Direkt zum Inhalt
ANP-Systems: v.l. Harald Fuschlberger, Christian Lederer (beide GF) und   Stefan Langer.Bauer Spezialtiefbau: Peter Außerlechner (GF. l.) und Erwin Girsch (r.) mit dem Gewinner der Miniatur-Baumaschine.Bauzeitung-Verkaufsleiterin Birgit Wilheim, Reinhard Kuna (Mapei), Hannes Wallner (Bilfinger Bauleiter).DSI: Markus Hude (Sale-Engineer Geotechnics).Grund,- Pfahl, und Sonderbau: Klemens Debevec (Akquisition/Kalkulation Sonderbau).Die strahlenden Grundbaupreis-Sieger Johannes Pistrol (TU Wien) und Franz Tschuchnigg (TU Graz) mit Dietmar Adams (TU Wien) Heinz Brandl und Andreas Körbler (Keller Grundbau).HKL Baumaschinen: Anita Müllner (Marketing) und Walter Gröbl (Mietstationsleiter).i+R Spezialtiefbau: Prokurist Andreas Hugelhofer.Liebherr: Michael Rajek (Technischer Berater / Einsatzleiter) und Peter Quasthoff (Project Enigneer).Mapei Betontechnik: Monika Schweighofer (Marketing, r.) und ihr Team.Rehau: Michael Seemann (Business Team Tiefbau) u. Markus Böhm (Vertrieb Biogas und Geothermie Österreich).IBS GmbH: Christian Strasser (Gebietsverkaufsleiter Sennebogen), Johann Amsis (Vertrieb IBS GmbH) und Michael Schauer (Leiter Niederlassung Österreich IBS GmbH).Stump: Martin Glück (Bauführer), Brigitte Stump und Reto Stump (CEO Stump).Texplor Austria GmbH: die Geschäftsführer Ernst und Barbara Geutebrück.

Viel Neues aus der Tiefe

15.02.2013

Am 24. und 25. Jänner versammelte sich die heimische Geotechnikbranche in der Messe Wien, um sich im Rahmen der Österreichische Geotechniktagung und der Fachausstellung „Grund- und Brunnenbau“ über die neuesten Forschungsergebnisse und Branchennews auszutauschen.

Vor der Macht der Gewohnheit ist niemand gefeit, und so stand am 24. Jänner der eine oder andere Besucher der Östereichischen Geotechniktagung und der Fachausstellung „Grund- und Brunnenbau“ vor dem Austria Center Vienna und wunderte sich über die verschlossenen Türen. In diesem Jahr fand der „Branchentreff der heimischen Bohr- und Brunnenbau­unternehmen zum ersten Mal im zwei Kilometer Luftlinie entfernten Congress Center der Messe Wien statt. „Der Standortwechsel bedeutet für die Fachausstellung einen wichtigen Schritt in eine erfolgreiche Zukunft“, betonte Günter Reiser, ehemaliger Geschäftsführer der Vereinigung Österreichischer Bohr-, Brunnenbau- und Spezialtiefbauunternehmungen, der sich im Rahmen der Veranstaltung in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedete. 

Nicht nur die Organisatoren, auch Aussteller und Besucher zeigten sich vom neuen Standort begeistert. „Für die Fachausstellung ist es eine deutliche Verbesserung, da die Ausstellungs­fläche übersichtlicher und kompakter ist“, betonte Reto Stump, der auch in diesem Jahr aus der Schweiz angereist war, um seine Entwässerungsmethoden zu präsentieren. Peter Außerlechner, Geschäftsführer bei Bauer Spezialtiefbau, war bereits bei der ersten Fachausstellung Grundbau im Lehrbauhof Guntramsdorf dabei: „Es ist toll, wie sich diese Veranstaltung im Laufe der Jahre entwickelt hat. Auch der Zwei-Jahres-Rhythmus hat ihr gut getan. Es ist neben dem Vedder-Kolloquium der Branchentreff für die Brunnen-, Bohr- und Spezialtiefbauunternehmen, und wir nutzen die Veranstaltung auch, um Kunden und Partner nach Wien einzuladen.“

Wasser im Boden

Angeschlossen an die Fachausstellung fand auch in diesem Jahr die Österreichische Geotechniktagung statt. Dietmar Adam, Professor am Institut für Geotechnik der Technischen Universität Wien, ist seit der ersten Geotechniktagung 1997, die damals noch im Ingenieurhaus in der Eschenbachgasse stattgefunden hat, in die Tagungsorganisation eingebunden und führte auch dieses Mal durch die Veranstaltung. 

Das Niveau der Vorträge war wie gewohnt hoch, mussten doch alle Einreichungen die strengen Auswahlkriterienvon Prof. Adam und seinem Team bestehen. Als Schwerpunkt der beiden Vortragstage wurde das Thema „Wasser im Boden“ gewählt. „Einerseits stellen Bauwerke im Grundwasser eine besondere Herausforderung für Planung und Ausführung dar, andererseits kann und soll Wasser mehr und mehr für innovative Energiesysteme der Zukunft genutzt werden“, begründete Adam die Entscheidung für diesen Themenschwerpunkt. Nicht zum ersten Mal wurde der Fokus auf einen Teilbereich des Spezialtiefbaus gelegt. „Seit der ersten Geotechniktagung im Jahre 1997 hat sich viel geändert, nicht nur der Standort, sondern auch die Veranstaltung selbst. In den ersten Jahren gab es noch keine Themenbeschränkungen, um eine große Bandbreite von geotechnischen Fragestellungen abdecken zu können. Als Initial war das gut und richtig so, um einen möglichst großen Personenkreis anzusprechen“, meinte Dietmar Adam. „In den letzten Jahren erfolgte eine Schwerpunktsetzung bei den Themen, da das mittlerweile sehr breit gestreute Fachgebiet der Geotechnik in einer zweitägigen Konferenz nicht mehr vollständig abgedeckt werden konnte.“

Die Leitung der thematisch gegliederten Vortragsblöcke wurden in diesem Jahr von heimischen Branchenexperten wie Peter Tschernutter (TU Wien, Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie), Gerhard Sochatzy (MA 29, Leiter der Abteilung Brückenbau und Grundbau), Eduard Falk (Managing Director Keller Holding GmbH), Alois Schedl (Vorstandsvorsitzender Asfinag) und Gastgeber Dietmar Adam übernommen. Der letzte Vortragsblock unter der Leitung von Alfred Sebl-Litzlbauer (Vorstandsmitglied Porr Bau GmbH) war internationalen Projekten gewidmet und rückte die Geotechnik als Basis für jedes Bauvorhaben ins Rampenlicht. 

Prominenter Gastredner

Eines der Highlights war auch in diesem Jahr die Vienna Terzaghi Lecture, die vor mittlerweile 85 Jahren mit Karl von Terzaghi ihren Ausgang nahm. Nachdem vor zwei Jahren Heinz Brandl als erstem Österreicher die Ehre zuteil wurde, lud man in diesem Jahr Rolf Katzenbach, Professor an der Universität Darmstadt und Direktor des TU Darmstadt Energy Centers zur Lecture. 

Katzenbach machte sich in den 1970er-Jahren vor allem durch seine Untersuchungen von Hochhausgründungen in Raum Frankfurt am Main einen Namen. Zudem setzte er in den vergangenen Jahrzehnten dank seiner interdisziplinären Betrachtungsweisen immer wieder prägende Akzente in der Forschung, die weit über den Rahmen der Geotechnik hinausgingen. Weniger interdisziplinär, dafür aber umso technischer war sein Vortrag „Die mechanische und thermische Wirkung des Wassers im Boden – Bodenmechanik, Geothermie und Fluidmechnanik“ auf der Geotechniktagung. Darin setzte er vor allem den Fokus auf die Modellierung und die zugehörige Modellbildung der thermischen und mechanischen Wirkung des Wassers im Boden. 

Nachwuchs ausgezeichnet

Von Anfang an schon Tradition, wurde auch auf der diesjährigen Tagung der Geotechnik-Nachwuchs mit dem Grundbaupreis ausgezeichnet. Das Ziel der vom Österreichischen Nationalkomitee der Internationalen Gesellschaft für Bodenmechanik und Geotechnik (ISSMGE) verliehenen Auszeichnung ist die Förderung von wissenschaftlichen Erkenntnissen auf dem Gebiet der Geotechnik.

Franz Tschuchnigg, am Institut für Bodenmechanik und Grundbau an der TU Graz, schlug dabei bereits zum zweiten Mal zu. Nachdem er 2007 bereits mit seiner Dipolmarbeit „3D FE-Berechnungen einer Plattengründung auf Rüttelstopfverdichtung“ auf dem zweiten Platz landete, erhielt er in diesem Jahr den mit 3.000 Euro dotierten ersten Preis. Der zweite Preis und damit 1.500 Euro gingen an Johannes Pistrol vom Institut für Geotechnik an der TU Wien. Auch in diesem Jahr wurde der Grundbaupreis von Keller Grundbau gestiftet. Andreas Körbler, Keller Grundbau, über­gab die Auszeichnung an die beiden strahlenden Preisträgern.

Networking auf der Fachausstellung

Zwischen den Vorträgen nutzten die Tagungsteilnehmer sowie die Besucher der Fachausstellung die Gelegenheit, sich bei den ausstellenden Firmen über die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet des Grund- und Spezialtiefbaus zu informieren. Neben dem fachlichen Ausstausch waren auch die angeregten Branchengespräche bei einem guten Glas Wein den Besuch der Fachhausstellung wert. „Die Geotechniktagung und die Fachausstellung sind ein Fixpunkt in der Tiefbaubranche und immer wieder eine gute Gelegenheit, sich über aktuelle Projekte und Probleme auszutauschen“, betonte Hannes Wallner, Bauleiter bei Bilfinger. Trotz fehlender Investitionen in Infrastrukurprojekten war die Stimmung überraschend gut. Gejammert wurde auf kaum einem Stand, und die Unternehmen zeigten sich weiterhin zuversichtlich, auch wenn das kommende Jahr durchaus als Herausforderung gesehen wird. 

Eine weitere gelungene Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und Networken bot die Ausstellerparty am Abend des ersten Kongresstages, zu der in diesem Jahr die Porr Bau GmbH in das Lokal Luftburg einlud. In entspannter Atmosphäre ließen die Tagungsteilnehmer und Fachausstellungsbesucher den ersten Tag ausklingen.

Autor/in:
Sonja Meßner
Werbung

Weiterführende Themen

News
30.10.2013

Am 14.11. findet in Graz das Seminar „Technische und zwischenmenschliche Havarien im Spezialtiefbau und in der Geotechnik“ statt. Damit will die VÖBU einen Impuls für die Branche liefern.

News
04.03.2011

Aufbruchstimmung war bei der 7. Fachausstellung „Grundbau – Brunnenbau“ und der 8. österreichischen Geotechniktagung zu spüren. Wissenserweiterung, Fachaustausch und Networking standen im ...

News
25.10.2010

Was ist Geotechnik, und wer sind die bekannten Brücken-, Tunnel- und Kraftwerksbauer Österreichs? Diesen Fragen widmete sich die „Hietzinger Kulturbildungsinitiative“ in Zusammenarbeit mit der ...

News
28.05.2010

Die Vorteile, Geotechnikexperten in jedem Bauprojekt bereits in der Planungsphase miteinzubeziehen, sind ­vielfältig und nachhaltig, wie Dietmar Adam, Professor für Geotechnik, TU Wien, im ...

News
25.04.2007

Besonders an Straßen mit Salzstreuung ist die Lebensdauer begrünter Lärmschutzbauten begrenzt. Gabionen mit extrem langer Lebensdauer stellen hier eine optisch attraktive Alternative zu anderen ...

Werbung