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Das Team Austria der World Skills - fokussiert und mit dem Ziel Medaillen mit nach Hause zu bringen.

Bem-vindo ao São Paulo!

05.08.2015

Die 43. World Skills finden diesmal in Brasilien statt. Team Österreich präsentiert sich fokussiert und mit dem Ziel, Medaillen mit nach Hause zu bringen. Die Bauzeitung berichtet „live“.

Am 11. August ist es so weit: Die World Skills 2015 werden feierlich eröffnet. In den folgenden Tagen werden 1.200 Teilnehmer in knapp 50 Berufen aus mehr als 70 Nationen ihr Können und Talent unter Beweis stellen und um die Medaillen bei den Berufsweltmeisterschaften kämpfen. Diese finden in São Paulo, Brasilien, und damit zum ersten Mal in der Geschichte in Südamerika statt. Das österreichische Team reist mit 35 Teilnehmern an, die sich in 31 Einzel- bzw. Teamberufen dem Wettbewerb stellen. Darunter auch ein Maurer und zwei Betonbauer.

Massives Teamwork

Die zwei Betonbauer Michael Haydn und Alexander Hiesberger wirken bei dem offiziellen Pressetermin kurz vor der Verabschiedung der Teilnehmer noch sehr entspannt. Die beiden Facharbeiter der Strabag belegten 2014 bei den Staatsmeisterschaften der Schalungsbauer/Betonbauer den ersten Platz und werden auch in Brasilien als Team antreten. In insgesamt 22 Stunden verteilt über vier Tage muss eine Parkbank ausgeführt und Widerlager errichtet werden. „Insgesamt keine leichte Aufgabe, da wir wirklich vier Tage lang angespannt bleiben müssen“, stellen die beiden fest. „Hinzu kommt ein gewisses Maß an Nervosität, das immer vorhanden ist. Trotzdem ist es immer unser Ziel, um den ersten Platz mitzukämpfen!“

Diesen Optimismus teilt auch ihr Betreuer Thomas Prigl von der Berufsschule für Baugewerbe in Wien. „Die größte Herausforderung ist sicherlich, dass die beiden Facharbeiter mit der Geschwindigkeit eines Schalungsbauers und der Präzision eines Tischlers arbeiten“, meint Prigl. „Dennoch weiß ich über die Qualitäten unseres Teams Bescheid und glaube an seine Fähigkeiten. Eine Medaille ist das erklärte Ziel.“

An die Ziegel!

Auch Martin Entholzer wirkt trotz einer Verletzung seiner Hand bei der Abschiedsfeier entspannt. Der Facharbeiter der oberösterreich­ischen Firma Baumeister Humer weiß auch um seine Fähigkeiten, dennoch tritt er in große Fußstapfen. Bei den letzten World Skills konnte der Maurer Markus Mittelberger Silber mit nach Hause bringen, Kevin Jandl von den letztjährigen Euro Skills sogar Gold. „Ich freue mich schon sehr, mein Können auf so einer großen Bühne zeigen zu können“, gibt sich Entholzer zuversichtlich. „Natürlich sind die Erwartungen hoch, vor allem die an mich selbst.“ Innerhalb der vier Tage Wettkampf gilt es für ihn ein Sichtmauerwerk zu errichten, welches mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden und Figuren gespickt ist. Benotet werden dabei zu 80 Prozent die Genauigkeit und zu 20  Prozent die Optik der Ausführung. Betreut wird der junge Fach­arbeiter von niemand Geringerem als Johann Feldbacher, dem Leiter der

Bauakademie Salzburg.

Feldbacher ist, wenn man Sportjournalistenjargon bemühen möchte, der Mr. World bzw. Euro Skills Österreichs. Seit 2003 betreut er die internationalen Wettbewerbe und konnte mit seinen Schützlingen insgesamt viermal Gold und zweimal Silber gewinnen. Die diesjährigen World Skills werden jedoch seine letzten sein. „Ich bin schon sehr lange dabei und irgendwann kommt der Punkt an dem man sich eingesteht, dass man auch älter wird“, so ­Feldbacher. „Ich hoffe, dass es ein guter Bewerb und würdiger Abschluss wird.“ Wehmut spüre er trotzdem nicht, die Freude der letzten Jahre könne ihm keiner nehmen. Die größte Herausforderung für seinen Schützling sieht Feldbacher darin, dass er punktgenau und unter Zeitdruck das Erlernte umsetzen muss. Gefragt nach dem Moment, der ihm bei seinen bisherigen zehn internationalen Skills-Bewerben am meisten in Erinnerung geblieben ist, muss er kurz nachdenken. „Natürlich war die erste Goldmedaille bei den World Skills etwas besonderes“, meint Feldbacher. „Du setzt es dir als Ziel und wenn man es erreicht, fühlt es sich einfach fantastisch an.“

Support auf höchster Ebene

Unterstützt werden die jungen Facharbeiter aber nicht nur von ihren Betreuern, ihren Freunden und ihrer Familie, sondern auch aus den Reihen der Politiker. „Es macht mich stolz zu sehen, mit welchem Elan und welcher Energie sich die österreichischen Teilnehmer für die Weltmeisterschaften vorbereiten“, zeigt sich WKÖ-Präsident Christoph Leitl zufrieden. „Genau diese jungen motivierten Menschen sind es, die den Wirtschaftsstandort Österreich auszeichnen und die unsere Wirtschaft so dringend braucht.“ Sozialminister Rudolf Hundstorfer zeigt sich ebenfalls sichtlich stolz auf das Team Austria und sieht den Wettbewerb gleichzeitig als ideale Auslage für das Lehrsystem Österreichs. „Zahlreiche europäische Länder sind mittlerweile auf unser Ausbildungsmodell aufmerksam geworden, und wir werden immer öfter eingeladen, in Vorträgen zu berichten, wie unser System funktioniert“, so Hundstorfer. Auch Renate Römer, Sonderbeauftragte der WKÖ für World und Euro Skills, kann die Spiele nicht mehr erwarten: „Die Teilnahme des österreichischen Teams an den World Skills 2015 macht die hohen Standards in der Ausbildung wieder deutlich sichtbar. Mit unserer Berufsausbildung zählen wir zur Weltspitze, und das werden wir heuer in São Paulo einmal mehr unter Beweis stellen.“

Täglich „live“

Auch die Österreichische Bauzeitung drückt für unsere Facharbeiter in Brasilien die Daumen. Um unsere Leser an den Weltmeisterschaften teilhaben zu lassen, werden wir ab 11. August „live“ von den Wettbewerben berichten und einmal täglich ein Update darüber liefern, wie sich das Team Austria schlägt. 

Autor/in:
Christoph Hauzenberger
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