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Bauherrenmanagement

10.11.2004

Die Interne Revision ermöglicht dem Bauherrn, seine Kontrollpflichten zu erfüllen und Bauprojekte aktiv zu steuern. Der Wiener Krankenanstaltenverbund zeigt sich innovativ.

Mit fast 32.000 Mitarbeitern und einem diesjährigen Ausgabenvolumen von 2,2 Milliarden Euro zählt der Wiener Krankenanstaltenverbund zu einer der größten Gesundheitseinrichtungen Europas. Obwohl die Abwicklung von Baumaßnahmen nicht dem Kerngeschäft zuzurechnen ist, werden jährlich ca. 65 Millionen Euro für Objekterhaltung und ca. 150 Millionen Euro für Großbauprojekte aufgewendet. Um diese Bauvorhaben aus wirtschaftlichen und technischen Gesichtspunkten optimal abwickeln zu können, wurde im Zuge der Unternehmungswerdung des Wiener Krankenanstaltenverbundes (1. Jänner 2002) ein fortschrittliches Bauherrenmanagement eingerichtet.
Während im Sinne dieses Bauherrenmanagements die Bedarfsplanung und die Entscheidungsfindung (Projektauftrag) durch eine speziell eingerichtete Kommission erfolgt, wurde der Internen Revision die Aufgabe übertragen, den Projektfortschritt anhand eines Soll-Ist-Vergleiches zu messen. Diese Messung erfolgt im Zuge einer projektbegleitenden Prüfung, die durchgängig und lückenlos alle relevanten Prozesse zwischen Projektbeginn und Projektende erfasst.
Im Zuge der Übernahme dieser Aufgabe durch die Interne Revision wurde aus Kapazitätsgründen entschieden, nicht internes Personal für die direkte Prüfung vor Ort einzusetzen, sondern externe Sachverständige zu beauftragen. Das Leistungsbild dieser Sachverständigen orientiert sich im Wesentlichen an dem Leistungsbild „Begleitende Kontrolle“ lt. Honorarordnung der Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten (BAIK).

Beispiel Sanierungsprojekte
Bisher setzte die Interne Revision „Begleitende Kontrollen“ mit großem Erfolg bei 27 Großbauprojekten ein, die ein Gesamtinvestitionsvolumen von ca. 300 Millionen Euro umfassten. Der Schwerpunkt lag auf der Generalsanierung von Stationen und Pavillons, aber auch Neubauprojekte wurden realisiert.
Die Funktion als sachkundiger Vertreter des Bauherrn bedingt, dass die „Begleitende Kontrolle“ völlig losgelöst von der Projektorganisation agieren muss. Auftraggeber für diese Leistung ist daher immer der Bauherr (vertreten durch die Interne Revision) und nicht der Bauprojektleiter.
Grundvoraussetzung für die Ausübung der Tätigkeit als „Begleitende Kontrolle“ ist eine besonders hohe Fachkunde, insbesondere auf dem Gebiet des Bauprojektmanagements. Ebenso müssen alle projektspezifischen Leistungsgruppen – neben dem Hoch- bzw. Tiefbau vor allem haustechnische und medizintechnische Anlagen sowie Themen der Betriebsorganisation – fachkundig beurteilt werden können. Eine besondere persönliche Eignung erfordert auch der nicht immer friktionsfreie Umgang mit Geprüften, der aufgrund der Prüfungstätigkeit unvermeidbar ist. Die Beibehaltung eines produktiven Arbeitsklimas ist auch ausdrücklich erforderlich, da ein wesentliches Leistungselement darin besteht, beratend auf den jeweiligen Bauprojektleiter bzw. sonstige Bauprojektbeteiligte einzuwirken.
Weiters sind entsprechendes schriftliches Ausdrucksvermögen und die Fähigkeit zur aggregativen Selektion einzelner Prozesselemente für die erfolgreiche Ausarbeitung von Berichten (Zwischenberichte, Quartalsberichte udgl.) Voraussetzung.
Aufgrund dieser umfangreichen Anforderungen zeigte sich, dass insbesondere kleine Unternehmen nur durch das Bilden von Arbeitsgemeinschaften bzw. das partielle Hinzuziehen von Sonderfachleuten der Aufgabenstellung als „Begleitende Kontrolle“ entsprechen können.
Unternehmen, die sich für die Ausübung dieses anspruchsvollen, aber interessanten Leistungsbildes interessieren, können in der Österreichischen Bauzeitung sowie im Amtsblatt der Stadt Wien entsprechende Bekanntmachungen (zweistufiges Verhandlungsverfahren) der Internen Revision des Wiener Krankenanstaltenverbundes ersehen.

Friedrich Prem

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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