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„Wenn ich einen schlechten Tag hatte, gehe ich etwas verkaufen“: Otto Ordelt, Geschäftsführer Knauf Österreich.„Wenn ich einen schlechten Tag hatte, gehe ich etwas verkaufen“: Otto Ordelt, Geschäftsführer Knauf Österreich.

Zum Erfolg verdammt

03.03.2014

Verkaufen war immer seine Stärke, und selbst heute als Geschäftsführer geht Otto Ordelt an schlechten Tagen zum Ausgleich auf Kundentermine.

Im vergangenen Jahr feierte der Grandseigneur der Trockenbaubranche, wie er gerne in Medienberichten bezeichnet wird, sein Zehn-Jahr-Jubiläum als Geschäftsführer von Knauf Österreich. Heuer steht bereits der nächste Grund zum Feiern an – 33 Jahre Firmenzugehörigkeit beim österreichischen Baustoffhersteller. Ein Schnapszahl-Jubiläum sozusagen. Dabei hatte Otto Ordelt in seiner Jugend mit der Baubranche im Allgemeinen und Baustoffen im Speziellen nichts am Hut. „Ich hatte keinen Bezug zum Bau, nur zum Verkaufen. Das war auch der Punkt, der mich bewogen hat, in den Vertrieb zu gehen. Ich war damals schon der Überzeugung, dass Verkaufen eine meiner Stärken ist – und dieser Überzeugung bin ich heute noch immer“, schmunzelt der gelernte Ver­s­icherungskaufmann. Es war der Wunsch nach einem größeren Wirkungskreis, der ihn in die Baustoffindustrie und schlussendlich zu Knauf verschlagen hat. „Bei Versicherungen ist das Tätigkeitsfeld regional eher begrenzt, das hat mich von Anfang an gestört. In der Baubranche sei der Blick über die Grenzen hinaus einfacher, dachte ich.“ 

Zeit nehmen und zuhören
Als eine der spannendsten Zeiten in seiner Laufbahn beschreibt Ordelt den Aufbau der Niederlassung in Ungarn. „Ich wollte mehr Verantwortung tragen und selbst etwas auf die Beine stellen, und mein damaliger Chef Manfred Winkler sagte zu mir: ‚Fahren S’ nach Ungarn und probieren S’ einmal‘“, erinnert sich der 57-Jährige zurück. Das Vertrauen seines langjährigen Mentors ist etwas, das ihn in seiner gesamten Berufslaufbahn entscheidend geprägt hat. „Sein Führungsstil lautete ‚Mache, und wenn du ein Problem hast, helfe ich dir.‘ Solange man vernünftige Ergebnisse ablieferte, hatte man relativ freie Hand.“ Diese Herangehensweise sei in Zeiten der Globalisierung jedoch nicht mehr so einfach möglich. „Heute sind wir weltweit tätig, wo die Strukturen zentral gesteuert werden, sonst kommt es zu 100 Parallelentwicklungen“, so Ordelt. 

Auch wenn sich das Unternehmen über die Jahre durch das Wachstum verändert hat, zählen für Ordelt noch immer dieselben Werte wie zu Beginn. „Ich hoffe, dass meine Mitarbeiter mich als gerechten Chef wahrnehmen, der die Knauf-Werte wie Menschlichkeit, Partnerschaft und Unternehmertum lebt und uns als Gesamtunternehmen weiterbringt.“ Gerecht zu sein bedeutet aber auch, sich Zeit zu nehmen und zuzuhören. Und das macht Ordelt, wie seine Mitarbeiter bestätigen – egal ob es Mitglieder der Führungsebene oder Produktionsmitarbeiter betrifft. „Wir sind ein Familienunternehmen, und das spiegelt sich auch im Führungsstil wider. Mit einigen Kollegen – egal aus welchen Abteilungen – bin ich außerdem noch seit meiner Anfangszeit bei Knauf per Du.“

Was sich in den vergangenen fünf Jahren bei ihm allerdings eingeschlichen hat, sei eine gewisse Unerbittlichkeit, wenn es um Kosten gehe, gibt Ordelt zu. „Manchmal muss man als Chef auch Maßnahmen treffen, die nicht so populär sind.“ Das sei zwar nicht schön, aber auch nicht zu ändern.

Über Erfolg und Erholungskunden 
Richtig abzuschalten sei bei solchen Themen schon schwierig, räumt der Österreich-Geschäftsführer ein. „Das liegt aber nicht an der aktuellen Entwicklung der Baubranche, das war vorher auch schon so.“ Wenn er allerdings einen schlechten Tag hat, dann geht er noch manchmal verkaufen. „Jeder Vertriebsmitarbeiter hat sogenannte Erholungskunden, mit denen man sich gut versteht, einen Kaffee trinkt oder die man anruft, wenn der Tag schlecht gelaufen ist. Nach einem Termin bei so einem Kunden schaut die Welt gleich wieder besser aus. Und das Gute ist: Wenn ich es einmal nötig habe, dann geh ich eben was verkaufen“, sagt Ordelt. 

Die Frage, ob ihm Erfolg wichtig sei, erübrigt sich eigentlich, wenn man den Lebenslauf von Otto Ordelt betrachtet. Nicht umsonst wurde ihm 2008 der Titel Kommerzialrat verliehen. „Erfolg ist natürlich wichtig. Allerdings ist es nicht so, dass ich ihn in jedem Bereich brauche. Wenn ich beim Golfspielen den maximalen Erfolg benötigen würde, hätte ich längst wieder aufgehört“, erklärt er. Im Job sei das allerdings etwas anderes. Man sei mehr oder weniger zum Erfolg verdammt, wenn man darauf Wert legt, dass es dem Unternehmen und den Mitarbeitern – und schlussendlich auch einem selbst – gutgeht. 


Das Unternehmen
Knauf Österreich 
Das im Jahr 1932 gegründete Unternehmen Gebr. Knauf Westdeutsche Gipswerke gehört heute mit 150 Produktionsstätten weltweit zu den führenden Baustoffherstellern. 1970 erfolgte die Firmengründung von Knauf Österreich in Weißenbach bei ­Liezen. Zwei Jahre später wurde das Werk eröffnet. Niederlassungen in Wien, Linz und Graz folgten. 
Ab 1989 engagiert sich Knauf schrittweise in den einzelnen Ländern Zentraleuropas. Heute unterhält die Knauf-Gruppe Osteuropa in 19 Ländern Zentraleuropas 16 Produktionsstätten und beschäftigt rund 2.000 Mitarbeiter. 


Das Unternehmen
Knauf Österreich 
Das im Jahr 1932 gegründete Unternehmen Gebr. Knauf Westdeutsche Gipswerke gehört heute mit 150 Produktionsstätten weltweit zu den führenden Baustoffherstellern. 1970 erfolgte die Firmengründung von Knauf Österreich in Weißenbach bei ­Liezen. Zwei Jahre später wurde das Werk eröffnet. Niederlassungen in Wien, Linz und Graz folgten. 
Ab 1989 engagiert sich Knauf schrittweise in den einzelnen Ländern Zentraleuropas. Heute unterhält die Knauf-Gruppe Osteuropa in 19 Ländern Zentraleuropas 16 Produktionsstätten und beschäftigt rund 2.000 Mitarbeiter. 

Autor/in:
Sonja Meßner
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