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Aufgerüstet

11.10.2016

Die Kirchdorfer-Gruppe optimiert ihr Zementwerk am gleichnamigen Standort – und reduziert den Ausstoß von Stickoxiden und Kohlenmonoxid erheblich.

Das ressourcenschonendste und emissionsärmste Zementwerk mit den höchsten Sicherheitsstandards in Europa zu haben – mit diesem bescheidenen Ziel startete die oberösterreichischen Kirchdorfer-Gruppe 2010 das Optimierungsprogramm „Ökoprojekt 2010“. Sechs Jahre und 17 Millionen Euro später hat man einen großen Schritt in diese Richtung getan und präsentiert sich als „emissionsärmstes Zementwerk der Welt“, wie Kirchdorfer-CEO Erich Frommwald stolz berichtet. 

Die Kombination macht’s

Dass die Luft rund um Kirchdorf ab sofort noch sauberer ist, ist der neuen DeCONOx-Anlage zu verdanken, die seit einigen Wochen im Zementwerk in Betrieb ist. Entwickelt wurde die innovative Anlage zur industriellen Abluftreinigung und Wärmerückgewinnung­ gemeinsam mit der oberösterreichischen Scheuch-Gruppe. Neu dabei ist vor allem die Kombination aus Reinigung per Katalysator und Verbrennung. Die Restenergie wird in den Produktionsprozess zurückgeführt und über eine Wärmerückgewinnung ausgekoppelt. So kann Abwärme von zirka 20 GWh pro Jahr über das Fernheizkraftwerk der EnergieAG Wärme Oberösterreich als Fernwärme für mehr als eintausend Haushalte in Kirchdorf und Umgebung genutzt werden. Werksleiter Anton Secklehner erklärt die Vorteile: „Umweltschutz kostet auch Energie. Mit der Abgasverbrennung erhöht sich unser Strombedarf um zehn Prozent. Mit der Fernwärme bleibt unsere Energiebilanz aber positiv.“ 

Vorne weg, statt hinterher

„Man wird als Unternehmen nicht 130 Jahre alt, wenn man den Innovationen hinterherhinkt“, betont Frommwald. Allerdings: „Billig war es nicht“, räumt er ein. Rund 7,3 Millionen Euro hat der Zementhersteller allein in diese Anlage gesteckt. Man rechne mit rund acht bis zehn Jahren bis zum Return of Investment. 
Anstoß für die Investition gab vor allem die Stickoxid-(NOx-)Diskussion in Österreich. „Die Zementindustrie wollte hier Vorreiter sein und hat sich aus freiwilligen Stücken auf Grenzwerte von 390 mg NOx/Nm3 geeinigt“, so Frommwald. Mit der neuen
DeCONOx-Anlage liege man in Kirchdorf nun bei einem Ausstoß von 150 mg NOx/Nm3 – eine enorme Verbesserung im Vergleich zu den knapp 400 mg vor Inbetriebnahme der fünf Anlagentürme. 

Verkaufsargument Nachhaltigkeit

Die Investition in Umweltschutz macht sich aber auch bei den Kunden bezahlt. „Nachhaltigkeit und Regionalität werden unseren Kunden und Partner immer wichtiger. Es ist ihnen nicht egal, wo der Zement herkommt“, so Frommwald. Vonseiten der ­Politik wünscht er sich eine industriefreundlichere Einstellung und Gesetzgebung. „Wir wollen nur eine Gleichbehandlung mit anderen Ländern, denn Emissionswerte machen auch an der Landesgrenze nicht halt“, erklärt der Zementhersteller. 
Von weiteren Investitionen lässt man sich in Kirchdorf aber nicht abhalten. Als nächster Schritt steht die Mühlenoptimierung auf dem Programm, die bis 2020 abgeschlossen werden soll.

Autorin:  Sonja Messner

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