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Die sieben Wochen Shutdown haben auch in der heimischen Bauwirtschaft tiefe Spuren hinterlassen. Laut aktuellem Baubarometer sehen mehr als die Hälfte der befragten Betriebe die Geschäftslage nun schlechter als noch zu Jahresbeginn.

Baubarometer: Eine Branche beweist Rückgrat

03.06.2020

Die Verunsicherung in der Branche ist groß. Das aktuelle Baubarometer der Info-Techno Baudatenbank belegt den drastischen Einbruch, der die Baubranchen nach konjunkturell sehr erfreulichen Jahren nun zurückwirft. Trotzdem gibt es Lichblicke.

Die Baubranche ist dabei durchaus positiv in das Jahr 2020 gestartet. 51,3 Prozen der Unternehmen gingen zu Jahresbeginn davon aus, dass sich die Bauwirtschaft in den nächsten 12 Monaten positiv entwickeln wird (1/2018: 69,1 Prozent), 16,7 Prozent erwarteten eine rückläufige Entwicklung (1/2018: 25,4 Prozent).

Die Corona-Krise hat das Bild allerdings gedreht: Aktuell zeigen sich nur 27,4 Prozent hinsichtlich der Gesamtentwicklung in diesem Jahr optimistisch, 49,9 Prozent rechnen mit Rückgängen, 22,7 Prozent erwarten keine Veränderungen. Und genau dieser Wert ist es auch, der ein wenig Hoffnung gibt. Denn unter jenen Betrieben, die von keinen Änderungen ausgehen, sind, wie die Statistik ausdrückt, auch einige, die mit guten Aussichten in das Jahr gestartet sind.

Österreichs Bauwirtschaft beweist Stärke

Die letzten sieben Wochen Shutdown haben in der heimischen Bauwirtschaft – teils sehr tiefe – Spuren hinterlassen. Fragt man die Unternehmen nach der aktuellen Geschäftslage, so bezeichnet sie mehr als die Hälfte der Befragten (56,1 Prozent) als schlechter im Vergleich zu Jahresbeginn (1/2020: 17 Prozent). Nur mehr 9,1 Prozent zeigen im April 2020 Optimismus, im Jänner waren es noch knapp 30 Prozent. Aber 34,8 Prozent beurteilt die Geschäftslage im Vergleich zum Jahresbeginn als unverändert, ein Indiz dafür, dass die heimische Bauwirtschaft in Krisenzeiten Stärke beweist.

Zudem sind über 70 Prozent der Unternehmen mit den Auftragseingängen für das Jahr 2020 durchaus zufrieden. Im Detail: 11,2 Prozent bezeichnen sie als „sehr gut“, 31 Prozent als „gut“ und 31,9 Prozent noch als „befriedigend“. Ein knappes Viertel der Befragten gibt ein „genügend“, nur 9,4 Prozent bezeichnen die Auftragseingänge für das Jahr 2020 als „nicht genügend“.

Große Verunsicherung

Die Auftragsbücher sind offensichtlich gut gefüllt und trotzdem zeichnen die Betriebe ein trübes Zukunftsszenario – offensichtlich herrscht Verunsicherung hinsichtlich der Folgeaufträge, die im Laufe des Jahres vergeben werden. Die mittel- und langfristigen Auswirkungen der Corona-Krise sind für die Unternehmen nicht abschätzbar.

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