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öbv-Geschäftsführer Michael Pauser über die Neuheiten am Baukongress.

Baukongress 2020: Be up to date

11.03.2020

Der Baukongress 2020 trotzt dem Corona-Virus. Am 23. und 24. April bietet die Österreichische Bautechnikvereinigung im Austria Center Vienna wieder eine optimale Plattform zum Wissensaustausch und Netzwerken. 

Baukongress 2020

Der internationale Baukongress dient als Informationsplattform und Branchentreff. Angeboten werden Vorträge, eine Ausstellung und Möglichkeiten zum Netzwerken. 2.000 Entscheidungsträgerinnen und -träger aus Bauwirtschaft, Politik und Wissenschaft werden erwartet.
Wann: 23 und 24. April 2020
Wo: Austria Center Vienna, Bruno-Kreisky-Platz 1, 1210 Wien
Alle Infos und Anmeldung unter: www.baukongress.at

Seit bereits 22 Jahren veranstaltet Michael ­Pauser, Geschäftsführer der Öster­reichischen Bautechnikvereinigung (öbv) mit seinem Team im Zwei-Jahres-Rhythmus den Baukongress. Von einer Veranstaltung mit einer Handvoll Unternehmen hat sich der Kongress mit mittlerweile 2.000 Besuchern und rund 100 Ausstellern zu einer Netzwerkplattform für die gesamte heimische Baubranche entwickelt. Auch für diesen Baukongress, der am 23. und 24. April im Austria Center Vienna stattfindet, hat sich Michael Pauser einiges überlegt. Auf die Besucher warten heuer wieder zahlreiche Vortrags-Highlights und gleich zwei Preisverleihungen. Und daran soll auch das Coronavirus nichts daran ändern, zumindest wenn es nach dem öbv-Geschäftsführer geht. 

Die unangenehme Frage gleich vorweg: Aktuell werden aufgrund des Coronavirus zahlreiche Messen und Veranstaltungen abgesagt. Wackelt auch der Baukongress?
Michael Pauser: Die Menschen sind natürlich verunsichert, und auch wir haben ein paar besorgte Nachfragen erhalten. Da der Kongress aber überwiegend von Teilnehmern aus Österreich besucht wird und das Veranstaltungsverbot bislang nur bis Anfang April gilt, wird aus heutiger Sicht der Baukongress 2020 wie geplant stattfinden. 

In diesem Jahr ist es bereits der 12. Baukongress  – inwiefern haben sich die Themen in den letzten Jahren verändert?
Pauser: Dank unserer Mitgliederzusammensetzung aus Planern, Bauindustrie, Auftraggebern, Forschung und Baustoffherstellern können wir relativ gut und vielseitig die Bedürfnisse und Herausforderungen der Branche ausloten. In den letzten Jahren haben sich die Themen immer mehr von der Materialtechnologie hin zu prozessorientierten- und baubetriebswirtschaft­lichen Fragestellungen entwickelt. Allen voran steht natürlich Building Information Modeling, aber auch Lean Construction und alternative Vertragsformen spielen zunehmend eine Rolle. 

Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Programm des diesjährigen Baukongresses wider. Ein ganzer Block widmet sich „BIM in der 
Praxis“. Ist BIM wirklich schon auf der Baustelle angekommen?

Pauser: BIM hat sich von der Theorie hin zum einem operativen Werkzeug entwickelt. Natürlich sind wir alle erst am Beginn dieser Entwicklung, aber zu warten, bis das große standardisierte Werk da ist, dauert zu lange. Deshalb muss man mit Pilot- oder Teilprojekten starten. Hier können wir auch in Österreich schon einiges vorweisen – und zwar nicht nur im Hochbau, sondern auch im Infrastruktur- und ­Straßenbau. Bauherren, Planer und Ausführende werden in dieser Session über ihre Erfahrungen sprechen. 

Ein Vortrag wird sich auch dem Merkmalservice der öbv widmen. Was kann man sich darunter vorstellen?
Pauser: Es wäre wünschenswert, einen standardisierten Merkmalserver zu haben, der alle Stücke spielen kann, aber das wird noch länger dauern. Allerdings haben wir nun mit dem öbv-Merkmalservice einen Prototyp entwickelt. Damit sollen künftig alle Merkmalserver gemappt werden können und Unternehmen ihre Daten hineinspielen bzw. bei Bedarf auch Bausteine herausnehmen können. Gemeinsam mit der TU Wien haben wir daraus ein von der FFG gefördertes Branchenprojekt gemacht, das zwei Jahre laufen soll. Erste Zwischenergebnisse können wir voraussichtlich im Jänner 2021 erwarten. 

Abgesehen von BIM – welche Programm-Highlights erwarten die Besucher sonst noch?
Pauser: Für Ausführende immer sehr interessant sind die Projektvorschauen z. B. von ÖBB oder ­Asfinag, aber auch von einzelnen Bauvorhaben wie in Graz das Reininghaus Quartier 12. Die Vorträge über die Voest-Brücken in Linz oder den Holzhybrid-Turm zeigen, dass wir mit unserem Programm bewusst alle Bau­stoffe abdecken. In der F&E-Session wird den Besuchern beispielsweise ein neues Einbauverfahren für Walzbetonstraßen vorgestellt, und sie werden in ­Sachen Bauteilaktivierung auf den neuesten Stand gebracht. Bei den meisten Vorträgen werden aber zusätzlich auch Themen wie BIM, Lean oder kooperative Projektabwicklung eine Rolle spielen. 

Das ist auch schon das Stichwort für die nächste Frage: Der KOOP-Award für die kooperativsten Projektteams auf der Baustelle geht schon in die dritte Runde. Wie ist es mittlerweile um die Kooperation auf heimischen Baustellen bestellt?
Pauser: Das Thema ist nach wie vor extrem wichtig und muss auch weiterforciert werden. Das ist auch mit ein Grund, warum wir an den Award festhalten, obwohl er bereits von einigen Institutionen kopiert wurde. Wir sind damit auf dem richtigen Weg – mit 20 Einreichungen haben wir in diesem Jahr so viel wie noch nie. Aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Das Bekenntnis von Auftraggeberseite ist da, und durch neue Ansätze wie partnerschaftliche Vertragsmodelle wird die kooperative Projektabwicklung weiter neue Impulse bekommen. Zum Thema alternative Vertragsformen haben wir auch einen eigenen öbv-­Arbeitskreis gegründet, um die Möglichkeiten für die heimische Bauwirtschaft auszuloten. 

Nach der Premiere 2018 wird es auch in diesem Jahr wieder eine Baukongress-App geben. Welche Funktionen bietet sie den Nutzern? 
Pauser: Vor zwei Jahren haben wir die App relativ schnell aus der Hüfte heraus konzipiert, und dafür waren wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Rund 700 von den 2.000 Besuchern hatten die App in Verwendung. Heuer haben wir die App weiterentwickelt – zusätz­liche Features sollen den Kongress sowohl für Besucher als auch für Aussteller und Vortragende noch einfacher und auch interaktiver gestalten. Ein ­Monat vor dem Baukongress wird die App in den ­Stores zum Download bereitstehen, damit ist genügend Zeit, vorab den Besuch individuell zu planen. Es können über die App bereits im Vorfeld Fragen an die Vortragenden übermittelt oder Aussteller kontaktiert werden. Außerdem gibt es eine Voting-Funktion für die anonym gestellten Fragen während der Vortragssession, die dafür sorgt, dass die Vorträge viel interaktiver werden. Auch die Teilnehmerliste wird direkt in der App bereitstehen, was das Netzwerken zusätzlich vereinfacht. So wollen wir den Nutzen und auch die Zahl der Nutzer deutlich erhöhen. Unser Ziel sind 50 Prozent der Besucher.

Neu aufgesetzt wurde auch die Abendveranstaltung des Baukongresses. Was erwartet die Besucher?
Pauser:
Den Kongressabend haben wir komplett neu konzipiert. Statt extern zu feiern, beenden wir den ersten Kongresstag wir mit einem Galaabend direkt im Untergeschoß des Kongresszentrums. Neben ausgezeichnetem Catering wird Kabarettist Gerry Seidl für Unterhaltung sorgen. Passend zu unserem Abendmotto „Be up to date“ verleiht die Brancheninitiative Bauforschung 2020 im Rahmen des Events zudem erstmals Preise an die besten Unternehmens-, Kooperations- und Netzwerkprojekte. Die Forschungsförderungsgesellschaft und die WKO Geschäftsstelle Bau haben als Träger dieser Initiative dafür aus 670 Einreichungen drei Kategoriesieger ausgewählt. Die Gäste können zudem eines der drei Projekte zum Pu­blikumssieger wählen. Diese Kooperation passt perfekt zum Baukongress, denn es werden auch hier die Leistungen von Bauherren, ­Planern, Ausführenden, Forschern und Herstellern vor den Vorhang geholt.

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