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Wen betrifft die Registrierkassenpflicht?

15.12.2015

Expertise: Ist die Registrierkassenpflicht überhaupt auf Ihren Betrieb anwendbar? Es gibt Ausnahmen, der Einsatz der Registrierkasse lässt sich vermeiden

Kurz vor Jahresende wage ich wieder einen Ausblick auf das Jahr 2016, welches für uns Unternehmer wieder einige steuer- und abgabenrechtliche Änderungen mit sich bringt. Heiß diskutiert wird momentan die Registrierkassenverordnung. Ab 1. 1. 2016 sind ja alle Betriebe, die eine Jahresumsatzgrenze von EUR 15.000,00 und die Barumsatzgrenze von EUR 7.500,00 überschreiten, verpflichtet, ihre Barumsätze einzeln, mit einer elektronischen Registrierkasse aufzuzeichnen.

Betroffen sind also alle Land- und Forstwirte, die Gewerbebetriebe und die selbstständige Arbeit!

Hier empfehle ich Ihnen, die aktuellen Umsatzgrenzen des Jahres 2015 zu überprüfen. Damit stellen Sie in einem ersten Schritt fest, ob die Neuregelung überhaupt für Ihren Betrieb anzuwenden ist. Beachten Sie unbedingt die Ausnahmeregelungen. Denn der Einsatz der Registrierkasse lässt sich vermeiden. Wie sorge ich als Unternehmer also vor? Sofern es die Art Ihres Betriebe bzw. Ihrer Tätigkeit zulässt, können Sie auf sogenannte Zielumsätze umstellen. Das bedeutet, dass Ausgangsrechnungen gestellt werden und ausnahmslos mittels Banküberweisung bezahlt werden. Denn wenn Sie Ihren Kunden ab dem neuen Jahr nur mehr Ausgangsrechnungen zusenden und fast gänzlich auf das Einheben von Barbeträgen verzichten, sind Sie nicht mehr verpflichtet, eine Registrierkasse anzuschaffen. Behalten Sie nur die Barumsatzgrenze von EUR 7.500,00 im Auge!

Kann die Ausnahmeregelung in Ihrem Betrieb nicht umgesetzt werden, sollten Sie sich mit einem Kassenhersteller für die praktische Umsetzung in Ihrem Betrieb zusammensetzen. Mittlerweile gibt es zusätzlich zur stationären Lösung auch tolle Onlinekassensysteme. Welches Kassensystem das optimale ist, hängt von der Art Ihres Betriebes ab. Zusätzlicher Tipp zur Kosten- und Ablaufoptimierung: Stimmen Sie Ihre Registrierkasse mit Ihrer Buchhaltung ab! Das erleichtert Ihnen künftig die Arbeit und kann auch Buchhaltungskosten einsparen. Binden Sie dementsprechend Ihren Steuerberater bzw. Buchhalter in den Entscheidungsprozess mit ein. Bei der Umsetzung ist ein besonderes Augenmerk auf die handelsübliche Bezeichnung Ihrer Waren zu legen. Waren und Dienstleistungen müssen eindeutig identifiziert werden können.

Und last, but not least: Überlegen Sie auch den richtigen Anschaffungszeitpunkt. Für die Anschaffung kann eine steuerliche Prämie in Höhe von EUR 200,00 geltend gemacht werden. Die Umrüstungskosten können im Jahr des Aufwandes sofort in voller Höhe als Betriebsausgabe abgesetzt werden. 

Author: Christiane Holzinger

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