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Bausparkassen wehren sich gegen Prämienkürzung

20.02.2012

Falsches Signal, empfindliche Störung des Gesamtsystems: Kürzung bringt dem Staat weniger als sie kostet!

Die Pläne der Bundesregierung, die Bausparförderung im Rahmen des Sparpaketes einzuschränken, haben auch die Bausparkassen erst aus den Medien erfahren! Es gab keine Hinweise, keine Kontaktaufnahme, keine wie immer gearteten Verhandlungen.

Dieses Vorhaben ist für die Österreicher, die Wirtschaft und den Staat gleichermaßen gefährlich wie kontraproduktiv.

 

Schwächt die Wirtschaft

Die österreichischen Bausparkassen sind durch die gesetzliche Verpflichtung angehalten, jeden Spareuro für Investitionen in Wohnen, Pflege und Bildung zu veranlagen. Eine Reduktion im Ansparaufkommen hat daher eins zu eins unmittelbar Auswirkung auf die Kreditvergabe und damit auf die Investitionen in Österreich. Dies schwächt nachhaltig die Wirtschaft und verringert die Staatseinnahmen.

 

Kürzung bringt weniger als sie kostet!

Ein Rückgang der jährlichen Finanzierungsleistung um nur einige Prozent-punkte würde dem Staat mehr Geld durch geringere Umsatzsteuereinnahmen kosten als er sich an Bausparförderung erspart. Im Detail: Die Halbierung der Förderung, wie von der Politik geplant, hätte zwar Einsparungen für den Staat von rund 57 Mio. Euro jährlich (bei einer 3-prozentigen Bausparprämie) zur Folge. Bei einem Rückgang der Sparleistung gingen damit aber in viel größerem Ausmaß auch die Mehrwertsteuereinnahmen verloren.

Die Bausparförderung bringt einen hohen Multiplikatoreffekt und Umwegrentabilität: Das 30-fache des Einsatzes fließt in Wirtschaft zurück. Es gibt keine effektivere Form der Wohnbauförderung.

 

Größter Angriff auf das Bausparsystem

Bausparen ist seit vielen Jahrzehnten mit dem zweiten „Anlageklassiker", dem Sparbuch, die beliebteste Sparform der Österreicherinnen und Österreicher. Von der Bausparförderung profitieren derzeit 5,6 Mio. Sparer und Darlehensnehmer.

Gerade in der „Finanzkrise" punktete Bausparsektor als verlässliche, stabile Institution; keine Bausparkasse hat Geld vom Staat gebraucht. Jetzt werden Menschen, die gerade jetzt auf Sicherheit setzen, verunsichert!

 

Trifft den Wohnbau und die Bauwirtschaft massiv

Rund 3,5 Mrd. Euro fließen jährlich von den heimischen Bausparkassen direkt in den privaten Wohnbau. Eine Verknappung der Eigenmittel führt zu restriktiverer Vergabe von Baudarlehen, es können also nicht mehr alle Darlehenswünsche rasch befriedigt werden, der private Wohnbau wird zurückgehen.

Eine Schwächung der Förderung bedeutet schlicht auch eine Schwächung des Bau- und Baunebengewerbes, das in Österreich stark von Klein- und Mittelbetrieben besetzt ist. Betriebe, die gerade für Österreichs Wirtschaft eminent wichtig sind.

 

Die Kürzung ist nicht sozial

Das Vorhaben trifft mehr als 60 % der österreichischen Bevölkerung, vor allem den „Kleinen Mann", den Sparer, der für sich, seine Kinder und Enkelkinder attraktiv und ohne jedes Risiko sparen möchte und sich zudem automatisch den Anspruch auf ein langfristig berechenbares Darlehen sichert.

Wie unsozial die beabsichtigte Kürzung der Bausparprämie ist, zeigen auch folgende Fakten: Die Solidarabgabe, die so genannte „Reichensteuer", ist bis 2016 befristet die beabsichtigte Kürzung der Bausparprämie soll UNBEGRENZT gelten.

Übrigens: Der Erlös aus der überfallsartigen Prämienkürzung beim Bausparen und der Zukunftsvorsorge ist höher als die „Reichensteuer".  Die österreichischen Bausparkassen fordern daher: „Hände weg von der Bausparprämie!" und werden sich für ihre 5,6 Millionen Kunden einsetzen!

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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