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Die Auflösung der AUVA könnte sich vor allem auf Klein- und Mittelbertriebe negativ auswirken, befürchtet die GBH.

AUVA-Aus: "Regierung spart bei hart arbeitenden Menschen."

09.04.2018

Die Zerschlagung der AUVA würde die Sicherheit der Arbeiter wesentlich gefährden, ist die GBH überzeugt.

Gerade für Bau-, Holz- und Steinarbeiter mit ihren schweren und oft auch gefährlichen beruflichen Tätigkeiten sind die Leistungen der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) bedeutend.  Nun ist aber unsicher, ob diese auch weiterhin besteht, denn im Regierungsprogramm wird bis zum Ende des Jahres ein Konzept zur Einsparung von 500 Millionen Euro von der AUVA verlangt. Sozialministerin Beate Hartinger-Klein glaubt nicht, dass die AUVA diese Anforderungen erbringen kann und geht deshalb von einer Auflösung aus. Proteste dagegen kamen nicht nur von der Opposition und der Ärztekammer, auch die Baubranche übt Kritik. Entsetzt zeigte sich etwa Josef Muchitsch, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz: „Mit der mutwilligen und voreiligen Zerschlagung der AUVA spart Schwarz-Blau wieder einmal bei hart arbeitenden Menschen. Hier geht es nicht nur um die Versorgung und Rehabilitation von Unfallopfern, sondern vor allem auch um wichtige Präventionsarbeit.“ Außerdem gefährde eine Zerschlagung der AUVA nicht nur die Sicherheit der Arbeiter, sondern würde auch mehr Arbeitsunfälle und dadurch mehr Kosten für die Arbeitgeber und unser Gesundheitssystem bedeuten.

Muchitsch appelliert auch an die österreichische Wirtschaft. Für Unternehmer hat die AUVA einen wichtigen Schutz und eine zentrale Sicherungsfunktion, ihre Präventionsarbeit trägt dazu bei, dass die Zahl der Arbeitsunfälle reduziert werden konnte. Vor allem Klein- und Mittelbetreibe wären negativ von der Auflösung der AUVA betroffen, so Muchitsch.

Für faire Unfallheilbehandlung

Ähnlich kritisch sieht es auch Rudolf Silvan, Landesgeschäftsführer der GBH Niederösterreich und Vorsitzende der AUVA-Landesstelle Wien.  „Für arbeitende Menschen, vor allem für Bau- und Holzarbeiter, aber auch für die Wirtschaft ist die AUVA unverzichtbar.“

Um rund 30 Prozent konnten die Arbeitsunfälle in den letzten zehn Jahren reduziert werden, jene der tödlichen sogar um 40 Prozent. Dennoch passierten im Jahr 2017 allein am Bau immer noch 17.967 Arbeitsunfälle, 17 davon endeten tödlich. „Jeder Arbeitsunfall ist einer zu viel. Die AUVA ist bei der Arbeitsunfallvermeidung auf einem sehr guten Weg. Hier zu kürzen oder der AUVA gar mit Auflösung zu drohen, ist allein schon aus diesem Grund kurzsichtig, undurchdacht und in höchstem Maße kontraproduktiv“, sagt Silvan. Sein Plädoyer deshalb:„Reden wir nicht über die Abschaffung der AUVA, sondern darüber, wie beste Prävention und Unfallheilbehandlung fair und ausreichend finanziert werden kann.“

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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