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Aktive Bildungslandschaft

24.06.2009

2013 ist Wien um ein architektonisches Prunkstück reicher. Die neue Wirtschaftsuniversität zwischen Prater und Messegelände wird Heimat für rund 23.000 Studenten, neuer Touristenmagnet und Kulturbühne.

Noch heuer soll der Spatenstich für eines der aktuell größten und wohl auch architektonisch anspruchsvollsten Bauprojekte – dem Neubau der Wiener Wirtschaftsuniversität – über die Bühne gehen. Der Masterplan steht, die Einreichpläne sind auf dem Weg, die Kosten mit 250 Millionen Euro innerhalb des Budgetrahmens. Bereits 2013 wird der Campus WU von rund 23.000 Studenten bevölkert sein – und sich sicherlich auch zu einem neuen, touristischen Anziehungspunkt entwickeln. Bereits im Mai 2008 erging im Zuge eines Generalplanerwettbewerbs von der Projektgemeinschaft – ein Konsortium aus WU und Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) – der Auftrag zur Gesamtkonzeption an die Arge BUSarchitektur und Vasko + Partner. Ausschlaggebend für den Zuschlag war wohl ein im Vergleich zu den Konkurrenzplänen locker und begrünt komponiertes Konzept eines Freiflächen-Campus. Generalkonsulent Wolfgang Vasko: „Der neue Campus für Lehre und Forschung hat das Ziel einer qualitativen und quantitativen Verbesserung für Studierende und Forschende und impliziert das Konzept einer modernen, dienstleistungsorientierten Universität.“

Oase mit Pavillons

„Der Neubau soll aber nicht einfach eine moderne Universität anbieten, sondern vielmehr die Option einer aktiven Bildungslandschaft prägen. Der Campus soll eine in sich schlüssige Oase mit Pavillons im Uni-Garten sein“, verrät Architektin Laura Spinadel von BUSarchitektur, Mastermind des Masterplans. Dementsprechend wurde auch bereits 2007 der Standort – zwischen Prater und Messegelände – innerhalb der Stadtstruktur mit ausreichend Freiräumen gewählt. Spinadel: „Durch diese Einbindung lag die Entwicklung eines urbanen Campus auf der Hand. Alle Ränder sind als begrünte Freiräume konzipiert. Das Innenleben dieses besonderen Ortes muss entdeckt werden.“

Fünf international renommierte Architekten aus Deutschland, Spanien, Japan und England sorgen für ungewöhnliche Formen und abwechslungsreiche Atmosphäre. Aus einem Architekturwettbewerb, mit einigen Pritzker-Preisträgern gar hochkarätig besetzt, gingen Zaha Hadid, Hitoshi Abe, Carme Pinós, Eduardo Arroyo und Peter Cook als Sieger hervor. Baulicher Höhepunkt wird wohl das von Architektin Zaha Hadid entworfene, äußerlich recht komplexe Library und Learning Center (LLC) im Zentrum des neuen Campus werden. Im als „Walk Along Park“ konzipierten Campus führen Erlebniswege zu den jeweiligen Bildungsbereichen. Die Freiräume der jeweiligen Baufelder bekommen über Plattformen, Parks, Wasserteiche und Promenaden ihre eigene Identität.

Departments, Cafés und Bars

Die insgesamt sechs Hauptgebäude werden bieten, was das Studentenherz begehrt und einen modernen Campus ausmacht: Ein großes Hörsaalzentrum, das großzügig geplante Bibliotheks- und Lernzentrum, diverse Cafés, Restaurants und sogar Bars. Die bisherigen Institute der einzelnen Studienzweige werden künftig in Departments zusammengefasst und auf vier Gebäude verteilt. Das Herzstück des Campus, das Library and Learning Center, verbindet Altbewährtes einer klassischen Bibliothek mit modernster Technologie – und wird 365 Tage im Jahr rund um die Uhr Mittelpunkt des Campusgeschehens sein. Abseits des Uni-Betriebes zielt der Masterplan auch auf einen Campus als Kulturbühne ab. Das urbane Leben soll sich in einem kulturellen und geistigen Zentrum widerspiegeln, ein Aktionsraum für Kulturveranstaltungen, Kunstaktionen und aktiven Meinungsaustausch.

Helmut Melzer

aus: bauzeitung 24/09, S. 12

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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