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Welcher Dämmstoff ist der richtige?

06.09.2013

Welchen Stellenwert die Dämmung beim Bauen einnimmt, lässt sich anhand einer Zahl gut veranschaulichen: 40 Prozent des Energieverbrauchs in Europa gehen in die Beheizung von Gebäuden und Warmwasseraufbereitung. 

Franz Roland Jany Geschäftsführer GDI

Kommentar

Damit ist Wärmedämmung nicht nur die wichtigste Energieeffizienzmaßnahme bei Gebäuden: Sie unterstützt auch die Versorgungssicherheit – denn Energie, die man nicht braucht (weil eingespart), muss auch nicht erzeugt oder importiert werden. „Aber welcher Dämmstoff ist denn nun der richtige“, fragen sich viele Hausbauer. 

Zuerst etwas Grundlegendes: Es gibt drei Arten von Dämmmaterialien – künstlich-organische, etwa Polystyrol, besser bekannt als Styropor; künstlich-anorganische, wie Mineralfasern (Glas- und Steinwolle), Perlite, Blähton und Schaumglas. Und es gibt nachwachsende Dämmstoffe wie z. B. Flachs, Zellulose, Kork, Holzfasern, Kokosfasern, Stroh, Hanf oder Schafwolle, auch bekannt als „Nawaro“. 

Nawaros sind land- und forstwirtschaftliche Stoffe und biogene Abfallstoffe, die zur Herstellung von hochwertigen Dämmstoffen genutzt werden können. Als Schutz vor Schädlings- und Schimmelbefall oder Brandschutz werden allen Nawaros Borsalze, Soda oder Zement zugesetzt. Für die Verarbeitung und zur Formstabilität werden bei einigen Nawaros auch synthetische Fasern eingesetzt. Die Herstellungsenergie wird nach wenigen Wochen bis Monaten durch die eingesparte Heizenergie kompensiert. Die Dämmwirkung (Wärmeleitfähigkeit und Dämmdicke) ist entscheidend für die Gesamtbilanz. 

Letztlich hängt die Wahl der Dämmung aber davon ab, in welchen Bauteilen sie eingesetzt wird, wie hoch die Kosten sind, und letztendlich von der subjektiven Einstellung des Anwenders zu Nawaros. Nachteile der Nawaros: Sie sind heute und in Zukunft noch empfindlich teurer als konventionelle Dämmstoffe; ihr Marktanteil beträgt heute und wahrscheinlich in naher Zukunft rund fünf Prozent des Gesamtmarkts. Es ist zu empfehlen, sich durch unabhängige Fachexperten oder Energieberater informieren zu lassen. Im Zeitalter des Internets kann man durchaus auch selbst durch das WWW surfen und auf eigene Faust Informationen einholen.

Eines gilt jedenfalls: Die Dicke der Dämmung bestimmt für die kommenden Jahrzehnte maßgeblich den Heizenergieverbrauch. Wenn die Dämmung fachgerecht verarbeitet ist, hält sie ein ganzes „Gebäudeleben“ lang. 
Noch ein wichtiger Hinweis – Stichwort Qualitätssicherung: Verarbeitungs- und Qualitätsrichtlinien geben die Sicherheit, dass die Dämmung richtig und fehlerfrei verarbeitet wird. Denn ein Monitoring (Soll/Ist-Vergleich durch Messung der Verbräuche) und eine Wärmebildfotografie decken Verarbeitungsfehler auf. 

Zusammengefasst also: informieren, vergleichen, Fachmeinungen einholen und Qualitätssicherung vereinbaren. So stehen geringen Heizkosten, Wohnzufriedenheit und einer ökologischen Optimierung (Kennwert: OI3-Index) nichts mehr im Wege – mit Nawaro oder konventionellen Dämmstoffen – Hauptsache, die Dämmwirkung und Ausführung stimmt!

Autor/in:
Franz Roland Jany
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