Direkt zum Inhalt

Aufschwung in der BIG – Bundesimmobiliengesellschaft:

10.03.2004

Die BIG präsentiert sich in neuer Struktur, mit neuem Erscheinungsbild und neuen Zielen. Die Bauwirtschaft als wichtigster Partner ist aufgefordert, dem innovativen Konzept zu folgen.

Bis dato galt die BIG bei Auftragnehmern aus der Bauwirtschaft, von den Architekten bis zu den ausführenden Bauunternehmen, vorrangig als Verwalterin des Erbes der Republik. Doch nun ist Schluss mit dem lediglichen „Verwalten“. Die künftigen Ziele der BIG gehen über das Bewahren von Geerbtem hinaus. Hartwig Chromy, Christoph Stadlhuber und Herbert Logar sind die Geschäftsführer der BIG, die sich die Verantwortung wie auch die Kompetenzen des größten Bauherren Österreichs teilen.
Vor wenigen Tagen zeigte die BIG im Rahmen eines großen Events im Semperdepot ihr neues Gesicht: Neues Logo, neue Corporate Identity – beides in einem Guss – verbesserte Kommunikations- und Marketingtools, innovativer Internetauftritt, straffe, klare Unternehmensstruktur und vor allem für die Bauwirtschaft übersichtliche, unverkennbare Hierarchien. Der von der Werbeagentur NOFRONTIERE kreierte neue Slogan „Raum für die Zukunft“ steht bildlich für den Willen der BIG, mehr als nur zu verwalten, eben Räume für die Zukunft zu schaffen. Brach liegende, von der Republik nicht mehr unmittelbar benötigte Immobilien bzw. Grundstücke sollen in Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern aus der Privatindustrie entwickelt und behutsam bebaut werden.
In der BIG selbst sind nunmehr drei Bereichsleiter mit ihren Teams für Großkunden wie z. B. Schulen, Universitäten, Amtshäuser zuständig. Die BIG-Tochter IMB (Immobilienmanagementgesellschaft des Bundes) agiert ab sofort unter dem Namen BIG-Services. 19 Objektmanagerteams werden die Österreich weit verwalteten Häuser intensiver und wesentlich effizienter, da direkt vor Ort, betreuen. Christoph Stadlhuber zeigt sich von der straffen Struktur überzeugt: „Durch ein noch näheres Zusammenrücken von BIG und BIG-Services, dem konstruktiven Abbau von Hierarchieebenen sowie dem Aufbau einer eigenen Neubau- und Generalsanierungsabteilung bei BIG-Services wird die Abwicklung von Bauvorhaben deutlich effizienter erfolgen. Wichtig vor allem auch für unsere Kunden ist die erfreuliche Begleiterscheinung, dass somit Entscheidungen rascher und effizienter getroffen werden können.“
Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit sind zwei Grundsätze der BIG. Genau darauf zielt nun auch der Relaunch des Unternehmens ab. Die neue Struktur gibt der BIG nicht nur ein neues Outfit.

Faire Vergabe und Projektgesellschaften
Architektur und qualitätvolle Planungen, höchste Qualitätsansprüche in der Bauausführung sind auch weiterhin eines der Ziele der BIG. Immerhin: Bereits sechs mal erhielt das Unternehmen den Bauherrenpreis, verliehen durch die Zentralvereinigung der Architekten. Zuletzt wurde der Um- und Zubau des Bundesschulzentrums Kirchdorf, geplant von den Architekten Riepl Riepl, mit dem Bauherrenpreis ausgezeichnet.
Im Zusammenhang mit der Vergabe von Leistungen und der angestrebten Architekturqualität zeigt sich die BIG seit Anbeginn ihrer Tätigkeit als Wettbewerbsverfechter – jedoch wird es auch hier Änderungen geben. „Wir wollen in Zukunft im Bereich der Projektentwicklung unsere Planer über geladene, für alle Beteiligten überschaubare Gutachterverfahren ermitteln und nicht durch mittlerweile nur noch schwer administrierbare EU-weite Wettbewerbe. Verfahren mit an die 500 eingereichten Entwürfen sind keine Seltenheit mehr und können nicht mehr seriös juriert werden – ein ungeheurer Aufwand, der letzten Endes keine höhere Qualitätsauslese gewährt“, erklärt Stadlhuber.
Die Bauwirtschaft ist ein wichtiger Partner für die Projektentwicklung, so Stadlhuber, wie die aktuell entwickelten Standorte Karree St. Marx, Sensengasse oder Eurogate belegen: „Wir setzen auch weiterhin auf Projektgesellschaften mit BIG-Minderheitsbeteiligung. Dazu benötigen wir professionelle, ausführende Partner, denen Architektur und qualitätvolles Bauen ernsthaft ein Anliegen ist.“ Dazu wiederum ist ein „Weissbuch Wettbewerbe BIG“ in Arbeit – ein übersichtliches Werk für die gesamte Abwicklung der BIG-Architekturwettbewerbe. Als elementar erkannte die BIG die erste Phase jedes Wettbewerbes: Kundenwünsche und -bedürfnisse müssen klar definiert und erkannt werden.

Erfolgsgeschichte
Qualitätsvolle Planungen sind der BIG seit ihrem Unternehmensstart 1992 ein Anliegen. Damals erwarb die BIG rund 5.000 im Eigentum des Bundes befindlichen Liegenschaften mit 7,2 Millionen Quadratmeter Nutzfläche. Gleichzeitig hat die BIG mit dem Bund zu marktadäquaten Mieten einen Mietvertrag über die von den öffentlichen Stellen genutzten Gebäude abgeschlossen. Hartwig Chromy, Geschäftsführer der BIG: „Hauptaufgabe der BIG ist, das Immobilienvermögen nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen zu bewirtschaften und den Immobilienbedarf des Bundes zu marktorientierten Konditionen zu befriedigen. Oberstes Gebot ist dabei die Werterhaltung der Gebäudesubstanz sowie nicht mehr benötigte Liegenschaften einer optimalen Verwertung zuzuführen.“ Seit 1992 hat die BIG 227 Neubauvorhaben und Generalsanierungen mit dem Schwerpunkt Bundesschulen und Hochschulen mit einem Gesamtvolumen von 1,3 Milliarden fertiggestellt. Derzeit sind rund 60 Projekte mit Gesamtkosten von ca. 354 Millionen Euro in Ausführung und eine große Anzahl neuer Bauvorhaben in Planung. Die BIG verkaufte an die 4.035 Wohnungen, Stellplätze, etc. Der Gesamterlös beträgt derzeit 142 Millionen Euro.
Neben dem Neubau- und Generalsanierungsbereich investiert die BIG jährlich rund 123 bis 145 Millionen Euro in die Instandhaltung ihres Gebäudebestandes. Dadurch wird wertvolle Gebäudesubstanz ordnungsgemäß erhalten und auch ein großes Auftragsvolumen für klein- und mittelständische Unternehmungen geschaffen.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Anhand des Bauvorhabens ­Kindergarten Schwoich wurde in ­einer Studie der Einsatz von BIM unter die Lupe ­genommen und auf ­seine Praxistauglichkeit für KMUs hin überprüft.
Aktuelles
13.10.2020

BIM-Punktlandung: Wie BIM in der Praxis eingesetzt werden kann und welche Vorteile sich daraus ergeben, zeigt eine aktuelle Forschungsstudie am Beispiel der Kindergartenerrichtung in Schwoich.

Während des 3D-Betondruck-Vorgangs können manuelle Arbeiten durchgeführt werden.
Aktuelles
13.10.2020

Schicht für Schicht: Das zweigeschoßige Einfamilienhaus mit 80 Quadratmeter Wohnfläche pro Geschoß entsteht in Beckum.

Gemeinsames Projekt: Lehrlingsexpertin Petra Pinker (l.) und Unternehmensberaterin Sabine Trnka, Geschäftsführerin von Mmittelpunkt Consulting und Partnerin bei Acon Management Consulting, haben gemeinsam das Coaching-Projekt Lean4Future ins Leben gerufen.
Aktuelles
07.10.2020

Die Spielregeln für die junge Generation sind andere geworden. Work-Life-­Balance und der Sinn in der eigenen Arbeit sind wichtiger denn je, wie Petra Pinker und Sabine Trnka im Interview erklären ...

Recht
07.10.2020

Der Umgang mit Unternehmern, die im Verdacht von verbotenen Absprachen stehen, ist von Auftraggeber zu Auftraggeber unterschiedlich.

Recht
07.10.2020

Ein nicht zu unterschätzendes Haftungsrisiko stellen „öffentlich-rechtliche“ Prüfpflichten dar, aber nicht immer werden diese Aufgaben in der Praxis ernst genommen.

Werbung