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Baulehre weiter im Aufwind

01.10.2010

Die BauAkademie Salzburg begrüßte kürzlich 175 neue Baulehrlinge bei der traditionellen Aufdingungsfeier. 250 Gäste feierten den Ausbildungsstart des Nachwuchses mit der Landesinnung Bau Salzburg.

Die Aufdingungsfeier ist ein traditioneller Akt, der auf die Bauhüttenordnung aus dem Jahr 1275 zurückgeht. Heuer konnte die Landesinnung Bau Salzburg in der BauAkademie 175 neue Baulehrlinge im feierlichen Rahmen begrüßen. Die künftigen Fachkräfte erhielten einen Werkzeugsack und wurden mit einem Sicherheitspaket mit Spezialschuhen, Stiefeln, Schutzhelm und Arbeitsanzug ausgestattet. Besonders freuten sich die Veranstalter darüber, auch einen weiteren weiblichen Lehrling in dem nach wie vor männlich dominierten Berufsbild des Maurers begrüßen zu dürfen. Melanie Braunstein aus Eugendorf wird künftig bei der Firma Doll in Seekirchen zu einer Fachkraft am Bau ausgebildet werden.

Qualifizierter Nachwuchs
Zudem nutzten die Veranstalter den feierlichen Rahmen, um die Sieger des diesjährigen Landeslehrlingswettbewerbs Bau auszuzeichnen. „Mit der Aufdingungsfeier für die neuen Maurerlehrlinge, die in diesen Tagen ihre Ausbildung beginnen, und mit der Kür der Besten unter den bestehenden Lehrlingen möchten wir unsere Wertschätzung gegenüber diesen jungen Menschen und unsere Freude über das wachsende Interesse an einer beruflichen Laufbahn im Baugewerbe zum Ausdruck bringen“, erklärte Johann Jastrinksy, Landesinnungsmeister Bau Salzburg. Von 250 Teilnehmern qualifizierten sich acht Lehrlinge für das Finale in Salzburg. Den ersten Platz erreichte Sebastian Hagn aus Weißbach bei Lofer von der Weißbacher Bauunternehmung Schmuck GmbH.

Manuel Palfinger aus Rauris von der Kaiserer Bau GmbH konnte sich den zweiten Platz sichern, und Manuel Huttegger aus Kleinarl von der Ebster Bau-Gesellschaft mbH erreichte den dritten Rang. Die beiden Erstplatzierten werden Salzburg beim Bundeslehrlingswettbewerb in Linz vertreten. Aktuell werden in Salzburg 374 Lehrlinge in Bauberufen ausgebildet. Im Jahr 2002 waren es noch 202 Lehrlinge. „Das ist eine Steigerung von knapp zehn Prozent pro Jahr. Auch bei den Ausbildungsbetrieben konnten wir von 66 auf 92 zulegen“, so Jastrinsky. „In kaum einem anderen Bundesland kann man sich über derartige Zuwachsraten bei den Baulehrlingen freuen“, betont Jastrinsky. Als Hauptgrund dafür sieht Jastrinsky die erfolgreiche Lehrlingsoffensive „Lehre am Bau“ an Salzburger Schulen, die im Jahr 2002 von der Landesinnung Salzburg gestartet wurde und als österreichweites Best-Practice-Beispiel gilt. Der Schwerpunkt dieser Informationsoffensive liegt darin, den Schülern der Pflichtschulen mittels Imagewerbung und Informationsarbeit das Thema „Lehre am Bau“ nahezubringen. So werden die Jugendlichen bereits während der Schulzeit mit dem Berufsprofil des Maurers, Tiefbauers und Schalungsbauers sowie den anschließenden Karrieremöglichkeiten in der Bauwirtschaft vertraut gemacht.


Ausbildungsbereitschaft steigt

Nicht nur immer mehr Jugendliche entscheiden sich für eine Lehre in einem Bauberuf – auch die Ausbildungsbereitschaft bei den Salzburger Betrieben kann sich sehen lassen. „Die hohe Ausbildungsberitschaft der Salzburger Bauunternehmen ist eine schöne Botschaft an die Jugend. Hier wird trotz schwieriger wirtschaftlicher Lage an der Zukunft gebaut“, erläutert Julius Schmalz, Präsident der Wirtschaftskammer Salzburg. Im Rahmen der Aufdingungsfeier lobte Julius Schmalz zudem die gute Zusammenarbeit mit der Bauinnung und der BauAkademie Salzburg und betonte, dass sich die Wirtschaftskammer Salzburg auch weiterhin massiv für die Anliegen in der Bauwirtschaft einsetzen wird. „Dazu zählen die Verlängerung der thermischen Sanierung und der Handwerkerbonus ebenso wie faire Ausschreibungsbedingungen für Klein- und Mittelbetriebe“, so Schmalz.

Auch Wilfried Haslauer, Wirtschaftsreferent und Landeshauptmann-Stellvertreter, hob den vorbildlichen Einsatz der Salzburger Lehrbetriebe und ihre Bereitschaft zur Ausbildung von neuen qualifizierten Nachwuchsfachkräften hervor. „Die Lehre stellt das solide Fundament für den beruflichen Werdegang von jungen Menschen dar. Hervorragend ausgebildete Facharbeiter sind für die Branche und den gesamten Wirtschaftsstandort Salzburg von großer Bedeutung“, so Haslauer.

Diana Danbauer

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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