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Baurecht als Herausforderung

14.01.2011

Die Universität Wien startet gemeinsam mit der Rechtswissenschaftlichen Fakultät zwei berufsbegleitende Weiterbildungslehrgänge zum Internationalen Baurecht, mit theoretischem und praktischem Bezug.

Die Globalisierung macht auch im Immobilien- und Baubereich nicht halt. Der Bedarf an international qualifizierten Mitarbeitern ist in den letzten Jahren bereits enorm gestiegen, und dieser Trend wird sich auch künftig noch weiter verschärfen. Die Universität Wien hat auf diese Nachfrage reagiert und zwei neue juristische Weiterbildungslehrgänge „International Construction Law (MLS und LL.M.) entwickelt. Im Frühjahr startet der erste Lehrgang, wobei Juristen nach drei Semestern mit dem Master of Laws (LL.M.) abschließen, während den nichtjuristischen Berufsgruppen wie etwa Bauingenieuren bzw. Baubetriebswirten nach vier Semestern ein Master of Legal Studies (MLS) verliehen wird.

„Der Weiterbildungsbedarf der im internationalen Baugeschäft Tätigen ist gerade im rechtlichen Bereich, insbesondere im Umgang mit international üblichen Standardverträgen, enorm. Der vorliegende Studiengang ist sehr gut geeignet, diesen Bedarf zu decken und eine signifikante Lücke im Bereich der Aus- und Weiterbildung zu schließen“, ist Peter Krammer, Mitglied des Vorstandes Strabag SE überzeugt.
Die Investitionssummen bei von Österreich aus realisierten Bauprojekten im Ausland sind jeweils sehr hoch, die durchschnittlich zu erzielenden Renditen im Vergleich zum Risiko aber eher gering. Im internationalen Bereich steigt dieses Risiko insbesondere dadurch, dass der heimische und vertraute Rechtskreis verlassen wird. Internationale Standardvertragsmuster und deren sichere Handhabung sind deshalb von grundlegender Bedeutung.

Praxis und Theorie
„Viele kostspielige und langwierige Prozesse im internationalen Baubereich entstehen oft wegen einfacher Fehler, die auf ein mangelndes Grundverständnis von internationalen Bauverträgen zurückzuführen sind“, weiß Wolfgang Breyer, Rechtsanwalt und Lehrgangskoordinator. Der berufsbegleitende Lehrgang verfolgt die direkte Verbindung zwischen Theorie und Praxis. Neben dem Internationalen Baurecht behandelt der Lehrgang auch das Baumanagement und den baubetrieblichen Bereich. Die Besonderheit und Einzigartigkeit liegt darin, dass der Universitätslehrgang „International Construction Law“ im kontinentaleuropäischen Rechtskreis angeboten wird. Hochrangige Experten aus Wissenschaft und Praxis aus dem In- und Ausland vermitteln aktuelles Wissen, das die Teilnehmer direkt in die Praxis umsetzen können. Um den internationalen Ansprüchen gerecht zu werden, ist der Universitätslehrgang zweisprachig und besteht dementsprechend aus deutsch- und aus englischsprachigen Lehrveranstaltungen. „Die zeitnahe Spezialisierung in praxisrelevanten Rechtsbereichen – wie etwa dem Internationalen Bauvertragsrecht – zählt zu den herausragenden Zielen der Weiterbildung an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien“, so Manfred Straube, Universitätsprofessor und Lehrgangsleiter.

Professionelle Weiterbildung
Neben der Zielgruppe der Juristen richtet sich der neue Lehrgang vor allem auch an nichtjuristische Berufsgruppen wie insbesondere Bauingenieure und Baubetriebswirte, da traditionell zu deren Aufgabengebiet in der Regel auch die Verhandlung und Umsetzung der entsprechenden Verträge gehört. Fundierte Kenntnisse des internationalen Baurechts, der baubetrieblichen Hintergründe sowie des Vertragswesens sind erforderlich, um anspruchsvolle Bauprojekte im Ausland zu realisieren.
Dass der Markt auf eine derartige Weiterbildung reagiert, zeigte sich bereits bei der Enquete „Internationales Baurecht – eine Herausforderung“ Ende Oktober 2010, bei der die beiden neuen Weiterbildungslehrgänge vorgestellt wurden.
 
Diana Danbauer

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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