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Beim oberösterreichischen Schalungshersteller Ringer kann trotz Coronakrise weiter produziert werden.

"Baustopp ist zu empfehlen"

25.03.2020

Noch läuft die Produktion normal weiter. Warum Markus Ringer dennoch für einen Baustopp wäre und wie der oberösterreichische Schalungshersteller mit der Krise umgeht. 

Markus Ringer: "In unserer Branche wäre ein allgemeiner Baustopp von maximal 2 Wochen zu Ostern durchaus anzudenken, wenn nicht zu empfehlen."

Auch die Zulieferer sind von der Corona-Krise massiv betroffen. Während es bei Baumaterialien wie Zement zum Teil fast Hamsterkäufe getätigt werden, bricht die Nachfrage bei anderen Bauprodukten ein. Markus Ringer vom oberösterreichische Schalungshersteller Ringer erzählt, wie sie mit der Corona-Krise umgehen. 

Wie ist aktuell die Stimmung bei Ringer und bei Ihren Kunden?

Markus Ringer: Die allgemeine Stimmung bei Ringer ist den Umständen entsprechend relativ gut. Die Produktion läuft weiter und auch das Tagesgeschäft wird weiterhin abgewickelt. Laufende Projekte werden so gut es geht bearbeitet und auch unsere aktuellen Investments werden nicht gestoppt.

Die Stimmung bei unseren Kunden variiert je nach Gebiet. So sind unsere Kunden im Osten  positiver gestimmt, als jene im Westen. Dieses Verhalten lässt sich auf die aktuelle Ausgangssperre sowie die Quarantäneverordnung in Tirol  rückzuschließen. Viele Betriebe im Westen mussten im Zuge der Epidemie vorübergehend schließen. Durch laufende Abstimmung und Zusammenarbeit mit unseren Geschäftspartnern versuchen wir deren Anliegen und Bedürfnisse so weit wie möglich zu behandeln. Im Ausland hingegen besteht nach wie vor Bedarf an unseren Produkten. Die Hoffnung besteht jedoch, dass bereits nach Ostern der Baustellenbetrieb wieder aufgenommen wird und sich der Arbeitsalltag normalisiert.

Wie geht Ringer mit Covid-19 um?

Markus Ringer: Die Sicherheitsbestimmungen sind notwendige Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und des eigenen Wohls. Alle Sicherheitsbestimmungen werden strikt eingehalten. In Abteilungen, wo es möglich ist seine Arbeitsleistung auch daheim zu erledigen, wurde auf Homeoffice umgestellt. Wo arbeitsbedingt eine physische Anwesenheit notwendig ist, wird nur noch in kleinen Teams, mit ausreichend Sicherheitsabstand, gearbeitet. Darüber hinaus werden Alturlaubstage und Zeitausgleichsstunden abgebaut. Kurzarbeit ist wie für viele andere Unternehmen, auch für uns ein großes Thema. Oberste Priorität hat die Sicherheit der Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter. Darum möchten wir auch auf jegliche Kündigungen verzichten!

Nehmen Sie Förderungen in Anspruch?

Markus Ringer: Wie viele andere Firmen werden auch wir Kurzarbeit beantragen. Jedoch in  der Hoffnung dass diese, wenn überhaupt, nur in geringem Ausmaß erforderlich ist.

Sie meinten, die Nachfrage sei auf praktisch 0 zurückgegangen. Wie gehen Sie damit um? Produzieren Sie weiter?

Markus Ringer: Die Nachfrage ist glücklicherweise nicht komplett auf null gesunken, sondern den Umständen entsprechend zurückgegangen. Wir hoffen jedoch, dass nach dieser Epidemie ein starker Nachholbedarf an unseren Produkten besteht. Wir produzieren natürlich weiterhin, um für den zukünftigen Kundenbedarf bestens vorbereitet zu sein.

Könnten Sie bei Bedarf ganz normal liefern?

Markus Ringer: Wir können alles liefern!

Machen Sie sich Sorgen um die Rohmaterial-Versorgung? Zeichnen sich hier Engpässe ab?

Markus Ringer: Derzeit noch kein Thema, da unserer Lager zum Glück sehr gut gefüllt sind. In den nächsten Wochen kann es bei einigen Rohmaterialien enger werden. Hier sind wir aber intensiv auf der Suche nach Alternativen. Wie gesagt, unsere Lager sind sehr sehr gut gefüllt!

Welche Maßnahmen erwarten Sie sich von der Regierung? Wäre ein vollständiger Baustopp sinnvoll?

Markus Ringer: Die Maßnahmen der Regierung sind weitestgehend gut durchdacht und vorausschauend geplant. Eine genaue sowie aussagekräftige Beurteilung ist jedoch frühestens nach der Bewältigung dieser Epidemie möglich. In unserer Branche wäre ein allgemeiner Baustopp von maximal 2 Wochen zu Ostern durchaus anzudenken, wenn nicht zu empfehlen.

Autor/in:
Sonja Meßner
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