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Umsatzsteuer

16.12.2015

Noch ein Stück Gegenfinanzierung – aber vielleicht betrifft es Sie ja nicht!

Wenn Sie mit Kunst & Kultur, mit Sport, Kunstgegenständen & Antiquitäten nichts am Hut haben, niemals auf Urlaub fahren, keine Thermen, Schwimm­bäder, Zoologische Gärten oder Naturparks besuchen möchten – Tiere und Pflanzen kommen Ihnen auch nicht ins Haus – dann sind Sie als Konsument tatsächlich nicht betroffen! Als Unternehmer sollten Sie nicht in einer dieser Branchen tätig sein bzw. weder als Einkäufer noch Zulieferer fungieren – sonst hat es Sie voll erwischt.

Gewisse Lieferungen, sonstige Leistungen und Einfuhren, die bisher dem ermäßigten Steuersatz von 10% unterlagen, sollen zukünftig mit 13% besteuert werden.

Dies betrifft z. B. Einfuhr und Lieferung von

  • lebenden Tieren
  • Futtermitteln
  • Pflanzen
  • Holz
  • Kunstgegenstände wie z.B. Gemälde, Antiquitäten, die mehr als 100 Jahre alt sind

aber auch die

  • Beherbergung in „eingerichteten Wohn- und Schlafräumen“, also Hotel, Frühstückspension, – Almhütte?

sowie Umsätze in Verbindung mit dem Betrieb von

  • Schwimmbädern
  • Zoologische Gärten und Naturparks
  • Theatern
  • Filmvorführungen

und alle Umsätze von

  • Künstlern.

Um die Kultur nicht schlechter zu stellen als den Sport werden auch „Eintrittsberechtigungen für sportliche Veranstaltungen“ künftig den „ermäßigten“ Steuersatz von 13% haben.

Man kann natürlich sagen, „drei Prozentpunkte“, das kann doch einem Unternehmen nicht wirklich Probleme bereiten, aber am bisherigen Steuersatz gemessen ist es eine immerhin 30%-ige Erhöhung! Auch kein Trost für Weinbauern, deren Umsatzsteuersatz von bisher 12% für Ab-Hof-Verkauf ebenfalls auf 13% steigt.

All diese Erhöhungen sollen mit 01.01.2016 in Kraft treten, der Tourismus bekommt noch eine extra Schonfrist bis 01.04.2016.

Übergangsregelung:

Wird der Aufenthalt (Beherbergungsbetriebe) nach dem 1. April 2016 bis 31. August 2015 zur Gänze vorausbezahlt kommen noch die 10% zum Tragen. Für ebenfalls bis 31. August 2015 zur Gänze bezahlte Karten für kulturelle Veranstaltungen, die erst nach dem 1. Jänner 2016 stattfinden, werden nur 10% Umsatzsteuer in Ansatz gebracht.

Also Urlaub buchen, Theaterkarten-Abo verlängern – und vor allem bezahlen.

Einzig erfreulich: Bei Ist-Versteuerern soll ein Überrechnungsantrag als Zahlung gewertet werden und somit zu keinen Problemen mehr führen. Zur Erinnerung: Bei Ist-Versteuerern ist ja die Zahlung (einer Rechnung) Voraussetzung für den Vorsteuerabzug.

Rat & Tat-Steuerberater, Kanzlei Jupiter
www.jupiter.co.at

Dr. Michael Kowarik 
www.kowarik.at 

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