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Bauli in der Volksschule

27.05.2009

Im April startete an der Volksschule Schwoich in Tirol das Pilotprojekt „Bau auf Bau“, mit dem junge Menschen für die Bauwirtschaft begeistert werden sollen. Eventuell wird die Initiative bald auf ganz Österreich ausgeweitet.

Bereits im Volksschulalter werden die ersten Vorentscheidungen für den späteren beruflichen Werdegang junger Menschen getroffen. Da die Bauwirtschaft immer bemüht ist, auch dem Nachwuchs die Vorteile einer Karriere am Bau aufzuzeigen, setzt die neue Initiative „Bau auf Bau“ bei den neun- bis zehnjährigen Mädchen und Buben der Tiroler Volksschule in Schwoich an. „Die Bauwirtschaft hat österreichweit eine sehr gute Form der Werbung für Lehrlinge installiert“, ist Anton Rieder, Baumeister, Landesinnungsmeister und Geschäftsführer der Firma Rieder Bau in Schwoich überzeugt. „Damit sprechen wir erfolgreich Schüler in der dritten und vierten Klasse Hauptschule und in den polytechnischen Schulen an.“ Dieses System wird bereits bundesweit durch eine Lehrlingsumlage finanziert. Die steigenden Lehrlingszahlen, die unter anderem im Tirol in den vergangenen Jahren zu verzeichnen waren, bestätigen den Erfolg dieser Initiativen. Dennoch geht der Trend – vor allem bereits nach Abschluss der Volksschule – nicht in Richtung Lehrberuf. „Es gibt einen starken Zug zur schulischen Ausbildung. Und wer sich zum Beispiel für das Gymnasium entscheidet, ist für die Lehre verloren“, so Rieder.
Die Initiative „Bau auf Bau“ wird von der Landesinnung Bau Tirol getragen und finanziert das Pilotprojekt. Im Juni soll die Kampagne bundesweit vorgestellt werden.

Interesse wecken

Um diesem Trend entgegenzuwirken, widmet sich die Initiative „Bau auf Bau“ bereits den jungen Volksschülern. Eine ganze Projektwoche soll den Mädchen und Buben der vierten Klasse Volksschule gewidmet werden, um die Fülle von Möglichkeiten einer Lehre am Bau aufzuzeigen und Interesse zu wecken. „Wir wollen Eltern, Lehrer und Schüler gleichermaßen für den Bau begeistern“, erklärt Anton Rieder. Das erklärte Ziel der Kampagne ist das Image der Bauwirtschaft zu stärken und bei der Zielgruppe das Bewusstsein für die interessanten Fachberufe, Chancen und Ausbildungsmöglichkeiten in der Bauwirtschaft zu schärfen. „Wir können gar nicht früh genug beginnen, die Jugend für den Bau zu begeistern und das Image der Branche aufzubessern. Das Projekt bietet die Möglichkeit, die Schüler spielerisch an die Berufswelt heranzuführen“, ist auch Heinz Lemmerer, Geschäftsführer der Landesinnung Bau von der Initiative überzeugt.

Die Initiatoren konnten sich über regen Zuspruch in Schwoich freuen. „Das Projekt hat mich und meine Kolleginnen sofort interessiert“, berichtet Josef Dillersberger, Bürgermeister von Schwoich und Direktor der Volksschule. „Ein zentrales Anliegen modernen Unterrichts ist es, aktuell, zeitgemäß und auch immer wieder praktisch zu arbeiten. Diese Gelegenheit geben uns die Firma Rieder Bau und die Wirtschaftskammer!“, so Dillersberger. Davon, dass eine hervorragende Berufsausbildung nach wie vor über eine Lehre erfolgversprechend ist, ist der VS-Direktor überzeugt: „Tüchtigen jungen Menschen wird etwa durch die Lehre mit Matura ein ganz neuer Weg geöffnet. Erste Entscheidungen über die Schullaufbahn fallen bereits in der Volksschule. Und da liegt es in unserer Verantwortung, die Schülerinnen und Schüler schon rechtzeitig für diesen Weg zu interessieren“.

„Bauli“ als Maskottchen

Zur gesamten Initiative wurde ein Maskottchen kreiert. Mit „Bauli“ konnten die Viertklässler der Volksschule Schwoich Ende April eine Woche lang in die Bauwelt hineinschnuppern. Die Kinder wurden in verschiedene Neigungsgruppen eingeteilt, in denen sie Objekte geplant und gebaut sowie Baustellen und Betriebe besucht haben. Abgeschlossen wurde die Woche mit einer großen Präsentation und einer Ausstellung aller Werkstücke. Auch Peter Scherer von der Bundesinnung Bau war von den Ergebnissen begeistert: „Kompliment – ein tolles Projekt. Es ist beeindruckend, was da in dieser Woche alles in Bewegung gekommen ist.“ Josef Dillersberger war nach der turbulenten Woche ebenfalls restlos überzeugt: „Unser Projekt Bau auf Bau ist hervorragend gelaufen, die Begeisterung der Kinder war groß, alle waren mit Feuereifer bei der Sache. Lebensnaher Unterricht, hervorragende Zusammenarbeit von engagierten Kräften aus Wirtschaft und Schule, Arbeitseifer und Freude unserer Schülerinnen und Schüler. Ich bin begeistert und kann das Projekt anderen Schulen nur weiterempfehlen!“ An einer bundesweiten Tournee von „Bauli“ wird gearbeitet.

Diana Danbauer

aus: bauzeitung 21/09, S.14

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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