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Arbeitsmarktöffnung: Keine Panik

22.04.2011

Es ist nicht nur der Tag der Arbeit, der 1. Mai wird heuer auch ein Tag der Veränderung des Arbeitsmarkts", kündigt WKO-Präsident Christoph Leitl den bevorstehende Stichtag an, der Arbeitskräften aus Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Slowenien, Polen, Estland, Lettland und Litauen Tür und Tor zum heimischen Markt öffnet.

Aber der oberste Wirtschaftsvertreter relativiert: „Ängste sind nicht begründet. Nur in Einzelfällen kann es Entwicklungen geben, wo es an den Sozialpartnern liegt, zu beobachten und zu begleiten."

 

Markt großteils längst offen

Dass nun Tausende über die Grenze strömen, sei jedenfalls nicht realistisch. Denn erstens ist der Arbeitsmarkt seit geraumer Zeit für etliche Berufe wie Baufachkräfte oder Pfleger aufgrund des Fachkräftemangels längst geöffnet, und zweitens entstünden durch das aufkeimende Wirtschaftswachstum rund 100.000 neue Jobs, die nur zu einem geringen Teil – geschätzte 15 bis 20 Prozent – durch den Zuwachs in Anspruch genommen werden. „Für das Wachstum und die demografische Entwicklung sind neue Fachkräfte wichtig", sagt Leitl. Und der Zulauf werde zudem durch die Rot-Weiß-Rot-Card und Befähigungsnachweise eingeschränkt: Nur qualifizierte, benötigte Arbeitskräfte sollen sich in Österreich etablieren können. So zumindest der Plan.

Mit der Rot-Weiß-Rot-Karte wird erstmals ein kriteriengeleitetes Zuwanderungsmodell eingeführt, das anhand von objektiven Kriterien wie Qualifikation, Berufserfahrung, Alter und Sprachkenntnisse transparent macht, unter welchen Voraussetzungen Menschen außerhalb der EU zuwandern können. Dass in Österreich geltende Gesetze und Kollektivverträge eingehalten werden, das soll das sogenannte „Gesetz gegen Lohn- und Sozialdumping" verhindern. Zudem werde das Gesetz für Sicherheit sorgen, weil für Arbeit in Österreich österreichische Rahmenbedingungen gelten müssten, unterstrich der WKÖ-Präsident: „Wir wollen keine Dumping-Konkurrenz, sondern einen fairen Wettbewerb."

Aktuell sind 90.000 Personen aus den „alten" EU-Mitgliedsstaaten, vor allem aus Deutschland, in Österreich tätig, bereits rund 80.000 aus den „neuen" EU-Ländern. Das bedeutet, ist Johannes Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservices, sicher: „Wenn hochqualifizierte Fachkräfte schon kommen wollten, sind sie auch schon da. Durch die Arbeitnehmerfreizügigkeit rechnen wir mit einem zusätzlichen Arbeitskräfteangebot von 15.000 bis 25.000 Personen, rund die Hälfte der Arbeitskräfte wird in der Region Wien/Niederösterreich arbeiten, ebenfalls ein großer Teil im Burgenland und in der Steiermark.

Für Fachkräfte und Schlüsselkräfte aus den neuen EU-Staaten ist unser Arbeitsmarkt ja in Wirklichkeit bereits jetzt offen, daher werden ab Mai vor allem Personen mit mittlerer Qualifikation erwartet. Dabei wird es sich weniger um echte „Zuzügler", sondern vor allem um Tagespendler handeln, die von den vergleichsweise höheren Löhnen in Österreich und den niedrigeren Lebenserhaltungskosten in ihrem Heimatland profitieren. Am stärksten wird der Zustrom von den ungarischen Landsleuten genutzt werden, weniger stark von Tschechen und Slowaken, da dort in grenznahen Gegenden wie beispielsweise in Bratislava teilweise bereits selbst Arbeitskräfteknappheit herrscht", erklärte Kopf. Lediglich zwei Prozent aller europäischen Bürger leben und arbeiten nicht n ihrem Herkunftsland.

Helmut Melzer

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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