Direkt zum Inhalt
Trotz Corona-Virus: Österreichs Baustellen laufen dank neuer Schutzmaßnahmen wieder an.

Baustellen laufen dank neuer Covid-19 Schutzmaßnahmen wieder an

27.03.2020

Dank der neuen Schutzmaßnahmen läuft die Baubranche in Österreich wieder an. Baufirmen rechnen trotz Corona mit einem Vollbetrieb nach Ostern.

Gemeinsam mit Teilen der Bundesregierung erarbeiteten die Sozialpartner klare Regeln für eine Weiterführung der Baustellen. So können nach Wochen der Unsicherheit in der Baubranche Baustellen weitergeführt werden.

Trotz Corona kein Baustopp

Schon ziemlich wurde in den Verhandlungen von Regierungsseiten klar gemacht, dass ein genereller Baustopp keine Option ist. Deswegen erarbeiteten die Bausozialpartner gemeinsam neue Schutzmaßnahmen, die schließlich auch Zustimmung von Seiten der Politik erhielten.

Neue Schutzmaßnahmen für die Baustellen

Neu sind die verpflichtenden Schutzmaßnahmen (hier im Detail) im Falle einer Weiterführung des Baubetriebs. Gemäß der Sozialpartnervereinbarung kann der Mindestabstand bei notwendigen Arbeiten auf der Baustelle nun unterschritten werden, sofern Mund und Nase aller beteiligten Personen geschützt sind und Angehörige von Risikogruppen nicht für solche Arbeiten eingesetzt werden. Zu den weiteren Vereinbarungen gehören arbeitshygienische Maßnahmen wie regelmäßige Desinfektion der Einrichtungen auf der Baustelle und organisatorische Maßnahmen wie eine zeitliche Staffelung der Arbeiten.

Die notwendige Schutzausrüstung muss von den Baufirmen ihren Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden.

Frömmel: Bau als Schlüsselbranche kommt nicht zum Erliegen

Hans-Werner Frömmel, Bundesinnungsmeister Bau, kommentiert das Ergebnis: „Die Gesundheit der Arbeitnehmer hat oberste Priorität. Gleichzeitig müssen wir dafür Sorge tragen, dass die Produktion dort aufrecht erhalten werden kann, wo dies aus gesamtwirtschaftlicher Sicht notwendig und aus gesundheitspolitischer Sicht vertretbar ist. Mit der von den Bau-Sozialpartnern erzielten Handlungsanleitung wird sichergestellt, dass die Bauwirtschaft als eine Schlüsselbranche nicht zum Erliegen kommt und dort weitergearbeitet werden kann, wo es möglich und sinnvoll ist.“

Muchitsch: bestmöglichen Schutz gewährleisten

Obwohl GBH-Bundesvorsitzender Josef Muchitsch vehement einen kompletten Baustopp gefordert hat, war schon am Montag absehbar, dass die Regierung diesem nicht zustimmen wird. Deswegen kämpfte man vor allem um ausreichende Schutzmaßnahmen für Arbeiter. „Klare Richtlinien auf Baustellen sollen die Gesundheit aller Beteiligten – alle Arbeitnehmer, Zulieferer, Anrainer usw. – bestmöglich schützen“, so Muchitsch. „Der Gesundheitsminister hat zugesagt, diese Inhalte einer Prüfung zu unterziehen, um ehestmöglich einen Erlass zu erstellen. Damit erhalten diese Schutzmaßnahmen auch eine rechtliche Verbindlichkeit.“

Anschober: Gute Lösung

„Nach intensiven Verhandlungen ist gelungen, eine Einigung der Sozialpartner über die zukünftige Vorgangsweise bei Baustellen zu schaffen“, stellt Gesundheitsminister Rudolf Anschober fest. Das Wichtigste dabei sei, dass der Gesundheitsschutz der Mitarbeiter höchste Priorität hat und in allen Bereichen klar definiert und durch direkte Handlungsanleitungen festgeschrieben ist. Das schaffe Sicherheit und Schutz. „Wir prüfen nun die Möglichkeit, die Handlungsanleitungen auch direkt in einem Erlass festzuschreiben“, so Anschober abschließend.

Österreich: Es wird wieder gebaut

Als erstes reagierte die Bauindustrie: Die Strabag nimmt ihre Bautätigkeit wieder auf. Die Habau zog nach und gab bekannt ihre Bautätigkeit wieder hoch zu fahren. Auch die Porr nimmt den Betrieb der temporär eingestellten Baustellen in Österreich schrittweise wieder auf. Ziel ist es, dass nach Ostern nahezu wieder Vollbetrieb herrscht. Ebenso fährt die Asfinag ihre Baustellen ab sofort wieder kontrolliert hoch und will diese in der derzeitigen Situation bestmöglich vorantreiben. 

Autor/in:
Christoph Hauzenberger
Werbung

Weiterführende Themen

Um die (Bau-)Wirtschaft am Leben zu halten, bedarf es Investitionsfördernder Maßnahmen, fordert Bundes­innungsmeister Hans-Werner Frömmel.
Aktuelles
20.05.2020

3,5 Prozent BIP-Wachstum prognostizierte das Wifo im April für 2021. Damit diese Zunkunftsaussichten aber auch Realität werden, sind auch im Bau umfassende ­Konjunkturprogramme dringend ...

Wienerberger hat sehr schnell reagiert und ein umfassendes Maßnahmenprogramm zur Bewältigung der Auswirkungen der Krise aufgelegt", sagt Vorstandsvorsitzender Heimo Scheuch.
Aktuelles
15.05.2020

Trotz eines starken ersten Quartals verzeichnet die Wienerberger AG erste negative Auswirkungen der Coronakrise. Für das Gesamtjahr 2020 rechnet man mit einem Minus von 15 bis 20 Prozent.

42 Prozent der befragten Tiroler Betriebe geben an, dass sie sehr stark bzw. stark von gestoppten Vergabeverfahren im öffentlichen Bereich betroffen sind
Aktuelles
06.05.2020

Die Unternehmen haben wieder Boden unter den Füßen und sind voller Tatendrang, so das Fazit eines ...

"Krisen sind ohnehin Beschleuniger von bereits vorhandenen Trends und die Digitalisierung ist mit Sicherheit so ein Trend", sagt Digitalisierungsexperte Markus Heingärtner.
Aktuelles
06.05.2020

Österreichische KMU haben noch viel Aufholbedarf, wenn es darum geht, neue digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln, sagt Markus Heingärtner. Die aktuelle Corona-Krise biete hier zwar Potenzial, ...

"Auch für uns ist es sehr wichtig, dass Genehmigungsverfahren wie üblich weiterbearbeitet und abgeschlossen werden", sagt Wienerberger Geschäftsführer Johann Marchner. "Wenn dem nicht so ist, bedeutet das nicht nur für Wienerberger und Pipelife, sowie für die gesamte Baubranche sowie sämtliche Neben- und Zulieferbetriebe ab Spätsommer große Verzögerungen.
Aktuelles
30.04.2020

Aktuell werden in Österreich nur sehr eingeschränkt Bauverhandlungen durchgeführt. Hält dieser Zustand weiter an, sehen Wienerberger Österreich und das Schwesterunternehmen Pipelife Austria, Grund ...

Werbung