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Bauschäden - Abdichtungsmängel an erdberührten Bauteilen

21.02.2008

Ein aktuelles Forschungsprojekt zeigt Mängelursachen bei Abdichtungen im Hochbau auf. Die Bauwirtschaft reagiert prompt – mit dem 2. Österreichischen Bauschadensbericht und der neuen IBF-Richtlinie.

Basierend auf dem Ende 2005 erschienen 1. Österreichischen Bauschadensbericht, der ergeben hat, dass von Wasser beanspruchte erdberührte Bauteile 25 Prozent der Schadensfälle ausmachen, hat das ofi-Institut für Bauschadensforschung (IBF) mit Unterstützung der Geschäftsstelle Bau der WKÖ sowie dem IFB-Institut für Flachdachbau und Bauwerksabdichtung bei der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) das zweijährige Forschungsprojekt „Vermeidung und Behebung der häufigsten Mängel und Schäden im Hochbau“ eingereicht. Der erste Projektteil „Feuchtigkeitsabdichtungen an erdberührten Bauteilen“ wurde im Sommer 2007 abgeschlossen. Das Ergebnis der Forschungsarbeit wird im 2. Österreichischen Bauschadensbericht zusammengefasst. Parallel wurde vom ofi-Institut für Bauschadensforschung (IBF) und dem IFB eine topaktuelle technische Richtlinie erarbeitet, die alle neuen und relevanten Anforderungen der ÖNormen B 2209 (Teil 1: „Abdichtungsarbeiten – Werkvertragsnorm – Teil 1: Bauwerke“, Teil 2: „Abdichtungsarbeiten – Werkvertragsnorm – Teil 2: Genutzte Dächer“) und B 7209 („Abdichtungsarbeiten für Bauwerke – Verfahrensnorm“) visualisiert. Dies bedeutet, dass der „2. Österreichische Bauschadensbericht“ und die IBF-Richtlinie „Feuchtigkeitsabdichtung an erdberührten Bauteilen“ künftig ein „Standardwerk“ für die ausführende Branche der Bauwerksabdichter und Baufirmen und natürlich auch für Planer ein „Muss“ sein wird, ist Michael Balak, Leiter des ofi-Institutes für Bauschadensforschung (IBF) überzeugt.

„Ziel des Forschungsprojektes war es, durch eine genaue Analyse den Ist-Zustand der Baumängel- und Bauschadensituation in Österreich zu ermitteln, um danach durch gezielte Forschungs-, Schulungs- und politische Maßnahmen eine mittel- und langfristige Reduktion der Baumängel- und Bauschäden zu bewirken“, erklärt Wolfgang Hubner, Leiter des IFB. Die Datenquellen bestanden aus schriftlichen Unterlagen, persönlichen Befragungen sowie der praktischen Applikation. Für die Analyse von Schadensfällen an Abdichtungen von erdberührten Bauteilen wurden zahlreiche (natürlich) anonymisierte Gutachten von Sachverständigen und Versicherungen verwendet.

Unterschiedliche Ausschreiber-Ziele

Als Grundlage für die Beurteilung der Ausschreibungsunterlagen wurde einerseits die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit herausgegebene standardisierte Leitungsbeschreibung Hochbau, Leistungsgruppe 12 „Abdichtungen“, herangezogen und andererseits die Bestimmungen der ÖNorm B 2209-1 Ausgabe 2002-07-01. „Der qualitative und quantitative Umfang der Ausschreibungsunterlagen variierte sehr stark. Bei den geprüften Ausschreibungsunterlagen kristallisierten sich zwei unterschiedliche ‚Ausschreiber-Ziele‘ heraus. Entweder wurden fast alle Positionen (teilweise auch jene, die nicht erforderlich sind) der standardisierten Leistungsbeschreibung verwendet, um die Leistung so genau als möglich zu beschreiben, oder alle erforderlichen Neben- und Vorbereitungsleistungen wurden in ausführliche Vorbemerkungen verpackt, sodass die eigentliche Ausschreibung dann nur wenige Positionen umfasste. Präzise Angaben über Flächenmaße der Abdichtung bzw. Laufmetern von Anschlüssen waren häufig sehr ungenau, Beschreibung von z. B. Rohrduchführungen selten. Verwertbare Ausführungspläne oder Skizzen waren praktisch nicht vorhanden“, berichten Balak und Hubner. Auch zahlreiche Arbeiter wurden befragt. In der anonymen Erhebung wurden unter anderem die berufliche Qualifikation, die Arbeitsanweisungen auf der Baustelle, Verbesserungsmaßnahmen, Mängeleinschätzung und viele andere Fragen anhand eines Fragebogens aufgenommen. Die Befragung erfolgte im Regelfall vor Ort beim Besuch der Baustellen. Im Zuge des jährlichen IFB-Symposiums wurden – u. a. zu den Themenbereichen Bewertung von Planungs- und Ausschreibungsunterlagen, Vergleich der Planungs- und Bauzeiten, Verbreitung und der Anwendbarkeit der einschlägigen Normen und Vorschriften – facheinschlägige Personen wie z. B. Baumeister, Planer, Sachverständige etc. mittels eines anonymen Fragenbogen befragt. So viel kann schon verraten werden, dass die Qualität der zur Verfügung gestellten Planungs- und Ausschreibungsunterlagen die zur Verfügung stehenden Zeiten für die Planung/Vorbereitung die Verbreitung, Bekanntheit und Anwendbarkeit der ÖNormen B 2209 (Teil 1: „Abdichtungsarbeiten – Werkvertragsnorm – Bauwerke“) und B 7209 („Abdichtungsarbeiten für Bauwerke – Verfahrensnorm“) Einschätzung der Entwicklung der Qualität von Abdichtungsarbeiten von erdberührten Bauteilen seit dem Jahr 2000 sehr kritisch eingeschätzt wurde.

Besuch auf Baustellen

Interessant waren die Einschätzungen der im Regelfall ausschreibenden Personen über die Gesamtbehebungskosten für die Mängel-/Schadensbehebung an erdberührten Bauteilen insbesondere bei Frage 4.1: „Wie hoch schätzen Sie die Kosten für die Mängel-/Schadensbehebung in Prozent des Gesamtpreises (ohne Mehrwertsteuer)?“ Basisauftrag des Forschungsprojekts war der Besuch von zahlreichen Baustellen, um die Ausführungsqualität sowie die Randbedingungen zu analysieren. Diese aktuelle, praxisgerechte und reale Auswertung der augenscheinlich erkennbaren Ausführungen machen die Konklusion (IBF-Richtlinie) dieses Forschungsprojektes zu einer unerlässlichen Informationsquelle zur Reduktion von Baumängeln. Bei der Auswahl der Bauvorhaben wurden folgende Kriterien beachtet:

• Verteilung der ausgewählten Baustellen auf verschiedene Bundesländer
• Verschiedene ausführende Firmen
• Unterschiedliche Art der Gebäude (Wohnen, Handel, Bildung etc.)
• Unterschiedliche Größe der Bauvorhaben (Einfamilienhaus, Reihenhausanlage, Mehrfamilienwohngebäude, Fachmarktzentren etc.)
• Unterschiedliche Anordnung und Ausführungsarten der Abdichtung

Natürlich unterliegen die Ergebnisse der einzelnen Projekte streng den Gesetzen des Datenschutzes. Die Untersuchungen bestätigten die Schadensanfälligkeit von erdberührten Bauteilen, die der 1. Österreichische Bauschadensbericht aufgezeigt wurden unter anderem die berufliche Qualifikation, die Arbeitsanweisungen auf der Baustelle, Verbesserungsmaßnahmen, Mängeleinschätzung und viele andere Fragen anhand eines Fragebogens aufgenommen. Die Befragung erfolgte im Regelfall vor Ort beim Besuch der Baustellen. Im Zuge des jährlichen IFB-Symposiums wurden – u. a. zu den Themenbereichen Bewertung von Planungs- und Ausschreibungsunterlagen, Vergleich der Planungs- und Bauzeiten, Verbreitung und der Anwendbarkeit der einschlägigen Normen und Vorschriften – facheinschlägige Personen wie z. B. Baumeister, Planer, Sachverständige etc. mittels eines anonymen Fragenbogen befragt. So viel kann schon verraten werden, dass die Qualität der zur Verfügung gestellten Planungs- und Ausschreibungsunterlagen die zur Verfügung stehenden Zeiten für die Planung/Vorbereitung die Verbreitung, Bekanntheit und Anwendbarkeit der ÖNormen B 2209 (Teil 1: „Abdichtungsarbeiten – Werkvertragsnorm – Bauwerke“) und B 7209 („Abdichtungsarbeiten für Bauwerke – Verfahrensnorm“) Einschätzung der Entwicklung der Qualität von Abdichtungsarbeiten von erdberührten Bauteilen seit dem Jahr 2000 sehr kritisch eingeschätzt wurde.

Besuch auf Baustellen

Interessant waren die Einschätzungen der im Regelfall ausschreibenden Personen über die Gesamtbehebungskosten für die Mängel-/Schadensbehebung an erdberührten Bauteilen insbesondere bei Frage 4.1: „Wie hoch schätzen Sie die Kosten für die Mängel-/Schadensbehebung in Prozent des Gesamtpreises (ohne Mehrwertsteuer)?“ Basisauftrag des Forschungsprojekts war der Besuch von zahlreichen Baustellen, um die Ausführungsqualität sowie die Randbedingungen zu analysieren. Diese aktuelle, praxisgerechte und reale Auswertung der augenscheinlich erkennbaren Ausführungen machen die Konklusion (IBF-Richtlinie) dieses Forschungsprojektes zu einer unerlässlichen Informationsquelle zur Reduktion von Baumängeln. Bei der Auswahl der Bauvorhaben wurden folgende Kriterien beachtet:

• Verteilung der ausgewählten Baustellen auf verschiedene Bundesländer
• Verschiedene ausführende Firmen
• Unterschiedliche Art der Gebäude (Wohnen, Handel, Bildung etc.)
• Unterschiedliche Größe der Bauvorhaben (Einfamilienhaus, Reihenhausanlage, Mehrfamilienwohngebäude, Fachmarktzentren etc.)
• Unterschiedliche Anordnung und Ausführungsarten der Abdichtung

Natürlich unterliegen die Ergebnisse der einzelnen Projekte streng den Gesetzen des Datenschutzes. Die Untersuchungen bestätigten die Schadensanfälligkeit von erdberührten Bauteilen, die der 1. Österreichische Bauschadensbericht aufgezeigt hat. Werden die einschlägigen Önormen als Maßstab herangezogen, entsprach keine der untersuchten Abdichtungen in allen Punkten den ÖNormen. Die Bestimmungen der ÖNormen sind sehr detailliert und umfassend. Somit ist der Stand der Technik ausreichend genau definiert. Die Umsetzung dieses Wissens in Planung, Ausschreibung und handwerklicher Ausführung weist teilweise erhebliche Lücken auf, insbesondere in folgenden Bereichen:

• Einschätzung der Wasserbeanspruchung
• Berücksichtung des erforderlichen Arbeitsraumes
• Untergrundvorbehandlung in Bezug auf Ebenflächigkeit, Festigkeit etc.
• Ausführung von Hohlkehlen beim Anschluss Fundamentplatte/Wand
• Planung und Ausführung von Durchdringungen und Fugen
• Anschlüsse an den Bestand
• Schutz der Abdichtung (Wärmedämmung, Noppenbahnen)
• Hinterfüllung der Baugrube
• Drainage
• Kontrolle der Abdichtungsarbeiten
• Arbeitssicherheit

Das durchgeführte Forschungsprojekt und die daraus resultierenden Erkenntnisse zeigen, wie Bauforschung für die Praxis und zum Nutzen der Anwender gelebt werden kann.

Weiterbildung hilft

Aufbauend auf den Ergebnissen des ersten Projektjahrs werden vom ofi-Institut für Bauschadensforschung und dem IFB Institut für Flachdachbau und Bauwerksabdichtung Seminare und Schulungen angeboten. Die Schulungen dienen zur Weiter- bzw. Höherqualifizierung der Arbeiter, um einerseits die handwerkliche Qualität zu verbessern, und andererseits Ausführungsmängel zu reduzieren. Die Seminare richten sich an die Planer, Ausschreibende und Bauleiter zur Verbesserung des Wissens um die richtige Planung und Ausschreibung der Abdichtung von erdberührten Bauteilen.
Weiters wurde vom IFB der Aufbau eines Zertifizierungs- und Qualitätssicherungssystem für Abdichtungsbetriebe gestartet. Geplante Voraussetzung für die Erlangung des Gütezeichens soll eine Mindestanzahl von geschulten Arbeitern pro Firma, die Fremdkontrolle einer gewissen Anzahl von Projekten pro Jahr und die Eigenkontrolle und Dokumentation aller Bauvorhaben entsprechend der Ausführungscheckliste sein. Durch die Überprüfung und Dokumentation der Arbeiten ist es möglich, Fehler und Mängel zu vermeiden bzw. ohne hohe Kosten noch in der Ausführungsphase zu beheben. Die Vorlage der Dokumentation der Abdichtungsarbeiten beim Verkauf einer Immobilie in Rahmen einer Due-Diligence reduziert mögliche Risikoabschläge für die Rückstellung von Finanzmitteln für San­ierungen der Abdichtungen und erhöht somit den Wert des Objekts. Den ersten Betrieben konnte schon nach eingehender Prüfung das IFB-Gütezeichen verliehen werden.

Mit der Verbreitung der IBF-Richtlinie, den oben angeführten Schulungs- und Seminarangeboten und dem Zertifizierungs- und Qualitätssicherungssystem sollen folgende Ziele erreicht werden:

• Erhöhung der Qualität von Planungsleistungen
• Reduzierung von Planungs- und Ausführungsfehlern
• Verbesserung der Arbeitsabläufe und Sicherheit, Optimierung der Koordination mit anderen Gewerken
• Verlängerung der Instandsetzungszyklen.

Neben der Zusammenfassung der Forschungsergebnisse in technische Richtlinien und dem Aufbau des IFB-Schulungs- und Qualitätszertifikats konnte eine praktisch anwendbare Entwicklung reifen. Eine Vielzahl der kontrollierten Abdichtungsanschlüsse an der Fundamentplattenstirnseite war nicht hinterlaufsicher. Nicht in allen Fällen waren Fehler in der handwerklichen Verarbeitung auslösend, langfristig einwirkende Feuchtigkeit auf ungeschützte Betonflächen an der Bodenplatte zieht quasi kapillar Feuchtigkeit zwischen vertikaler Abdichtung und Beton. Dies führt langfristig zu einem Ablösen der Abdichtung. Die Skizze links zeigt die Entwicklung eines Bitumentrapezes welches mit der Herstellung der Bodenplatte mit einbetoniert wird. Die darauffolgende Abdichtung kann nun vollflächig und homogen aufgeklebt werden. Weiters übernimmt das Bitumentrapez eine ähnliche Funktion wie die eines Fugenbands.

Gisela Gary

aus: bau.zeitung 07/08, S. 12ff.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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