Direkt zum Inhalt

Faire Bedingungen

Mangelnde Qualität

Arbeitsmarktöffnung: Fluch oder Segen für heimische Bauunternehmen?

Grundsätzlich ist die Öffnung eines Wirtschaftsraums immer positiv zu beurteilen, allerdings unter bestimmten Einschränkungen. Der wichtigste Punkt ist eine faire Behandlung der Firmen. Jeder, der am österreichischen Markt tätig ist, sollte dieselben Abgaben und Steuern zahlen. Das Problem, das ich dies­bezüglich sehe, ist, dass immer wieder Firmen, die aus benachbarten Staaten nach Österreich kommen und diese Abgaben nicht zahlen, nur spärlich kontrolliert werden. Oft bieten sie ihre Leistungen dann auch zu derart billigen Preisen an, mit denen wir nicht mithalten können. Auch für die Fachkräfte aus dem Osten braucht es faire Bedingungen. Unsere Arbeiter aus dem Osten sind angemeldet und haben für uns denselben Kostenfaktor wie heimische Kräfte. Ich würde mir wünschen, dass die Sozialpartnerschaft mehr auf gerechte Kontrollen achtet. Denn nur wenn am Arbeitsmarkt faire Bedingungen vorherrschen, wird auch der Bessere und nicht zwangsläufig der Billigere den Auftrag erhalten.

Andreas Waha, WAHA

Die Öffnung des Arbeitsmarkts war und ist für uns weder Fluch noch Segen. Auch wir stellen – vor allem vor dem Hintergrund des aktuellen Fachkräftemangels – immer wieder Arbeiter aus dem Osten ein, haben allerdings die Erfahrung gemacht, dass diese zu 95 Prozent ungeeignet sind. Vor allem die sprachliche Barriere ist auf der Baustelle ein großes Problem. Dabei ist Kommunikation das Um und Auf, wenn es darum geht, neue Kräfte anzulernen. Ohne eine gemeinsame Sprache ist das aber sehr, sehr schwierig. Zusätzlich machen uns die oft fehlenden oder mangelhaften Qualifikationen der Arbeiter aus dem Osten häufig zu schaffen. Viele bringen kaum Kenntnisse oder Verständnis für das, was es auf der Baustelle braucht, mit. Es wird zwar versucht, ihnen dies beizubringen, das benötigt von unserer Seite aber wiederum einen großen Zeitaufwand und rentiert sich am Ende des Tages kaum.

Gerhard Summer, A. Gobber Bau

Werbung

Weiterführende Themen

v.l.:Horst Ache (Geschäftsbereichsleiter Generalunternehmen und Prokurist, Unger Stahlbau), Heimo Pascher (Technischer Geschäftsführer Austrotherm), Klaus Haberfellner (Geschäftsführer Austrotherm Gruppe), Johann Moser (Vize-Bürgermeister Stadtgemeinde Purbach) beim Spatenstich zur Errichtung neuer Lagerhallen für die Fertigwaren.
Aktuelles
14.09.2020

Der Dämmstoffspezialist startet mit einer Investitionsoffensive in den Herbst. Neue Gebäude und Anlagen werden errichtet, Abläufe werden durch Digitalisierung effizienter. 

Recht
21.09.2020

Unzuverlässigen Unternehmern droht nach dem Bundesvergabegesetz 2018 (BVergG) eine jahrelange Vergabesperre.

Recht
21.09.2020

Es obliegt dem Kläger, einen behaupteten Mangel zu beweisen. Gemäß § 924 ABGB leistet der Übergeber nur für Mängel Gewähr, die bei der Übergabe vorhanden sind. 

Bauhandbuch
14.09.2020

Einmal im Jahr liefern wir Ihnen in Zusammenarbeit mit der WKO umfassende Kalkulationsbeispiele für Baugewerbe und -industrie.

Aktuelles
10.09.2020
Werbung