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Bauwerksabdichtung - Den steigenden Anforderungen entsprechen

23.01.2008

Die Herausforderungen für die Bauwirtschaft sind vielfältig – die Abdichtung von Bauwerken spielt eine wesentliche Rolle. Das Institut für Flachdachbau und Bauwerksabdichtung bietet Kompetenzvertiefungen an.

In den vergangenen Jahren wurden die Önormen-Anforderung an Bauwerke „aufgerüstet“. „Exogene und indogene Kräfte belasten unsere Bauwerke immer stärken. Exogene Kräfte beanspruchen die Gebäudehülle durch z. B. starke Windböen, Niederschlag, UV-Strahlung u. ä. Nach den Fassaden zählen Flachdächer, Terrassen und Balkone zu den flächenmäßig größten Bauteilen der Gebäudehülle“, erklärt Wolfgang Hubner, Institut für Flachdachbau und Bauwerksabdichtung (IFB). Aber auch an Bauwerksabdichtungen im erdberührten Bereich werden immer höhere Ansprüche gestellt. „Aus normativer Sicht machen wir uns ausreichend Gedanken, wie Bauwerke langfristig hinsichtlich Witterungseinflüssen funktionstauglich erhalten werden. Haben wir jedoch auch in der praktischen Umsetzung der Normen aufgerüstet? Ist die Aus- und Weiterbildung aller Personen, die mit Bauwerksabdichtungen in Berührung kommen am letzten Stand?“, so die Schlüsselfrage von Hubner, welche ihn dazu motivierte, die Kompetenzen der Abdichtungsbranche mit einem eigens dafür entwickelten Zeugnis unter Beweis zu stellen.

Der erste österreichische Bauschadensbericht und insbesondere der demnächst erscheinende zweite österreichische Bauschadensbericht zum Thema Bauwerksabdichtungen setzen sich unter anderem auch mit Ausbildungsstatus auseinander. Die Ergebnisse zeigen, dass die Fehleranfälligkeit der Bauwerksabdichtung stark vom Dialog zwischen Baufirma und Bauwerksabdichter abhängig ist. Die optimale Zusammenarbeit der Schnittstellen am Bau ist dabei das Thema.

Schulung für Baumeister

Das 2005 gegründete IFB etablierte sich als Informations-, Fortbildungs- und Schulungsexperte für Flachdach- und Bauwerksabdichtungen. Das Weiterbildungsprogramm richtet sich an Architekten, Zivilingenieure und Ingenieurkonsulenten für Hochbau und Bauwesen, planende Baumeister, ausführende Fachbetriebe und Baufirmen sowie Prüfanstalten, Gutachter, Behörden, Immobilienverwaltungen, Bauträger und Sachverständige. Das jährliche IFB-Symposium informiert über die neuesten Entwicklungen zur Flachdach- und Bauwerksabdichtung. „Unsere Vortragenden liefern wertvolle Beiträge zur Vermeidung und Reduktion von Bauschäden und Baumängel. Das nächste Symposium, am 13. März 2008, widmet sich u. a. Bauwerksabdichtungen mit Bitumen und modifizierten Bitumen­spachtelmassen, Bauphysik im Kontext mit Dachabdichtungen“, so Hubner. Das Programm ist ab Ende Jänner unter www.ifb.co.at abrufbar. Aufgrund der vielen Anfragen aus den Bundesländern ist 2008 erstmals geplant, das IFB-Symposium auch in der Steiermark und in Salzburg abzuhalten. Um speziell Baumeister über die Leistung von Bauwerksabdichtungen zu informieren, wurde im IFB eine speziell auf Baumeister zugeschnittene Praxisfortbildungsveranstaltung zum Thema Bauwerksabdichtung entwickelt. Neueste Praxiserkenntnisse aus dem 2007 abgeschlossenen Forschungsprojekt „Bauwerksabdichtungen“ können sofort umgesetzt werden. Unterstützend werden Schulungsvideos eingesetzt, welche die fachgerechte Verarbeitung und die Schnittstellen zum Baumeister aufzeigen. Diese Veranstaltungen werden in allen neun Bundesländern stattfinden, in Wien in Kooperation mit der Landesinnung Bau Wien. Ziel ist es, eine praxisorientierte Darstellung von Feuchtigkeitsabdichtungen an erdberührten Bauteilen, die sich auf das aktuelle Forschungsergebnis des ofi und IFB stützen. Diese Institute prüften von 2006 bis 2007 eine Vielzahl an Bauwerksabdichtungen.

Schulung für Baumeister

Ausführende Unternehmen können im IFB ein Gütezeichen beantragen. Dazu müssen alle auf den Baustellen arbeitenden Personen nach den IFB-Kriterien geschult werden. „Unsere Schulungsinhalte wie z. B. Abdichtungstechnik, Materialverarbeitungsanleitungen, Detailausführungen sind gemäß den spezifischen Önormen erstellt und einheitlich gültig für das Bundesgebiet Österreich konzipiert worden. Die nachweisliche Absolvierung der Intensivschulung wird vom IFB im Bildungspass des Verarbeiters gespeichert“, erklärt Hubner. Der Bildungspass ist für jede Person ein Bildungsnachweis, in dem auch künftig absolvierte Schulungs- und Weiterbildungsveranstaltungen gespeichert werden. Signifikante Bedeutung hat der Bildungspass auch für das ausführende Unternehmen, das den Arbeitnehmer beschäftigt. Im Abstand von zwei Jahren muss jeder Bildungspass-Inhaber eine halbtägige Kompaktschulung absolvieren, um die elementaren Inhalte aus der Intensivschulung zu wiederholen. Damit ist der Verarbeiter immer auf dem aktuellen Stand der Technik – die Schulung verlängert die Gültigkeit des Bildungspasses auf zwei Jahre. Die bereits hohe Anzahl an Bildungspassinhaber bestätigt die Richtigkeit des Weges des IFB.

Gisela Gary

aus: bau.zeitung 1-3/08, S. 14

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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