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„Die Problematik ist, dass der Aufgaben­bereich für Schalungsbauer auf der Baustelle immer größer und vielfältiger wird.“ Christian Sorko, Geschäftsführer Peri Österreich„Schalungshersteller sind auch gefordert, möglichst selbsterklärende und einfach handhabbare Produkte zu entwickeln.“ Walter Schneeweiss, Geschäftsführer Doka ÖsterreichWir beobachten bei mittelständischen Bau­unternehmen eine Rückkehr zu dem gesunden Prinzip, ‚Kompetenz an Bord‘ zu haben.“ Gerhard Wagner, Geschäftsführer Meva Österreich„Regelmäßige, systematische Schulungen - gerade im Bereich Neuheiten – sollten eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.“ Gerald Schönthaler, Geschäftsführer Harsco Infrastructure Austria„Die Problematik ist, dass der Aufgaben­bereich für Schalungsbauer auf der Baustelle immer größer und vielfältiger wird.“ Christian Sorko, Geschäftsführer Peri Österreich„Schalungshersteller sind auch gefordert, möglichst selbsterklärende und einfach handhabbare Produkte zu entwickeln.“ Walter Schneeweiss, Geschäftsführer Doka ÖsterreichWir beobachten bei mittelständischen Bau­unternehmen eine Rückkehr zu dem gesunden Prinzip, ‚Kompetenz an Bord‘ zu haben.“ Gerhard Wagner, Geschäftsführer Meva Österreich„Regelmäßige, systematische Schulungen - gerade im Bereich Neuheiten – sollten eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.“ Gerald Schönthaler, Geschäftsführer Harsco Infrastructure Austria

Von Schalungen und Schulungen

26.06.2014

Die Ansprüche der Architekten werden höher, Aufgabenstellungen auf der Baustelle komplexer – können Schalungsbauer da mithalten? Wir haben vier Schalungshersteller befragt. 

 

Fachkräftemangel und Nachwuchssorgen sind in der Baubranche leider gang und gäbe. Schulungen und Weiterbildungsangebote können hier Abhilfe leisten – aber nur wenn diese auch wahrgenommen werden. 

Gute Produkte reichen nicht, auch die Ausführung muss stimmen. Wie ist es um das Know-how der Schalungsbauer in Österreich bestellt?GERHARD WAGNER: Das ist sehr unterschiedlich. Wir sehen bei unserer technischen Projektbetreuung einen Anstieg der Anfragen nach intensiver Planung und Betreuung sowohl in der Anzahl als auch in der Komplexität der Anforderungen. Wir müssen mit unseren Technikern und Schalmeistern Unterstützung erbringen, weil die Kompetenz in den unterschiedlich besetzten Schalungsteams nicht ausreicht. Andererseits beobachten wir bei mittelständischen Bauunternehmen eine Rückkehr zu dem Prinzip, „Kompetenz an Bord“ zu haben. Hier unterstützen wir durch Schulung und Briefings.

GERALD SCHÖNTHALER: Wir arbeiten eng mit den Schalungsbauern der ausführenden Unternehmen zusammen. Das fördert den Wissenstransfer. Außerdem bieten wir gezielt Seminare und Trainings an. Deshalb ist nach meiner Einschätzung das Wissen bei den ausführenden Unternehmen auf einem guten Niveau.

WALTER SCHNEEWEISS: Unsere Mitarbeiter erleben auf den österreichischen Baustellen viele erfahrene, geschickte und motivierte Schalungstechniker, die sich als professionelle Anwender unserer Produkte zeigen und großartige Bauwerke realisieren. 

CHRISTIAN SORKO: Die Schalungsbauer auf Österreichs Baustellen sind fachlich kompetent und gut ausgebildet. Die Problematik ist meiner Ansicht nach jedoch, dass ihr Aufgabenbereich immer größer und vielfältiger wird. Hier muss angesetzt werden. 

Wo gäbe es Ihrer Meinung nach Verbesserungspotenzial?
WAGNER: Das ist eine große Frage. Um den Bogen weit zu spannen: Es ist ein Umdenken und Handeln in der ganzen Wertschöpfungskette am Bau erforderlich. Letztlich sind alle Baubeteiligten gefragt, nach fairen Spielregeln – vor allem was den Preis betrifft – zu spielen, um das Prinzip „leben und leben lassen“ wieder in die Bauwirtschaft bringen. Das ist nur mit einem Anspruch an Kompetenz zu erzielen, mit Wissen und Können im eigenen Unternehmen. Wenn man nur noch als Fremddienstleister handelt und Leistungen weiterreicht, ist man ganz schnell in einer Preisspirale, in der man immer weiter runter in der Nahrungskette rutscht. 

SCHNEEWEISS: Auch wir als Schalungsanbieter sind gefordert, möglichst selbsterklärende und einfach handhabbare Produkte anzubieten und praxisorientierte Produktinformationen in verschiedenen Sprachen zur Verfügung zu stellen.

SORKO: Eine Möglichkeit, das Niveau weiter zu heben, wäre durch eine intensivere Kooperation mit den Bildungseinrichtungen. Das gilt für Landesberufsschulen und HTLs genauso wie für Universitäten. Zudem können die bereits existierenden laufenden Schulungen von Herstellern für Anwender zusätzlich intensiviert werden. 

SCHÖNTHALER: Regelmäßige, systematische Schulungen der Schalungsbauer müssten viel selbstverständlicher werden. Ich halte es für absolut notwendig, dass sie einmal im Jahr gezielt zu den Neuheiten in der Branche geschult werden. Das sollte eine Selbstverständlichkeit werden.

Beinahe alle Schalungshersteller bieten Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen für Unternehmen an. Wie werden diese angenommen?
SORKO: Wir bieten in Österreich schon seit einiger Zeit Schulungen an. Die Anwender sind auch in Bezug auf Weiterbildung sehr aufgeschlossen, soweit es ihr Zeitrahmen zulässt.

SCHÖNTHALER: Derzeit richten wir ein Schulungs- und Trainingszentrum in Österreich ein, um noch besser als bisher Weiterbildungen anbieten zu können. Noch arbeiten wir in diesem Bereich eng mit unserer deutschen Schwestergesellschaft zusammen, die ein interessantes Schulungsangebot zu Schalungs- und Gerüstthemen offeriert. Diese Trainings werden von unseren Kunden sehr gut angenommen.

WAGNER: Wir ziehen alljährlich mit unseren Schalungsseminaren durchs Land und bieten für unterschiedliche Professionen – vom Geschäftsführer und Einkäufer bis zum Bauleiter und Polier – abgestufte Weiterbildungen an. Das Handicap hier ist mangelnde Zeit, weil die Teams ja arbeiten müssen. Die Resonanz ist jedoch gut. Den größten Einsatz für Qualifikation und Training erbringen wir bei der Projektbetreuung und auf der Baustelle.

SCHNEEWEISS: Unsere Referenten vermitteln aktuelles Wissen im Ortbetonbau vom Einfamilienhaus bis zum Hochhaus und vom Fundament bis zur Decke. Die Seminarinhalte werden ständig aktualisiert und um Innovationen und Trends auf dem Schalungssektor erweitert und können individuell auf den Schulungsbedarf der Baufirmen abgestimmt werden. Themen wie Brückensanierung, Sichtbeton oder Sicherheit auf den Baustellen sind derzeit sehr gefragt.

Leidet die Schalungsbaubranche unter Nachwuchssorgen?
WAGNER: Ja. Aber da ist die Branche nicht allein, und wie immer sind die Probleme hausgemacht. Vor Jahren galt eine Karriere am Bau als zukunftssicher und anspruchsvoll. Dann ist durch schlechtes Marketing der Ruf der Branche in den Sumpf gefallen. Missmanagement, Misswirtschaft, Korruption, Pleiten, Pech und Pannen – da gerät eine Branche in Verruf. Heute muss die Branche mühsam Personal importieren, um über die Runden zu kommen. Wir sind hier insoweit außen vor, als dass wir als inhabergeführtes Familien­unternehmen eine andere Arbeitsplatzpolitik betreiben. Wir sind für Bauingenieure im Berufs- oder Quereinstieg attraktiv. 

SORKO: Die Nachwuchsproblematik ist natürlich da. Für Unternehmen wäre es sinnvoll, in den eigenen Nachwuchs zu investieren und selbst auszubilden. Dazu gehört aber auch, Aufstiegs­chancen zu bieten. 

SCHÖNTHALER: Definitiv. Seit einigen Jahren scheiden mehr Fachkräfte altersbedingt aus dem Beruf aus, als Lehrlinge aufgenommen werden. Außerdem gibt es eine nennenswerte Zahl von gutausgebildeten Fachkräften, die nach einigen Jahren die Branche wechseln. Dieses Thema wird uns sicherlich zukünftig begleiten.

Autor/in:
Sonja Meßner
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