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Aufschwung am Bau dank guter Konjunktur

23.05.2007

Die Wirtschaftslage der Klein- und Mittelbetriebe ist so gut wie seit Jahren nicht, bescheinigt den heimischen Gewerbebetrieben eine Studie der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Sie hat 1.762 heimische Klein- und Mittelbetriebe befragt. Diese beurteilen mehrheitlich ihre wirtschaftliche Lage deutlich besser als noch vor einem Jahr. 69 Prozent der Befragten geben der aktuellen Geschäftslage ihres Unternehmens die Note Sehr gut oder Gut.

Das sind immerhin um 18,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Als Konjunkturlokomotive erweist sich die Bauwirtschaft. In der Bauwirtschaft ist der Optimismus um 30 Prozentpunkte angestiegen. „Der Saldo zwischen zufriedenen und unzufriedenen Unternehmern ist mit 64 Prozent so hoch wie nie“, erklärt Helmut Rödl, Universitätsprofessor in Innsbruck und Vorstandsmitglied bei Creditreform. Auch sind die Umsätze im Gewerbe überproportional gestiegen: 44 Prozent der Unternehmer freuen sich über Zuwächse. Die Nase vorn haben Betriebe aus Wien und Oberösterreich. Und immerhin 42,8 Prozent der Gewerbetreibenden können sich auch über gestiegene Erträge freuen. Schwächer sind die Erträge in der Bauwirtschaft ausgefallen. Dort haben nur 34,9 Prozent der Betriebe ihren Ertrag steigern können. Immerhin sind das aber um stolze 13 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Angesichts dieser positiven Entwicklung sind gerade im verarbeitenden Gewerbe wieder mehr Stellen frei. 36,1 Prozent der Gewerbebetriebe haben in den vergangenen sechs Monaten zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Das Gewerbe erweist sich damit als Beschäftigungsmotor, denn in der Gesamtwirtschaft liegt diese Quote nur bei 30,9 Prozent. Nur 14,6 Prozent der Gewerbebetriebe haben Personal abgebaut. 39 Prozent der gewerblichen Unternehmer geben an, demnächst zusätzliche Arbeitskräfte einzustellen. Spitzenreiter dabei sind die holzverarbeitenden Betriebe.

Arbeitslosenquote rückläufig

Anders ist die Lage am Bau: Dort haben nur 14,8 Prozent der Betriebe Personal aufgenommen, während 28,5 Prozent Personal abgebaut haben. Insgesamt aber rechnen Experten bundesweit mit einem Rückgang der Arbeitslosenquote von 4,7 auf 4,2 Prozent. Auf ungetrübten Optimismus in der Baubranche weist aber die Absichtserklärung von fast 41 Prozent der Unternehmer, in den kommenden Monaten zusätzliche Arbeitskräfte einzustellen. Und es wird mehr investiert: 68,1 Prozent der Gewerbebetriebe und immerhin 52 Prozent der Bauunternehmen wollen in den kommenden Monaten in ihren Betrieb investieren.

Weniger positiv hat sich die Zahlungsmoral der Kunden entwickelt. Zwar ist die Zahl der pünktlichen Zahler um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, aber auch die Zahl der säumigen Zahler hat sich leicht erhöht. Im Gewerbe sind die Probleme mit unpünktlichen Zahlern allerdings geringer als etwa im Handel. Angestiegen ist im Gewerbe auch die Zahl der Insolvenzen. „Das liegt an den vielen Kleinstunternehmen. Sie reichern die Insolvenzstatistik an“, erläutert Rainer Kubicki, geschäftsführender Gesellschafter der Creditreform für Österreich und Slowenien. Die Wirtschaft in Europa und in Österreich wird nach Schätzungen der EU-Kommission heuer stärker als bisher angenommen wachsen. Die EU-Kommission revidierte die Konjunkturdaten gegenüber der Vorabschätzung vom Februar nach oben. Für 2007 erwartet die EU-Kommission 2,9 Prozent Wachstum für die EU und 2,6 Prozent für die Eurozone. Auch für Österreich hob die Kommission die Prognosen an: Heuer rechnet die EU-Behörde mit einem BIP-Zuwachs von 2,9 Prozent, 2008 sollen es 2,5 Prozent sein.

Ralf Siebenbürger

Artikel aus: bau.zeitung 20/07, S. 12

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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