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Bausparen

22.11.2004

Österreich ist ein Bausparland. Baumeister können sich mit einem breiten Know-how in puncto Finanzierungsvarianten einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Service ist das Stichwort. Auch Baumeister müssen hier dran bleiben und ihr Angebotsspektrum erweitern. Dazu zählt ebenso das Know-how rund um die Finanzierung eines Bauvorhabens. Die Beratung des Bauherren kann von der Auswahl des Grundstücks bis zur Finanzierung des Hauses reichen. Der Trend geht in Richtung All Inclusive. Serviceangebote, die Bauherren den wesentlichsten Teil – die solide Finanzierung des Bauprojekts – quasi abnehmen, sind gefragt. Nur so können Bauherren dabei unterstützt werden, möglichst alle Möglichkeiten der Finanzierungen und Förderungen auszuschöpfen.
Nach wie vor hoch im Kurs liegt Bauen mit Bauspardarlehen. Mit einer Finanzierungsleistung von 1.757 Millionen Euro per Ende September 2004 konnten sich alle österreichischen Bausparkassen (Allgemeine Bausparkasse, Bausparkasse Wüstenrot, Raiffeisen Bausparkasse sowie s Bausparkasse zusammen) um nahezu ein Viertel steigern (plus 24,2 Prozent). Zur Steigerung der Finanzierungsleistung haben die verstärkten Investitionen der Privaten in Immobilien, aber auch die Zinssenkungen beigetragen, erklärt Josef Schmidinger, Generaldirektor der
s Bausparkasse und Vorsitzender des Arbeitsforums österreichischer Bausparkassen.
Rund zwei Drittel aller Österreicher vertrauen auf das Bausparsystem. Die große Beliebtheit vom Bausparen spiegelt sich auch in der vierteljährlichen von Fessel + GfK durchgeführten Finanzmarktdatenprognose wider, die Bausparen auch im 3. Quartal 2004 als die Spar- und Vorsorgeform mit der höchsten Attraktivität ausweist: 58 Prozent der Befragten gaben an, dass Bausparen für sie die „interessanteste“ Möglichkeit der Zukunftsvorsorge bildet.
Insgesamt gab es per Ende September 2004 in Österreich rund 5,2 Millionen Bausparkonten.

Vorteil: fixer Zinssatz
Bei der Wohnbaufinanzierung weist Schmidinger darauf hin, dass der Zinssatz für Neukredite bei der s Bausparkasse ab 2,95 Prozent beträgt, womit die Bausparfinanzierung zurzeit die günstigste unter allen Wohnbaukrediten ist. Zum Vergleich: Die Banken liegen bei 4,18 Prozent. Beim Bestand mit Kreditrestlaufzeiten von mehr als fünf Jahren kommt die s Bausparkasse auf vier bis 4,25 Prozent, bei den anderen inländischen Kreditinstituten zahlt der Kunde im Durchschnitt 4,56 Prozent.
Harte Kritik kommt von Schmidinger gegenüber dem Anstieg der Fremdwährungsfinanzierung im privaten Wohnbau. Bei der Wohnfinanzierung haben die Fremdwährungskredite die Bauspardarlehen mittlerweile überrundet. „Irgendwann wird es zu einer zweiten Währung für Kredite kommen. Wenn der Trend anhalte, in Euro zu sparen und in fremder Währung Kredite aufzunehmen, frage ich mich, wie es der Aufsicht damit auf Dauer geht“, so Schmidinger.
In Österreich liegt der Anteil der Fremdwährungskredite an den gesamten Wohnkrediten bereits bei rund 28 Prozent, die Bauspardarlehen kommen auf rund 22 Prozent. In den ersten acht Monaten 2004 seien die Wohnkredite von 55,1 auf 60,6 Milliarden Euro angestiegen, dabei erhöhten sich die Fremdwährungskredite von 13,3 auf rund 17 Milliarden Euro, bei den Euro-Krediten gab es einen Anstieg von rund 42 auf rund 44 Milliarden Euro. Bei den Zinsen sei der Abstand zum Schweizer Franken durch dessen Zinsanstieg schon relativ gering, so Schmidinger.

Beratung als Wettbewerbsvorteil
Über Finanzierungen Bescheid zu wissen, ist ein klarer Wettbewerbsvorteil für Baumeister wie auch Planer. Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle müssen je nach Bauvorhaben und Finanzkraft des Bauherren sorgfältig abgewogen werden. Der Trend in Österreich geht laut Schmidinger klar weiter in Richtung Sanierung: „Dieser Bereich wird meiner Einschätzung nach auch in den kommenden Jahren noch stärker werden. Dies hängt nicht zuletzt mit den Energiepreisen zusammen. Es werden viel mehr energiesparende Investitionen getätigt.“ Schmidinger bietet allen Baumeistern eine Beratung an, um Bauherren, noch bevor der erste Plan gezeichnet wird, einen Überblick über die aktuellen Förderungsmöglichkeiten – die wie auch die Bauordnungen in jedem Bundesland anders gestaltet sind – bieten zu können.
Den Neubau beschreibt Schmidinger für 2004 als konstant mit 17.000 Einheiten beim Einfamilienhaus. Im mehrgeschoßigen Wohnbau ist jedoch eine Steigerung zu erwarten. „Hier wiederum spüren wir ein West-Ost-Gefälle, im Osten ist die Wohnungsnachfrage im Steigen“, erklärt Schmidinger. Bei der Ausführung liegen nach wie vor Massivbauten hoch im Kurs. Es wird auch wieder stärker in den Bau eines Hauses investiert – hohe Qualität wird seitens der Bauherren gefordert. 2004 erweist sich als erfolgreiches Jahr in Sachen Bausparen – 25 Prozent mehr Darlehensnachfrage als 2003 untermauert das hohe Vertrauen in die Finanzierungs- und Sparform. Für 2005 zeigt sich Schmidinger optimistisch. Baumeister können den Aufschwung nützen: Sie erhalten maßgeschneiderte Pakete, die ihnen in ihrer täglichen Arbeit einen absoluten Wettbewerbsvorteil verschaffen können.
Gisela Gary

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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