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Ausgeknetet

18.10.2013

Wenn es nach Schalungstechniker Meva geht, hat der gute alte Knetbeutel endlich ausgedient. Mittels Solidcheck kann das Erstarrungsende von Beton nun auf Knopfdruck ermittelt werden.

Auf Knopfdruck: Zur Bestimmung des Erstarrungsendes wird eine Probe Frischbeton in die Würfelform von Solidcheck eingefüllt, dann das Gerät gestartet und die Zeit bis zum Errstarrungsende in Echtzeit gemessen.
Auf Knopfdruck: Zur Bestimmung des Erstarrungsendes wird eine Probe Frischbeton in die Würfelform von Solidcheck eingefüllt, dann das Gerät gestartet und die Zeit bis zum Errstarrungsende in Echtzeit gemessen.
Auf Knopfdruck: Zur Bestimmung des Erstarrungsendes wird eine Probe Frischbeton in die Würfelform von Solidcheck eingefüllt, dann das Gerät gestartet und die Zeit bis zum Errstarrungsende in Echtzeit gemessen.

Für eine perfekte Betonwand ist die genaue Bestimmung des Erstarrungsendes unumgänglich. Vor allem beim Betonieren hoher Wände entsteht teilweise ein sehr hoher Betondruck auf die Schalung. Um sicher schalen und betonieren zu können, müssen die Einflussfaktoren auf den Frischbetondruck bestimmt werden; die zulässige Belastung der Schalung darf nicht überschritten werden. Sind das Erstarrungsende und die Konsistenz des verwendeten Betons bekannt, lässt sich mit diesen Angaben die maximal zulässige Betoniergeschwindigkeit bestimmen. Das bedeutet: Vor der Betonage muss das Erstarrungsende des Betons ermittelt werden.

Bisher war der Knetbeuteltest die einzige anerkannte Bestimmungsmethode. Auch bei langjähriger Erfahrung mussten aufgrund der Ungenauigkeit ein zeitlicher Sicherheitszuschlag von 25 Prozent hinzugefügt werden – keine unwesentliche Verzögerung in Zeiten, in denen auf der Baustelle immer alles schneller gehen muss.

Ergebnisse auf Knopfdruck

Eine Entwicklung, die den traditionellen Daumendrucktest ablösen könnte, ist das tragbare und batteriebetriebene Ultralschallmessgerät Solidcheck vom Schalungstechniker Meva. Es wird auf der Baustelle mit Frischbeton befüllt, und auf Knopfdruck spuckt es das Erstarrungsende aus. Was so einfach klingt, bedurfte im Vorfeld jedoch ausführlicher Untersuchungen und Analysen, denn unterschiedlichste Faktoren wie Temperatur, Zusatzmittel etc. beeinflussen das Erstarrungsverhalten von Beton. Das Erstarrungsverhalten von Frischbeton hat entscheidenden Einfluss auf den Betondruck, der sich durch die DIN 18218 (01/2010)* sehr genau prognostizieren lässt. Sie berücksichtigt erstmalig auch die fließfähigeren und selbstverdichtenden Betone zur Berechnung des Frischbetondrucks, macht jedoch keine genauen Angaben zum Erstarrungsende des Betons. 

Wissenschaftlich geprüft

Gemeinsam mit der Hochschule für Technik in Stuttgart wurden zahlreiche Messungen durchgeführt und die Ergebnisse mit jenen des traditionellen Knetbeuteltests verglichen. Die Ergebnisse der verschiedenen Methoden zur Ermittlung des Erstarrungsendes wurden gegen­übergestellt, die Einflussparameter auf den Frischbetondruck erfasst und der tatsächliche Druck mit Ankerzugkraftmessdosen auf den Baustellen gemessen. Diese Messergebnisse wurden mit den Prognosewerten gemäß der DIN 18218 ver­glichen. Dabei zeigte sich, dass Kälte die Erstarrungsdauer wesentlich beeinflusst – dieser Umstand wird jedoch nur ungenügend in der DIN 18218 festgehalten. Im ungünstigsten Fall bedeutet das ein hohes Sicherheits­risiko.

Praxistest

Um nicht nur labor-, sondern auch praxisnahe Messergebnisse zu erhalten, wurden auf mehreren Baustellen sowohl der Knetbeuteltest als auch Ultraschallmessungen mit Solidcheck durchgeführt. Zusätzlich wurde der Frischbetondruck mit Ankerzugkraftmessdosen im unteren und im mittleren Bereich der Wand gemessen. 

Die Prognose für den Frischbetondruck auf Basis des gemessenen Erstarrungsendes mit dem Ultraschallmessgerät Solid­check ist bei bekannter Frischbetonkonsistenz und Steiggeschwindigkeit nach DIN 18218 realistisch. Die mit Solid­check und der DIN 18218 ermittelten Frischbetondrücke stimmen mit den tatsächlichen Frischbetondrücken überein, die mit An­kerzugkräften bestimmt wurden. Diese Erkenntnis ermöglicht einen wirtschaftlichen und sicheren Einsatz der Schalungen. Die Produktivität wird erhöht, da die Betoniergeschwindigkeit und somit die Betonierdauer im Vorfeld bestimmt werden können. So kann die Tragfähigkeit der Schalung optimal und sicher ausgenutzt werden.

Autor/in:
Sonja Meßner
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