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Große Gefährdung

Reines Stückwerk

Aus für die AUVA: Sinnvoller Schritt oder Gefährdung der Arbeiter?

Die AUVA ist unverzichtbar, gerade für Bauarbeiter. Die Arbeitsunfallzahl wurde in den vergangenen zehn Jahren – nicht zuletzt durch die Präventionsarbeit der AUVA – um 30 Prozent reduziert, jene der tödlichen Arbeitsunfälle sogar um 40 Prozent. Dennoch passierten 2017 allein am Bau immer noch 17.967 Arbeitsunfälle, 17 davon endeten tödlich. Es ist also noch viel zu tun. Will man bei der AUVA 500 Millionen Euro, also rund 40 Prozent des Gesamtbudgets, einsparen, hat das nichts mit Effizienz­steigerung zu tun – es bedeutet, dass massiv Leistungen gekürzt werden oder jemand anderes sie zahlen muss. Auch Unternehmen profitieren massiv von der AUVA, jene mit bis zu 50 Mitarbeitern werden gratis sicherheitstechnisch und arbeitsmedizinisch betreut. Die AUVA erbringt in Prävention, Unfallheilbehandlung uvm. ausgezeichnete Leistungen, viele davon werden ihr nicht einmal fair abgegolten. Eine Auflösung wäre nichts anderes als ein Geschenk an Groß­konzerne, alle anderen würden massive Verschlechterungen erfahren.

Othmar Danninger, GBH-Landesvorsitzender Salzburg

Für mich als Unternehmer in der Baubranche sind spezialisierte Unfallkrankenhäuser und Rehabilita­tionsabteilungen von größter Bedeutung. Je schneller und kompetenter ein Mitarbeiter am Bau nach einem Unfall behandelt wird, desto früher und desto fitter ist der Verunfallte wieder einsatzfähig und, was noch viel wichtiger ist, desto geringer ist der Anteil an ­Menschen mit bleibenden Schäden. Ob es sich dabei um Arbeits- oder Freizeitunfälle handelt, ist für mich dabei nur von sekundärer Bedeutung, die Haftungsfrage ausgenommen. Eine andere Frage ist die des Trägers. Unterschiedliche Träger bedeuten vermutlich Mehraufwand in der Verwaltung. Hier bedarf es allerdings einer gewaltigen Gesamtreform innerhalb des österreichischen Gesundheitssystems. Solange Krankenhäuser und niedergelassener Bereich von unterschiedlichen Geldgebern finanziert sind, ist das System nicht effizient. Nur die AUVA aufzulösen wäre Stückwerk und ist daher abzulehnen.

Michael Lindner, GF Lindner & Partner

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