen bis 31. ...

Die glücklichen Gewinner der diesjährigen, im Rahmen der ACR-Enquete verliehenen Preise.
Aktuelles
04.10.2017

Tragbares Himmelslicht, belüftete Fenster, Fassadenmodule inklusive Haustechnik und eine Verschlusskappe für eine neue Getränkegeneration: spannende Innovationen beim 12. ACR Kooperationspreis. ...

Das Potenzial des funktionsorientierten 3D-Metalldrucks für die Automobilindustrie demonstriert am Beispiel der Vorderwagenstruktur eines alten VW Caddy.
Technik
29.08.2017

Individualisieren, integrieren, Innovationen treiben: Das Partnerprojekt „3i-Print“ zeigt, was mit industriellem 3D-Druck möglich ist.

Werbung