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Auf den Putz gekommen

22.07.2011

Fehlende Großaufträge machen den Mengentreibern unter den Putzen das Leben ein wenig schwerer. Edelputze ­hingegen ziehen an. Ein Blick auf den Markt bis 2012.

Österreich ist ein Land des Verputzens. Hier wird nicht nur noch immer Beton verputzt, obwohl der Anteil an Sichtbetonflächen zunimmt, sondern auch Ziegel erhalten die Schicht, die in nordeuropäischen Ländern wie England oder Dänemark gar nicht angedacht wird. Der Markt für Putze entwickelt sich nach dem Einbruch in den Jahren 2009 und 2010 wieder nach oben. Um rund fünf Prozent ist der Absatz von 879.000 Tonnen im Jahr 2007 auf 842.000 Tonnen im Jahr 2010 gesunken. Ab heuer soll es laut Studie von Kreutzer, Fischer & Partner wieder aufwärts gehen.

Doch allein der Blick auf Absatzmengen ist zu wenig. Genauer betrachtet muss zwischen den Edelputzen, die auf Wärmedämmverbundsysteme aufgetragen werden, und den „Mengentreibern“ Grobputze und Maschinenputze unterschieden werden. Die Preise pro Tonne steigen bei allen Putzen infolge der Rohstoffpreiserhöhungen. Während teure Edelputze nur einige Millimeter dick aufgetragen werden und mit dem Sanierungsmarkt gekoppelt sind, sind die maschinellen Putze stark vom Neubau abhängig. Derzeit, im Jahr 2010, machen pastöse Edelputze 50,7 Prozent des Umsatzes aus, während Maschinenputze mit 64,1 Prozent den größten Teil an der Menge innehaben.


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An thermische Sanierung gekoppelt

Allerdings darf der Markt nicht über einen Kamm geschert werden. Maschinen- und Grobputze hängen vom Neubau stark ab. Dagegen hängen Edelputze mit dem Sanierungsmarkt zusammen. „Wir spüren, dass die Förderungen zur thermischen Sanierung das Geschäft antreibt“, sagt Walter Pacher, Geschäftsführer der Division Trockenbaustoffe Lasselsberger Gruppe in Pöchlarn. Das sieht nicht nur er so.

Produktmanager Markus Smeykal von Synthesa Chemie in Perg geht noch einen Schritt weiter und sagt: „Auch wenn die Förderung sinken würde, wird das den Markt nicht einbrechen lassen. Österreichische Häuslbauer und Wohnbaugenossenschaften haben erkannt, dass sich eine thermische Sanierung rechnet, und wollen dämmen, egal, ob das gefördert wird oder nicht.“


Ökologische Nische unabhängig

Auch unter den Putzen gibt es mittlerweile ökologische Varianten. „Wir haben beobachtet, dass das gesundheitsbewusste Bauen von einem niedrigen Niveau stark steigt, wobei es hier einen Trend hin zum Trockenbau und Holzbau gibt“, sagt Harald Weihtrager, Geschäftsführer von Emton Ton-Innenputze GmbH in Sankt Veit. Das Kärntner Unternehmen hat sich auf den Nischenmarkt Lehm- und Tonputze spezialisiert. Kurz gesagt: Der Markt für Putze ist und bleibt ein stabiler und sicherer Markt.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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