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Stefan Graf, CEO von Leyrer + Graf, über die Umsetzung von Schutzmaßnahmen auf der Baustelle.

Stefan Graf: Die schwierigen Randbedingungen werden für gewisse Zeit zu einer Art "Normalität" werden

03.04.2020

Der Schutz der Mitarbeiter und die Weiterführung des Baustellensbetriebs ist aktuell ein Spannungsfeld. Wie sich die Baustellenabläufe durch die neue Handlungsanleitung verändern, berichtet Stefan Graf, CEO Leyrer + Graf Baugesellschaft m.b.H.

Was halten Sie von der neuen, adaptierten Regelung für den Baustellenbetrieb?

Stefan Graf: Ich bin sehr froh darüber, dass es zu dieser sehr guten Lösung der Sozialpartner und der entsprechenden Verordnung der Regierung gekommen ist. Ich danke allen Beteiligten für Ihre Bemühungen. Es gibt nun eine klare und praktikable Regelung für die Bauwirtschaft und die Menschen, die in dieser Branche beschäftigt sind.
Das ist aus meiner Sicht die absolut richtige Vorgehensweise, um das gesundheitliche Risiko zu minimieren und so auch der Arbeitgeber anhand der Vorgaben seiner Fürsorgepflicht nachkommen kann. Wir haben uns in diesem Sinne auch bereits von Anfang an so organisiert, sodass wir innerhalb der schwierigen Randbedingungen unseren Baustellenbetrieb vergleichsweise rasch wieder aufnehmen können.
Die Prüfung, ob und bei welchen Baustellen die Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden können ist bereits erfolgt und wir haben die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen, um einen überwiegenden Teil des Baustellenbetriebes wieder aufnehmen zu können.

Wie gehen Ihre Mitarbeiter mit der aktuellen Situation um? Sind sie mit dieser Regelung zufrieden?

Stefan Graf: Ich bin sehr stolz auf meine Mitarbeiter und ihre großartige Einstellung in dieser schwierigen Zeit. Ich nehme beim Großteil schon eine gewisse „Zufriedenheit“ wahr, sofern von Zufriedenheit überhaupt sprechen kann – ich spreche eher von „Orientierung“. 
Natürlich ist noch immer ein großes Maß an Unsicherheit vorhanden und auch ein Spannungsfeld: Zum einen der Schutz der Mitarbeiter und zum anderen die Weiterführung des Baustellenbetriebes – beides waren bzw. sind klare Anforderungen der Regierung.
Es gilt, ein gutes Gleichgewicht zu finden und wir besprechen mit unseren Auftraggebern individuell und gewohnt partnerschaftlich die weitere Vorgehensweise, ob die Handlungsanweisung in puncto Transport, Schutzmaßnahmen, Bauarbeitenkoordination, Unterbringung usw. umsetzbar ist.

Um die Schutzmaßnahmen einzuhalten bedarf es einer Reorganisation der Baustelle. Wie sieht die Umsetzung in der Praxis aus?

Stefan Graf: Natürlich bedeuten die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen auch einen höheren logistischen Aufwand, aber die Gesundheit unserer Mitarbeiter hat höchste Priorität. Es sind beispielsweise mehr Fahrzeuge für den Transport der Mitarbeiter zur Baustelle aufgrund der vorgeschriebenen Mindestabstände erforderlich. Oder auch bestimmte Arbeitsabläufe müssen umgestellt werden, um die Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter vor Ort so gering wie möglich zu halten.
Sonst ist eher die Lieferkette das Problem. Das wird sich allerdings einspielen und diese schwierigen Randbedingungen für eine gewisse Zeit zu einer Art „Normalität“ werden müssen.

Gibt es bei Masken und Desinfektionsmittel Engpässe?

Stefan Graf: Ja, es gibt leider Lieferverzüge bei der Beschaffung von Schutzmasken jeglicher Qualitätsstufe. Daher ist eine sehr gute interne Koordination gefragt. Bei Arbeiten im Freien reicht laut Handlungsanleitung ein Mund-Nasen-Schutz, den wir nun vorwiegend bei regionalen Anbietern beziehen, um unsere Mitarbeiter bestmöglich zu schützen.

In wie weit werden die Bauarbeiten dadurch behindert?

Stefan Graf: Die Engpässe bei der Versorgung von Schutzmasken oder Desinfektionsmitteln haben natürlich Auswirkungen auf den Baustellenbetrieb, da die Vorgaben gemäß der Handlungsanleitung nicht umsetzbar wären. Wenn nicht ausreichend Schutzmasken zur Verfügung stehen, dann darf nicht gearbeitet werden und die Baustelle muss vorübergehend geordnet heruntergefahren werden.

Wie lange denken Sie, werden diese Schutzmaßnahmen zum Baustellenalltag gehören?

Stefan Graf: Das ist absolut nicht abschätzbar. Wir werden sehen, was kommt. Ich gehe jedenfalls von 4 bis 8 Wochen aus. Im Worst Case auch deutlich länger, je nachdem wie sich die Infektionsrate verändert und die Randbedingungen durch die Regierung gesetzt werden. Die weitere Vorgehensweise liegt nur bedingt in unserer Macht. Wir können uns nur bestmöglich unter den gegebenen Randbedingungen aufstellen und müssen agil bleiben. Wir evaluieren praktisch täglich neu die Situation.
Wir setzen dabei auf unsere zentralen Kompetenzen: Hohe Fokussierung, Kreativität, Proaktivität, Mut zur Entscheidung, Disziplin und umfangreiche Kommunikation.

Autor/in:
Sonja Meßner
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