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Berlakovich: 6 Mio. Euro für den Klimaschutz

02.05.2011

Förderprogramme "Mustersanierung" und "Holzheizungen" laufen / Berlakovich: Zentraler Schritt in Richtung Energieautarkie

Gebäude sind für einen wesentlichen Teil der Treibhausgasemissionen verantwortlich: durch die Bereitstellung von Raumwärme und den Bedarf an Elektrizität. Rund ein Drittel des Energieverbrauchs entsteht in privaten, öffentlichen und Dienstleistungs-Gebäuden. Zwei Förderprogramme des Klima- und Energiefonds packen diese Probleme an der Wurzel: "Mustersanierung" und "Holzheizungen 2011".

Sanierungen betrieblicher und öffentlicher Gebäude
Nur durch umfassende thermische Sanierungen, die Energieeffizienz und Erneuerbare Energien optimal kombinieren, werden die Standards der Zukunft, bis hin zum Gebäude als Kraftwerk, festgelegt. Daher startete der Klima- und Energiefonds bereits die dritte Auflage des Programmes "Mustersanierung", das durch Best-Practice-Sanierungen zeigt, wie der Energieverbrauch in Gebäuden radikal verringert werden kann. "Denn nachhaltig Bauen und Sanieren ist ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz und ein zentraler Schritt in Richtung Energieautarkie", so Umweltminister Niki Berlakovich.

Bis 15.11.2011 stehen drei Millionen Euro für betrieblich genutzte Gebäude und erstmals auch für öffentliche Gebäude von Gemeinden zur Verfügung. Die Förderhöhe für umweltrelevante Mehrinvestitionskosten je Projekt liegt bei bis zu 600.000 Euro, das sind 150.000 Euro mehr als 2010. Neu ist auch ein gestaffeltes Bonussystem: Wer seinen Betrieb oder öffentliches Gebäude zum Passivhaus saniert, bekommt neben dem Basis-Fördersatz von 45 Prozent weitere 5 Prozent Bonus, wer zum Plusenergiehaus saniert sogar 10 Prozent und wer Dämmstoffe mit dem österreichischen Umweltzeichen nutzt, kann weitere 5 Prozent erhalten. Damit ist erstmalig ein Fördersatz von maximal 60 Prozent für umweltrelevante Mehrinvestitionskosten möglich. Verschärft wurden jedoch die Einreichkriterien: Der Anteil an erneuerbaren Energieträgern muss heuer statt 35 Prozent bereits 70 Prozent betragen, die OIB-Richtline um 55 statt um 50 Prozent unterschritten werden.

Die österreichische Gebäudesubstanz ist überaltert, die Sanierungsrate liegt derzeit bei rund einem Prozent. "Dies zeigt deutlich, welches Potenzial hier brach liegt. Bereits realisierte Mustersanierungen machen deutlich, dass ein extrem hoher Sanierungsstandard schon heute erreicht werden kann und dass sich die Maßnahmen auch wirtschaftlich rentieren.", so Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds. "Der Multiplikatoreffekt des Programmes setzt bereits ein. 17 Betriebe sind bis jetzt mit gutem Beispiel voran gegangen. Wir setzen nun auf weitere Nachahmer im Rahmen der aktuellen Ausschreibung", freut sich Höbarth.

3 Mio für nachhaltiges Heizen - mindestens 6.000 Familien profitieren
Mit dieser Förderoffensive für Heizsysteme, deren Funktion auf nachhaltigen Rohstoffen beruht, forciert der Klima- und Energiefonds einmal mehr die Unabhängigkeit gegenüber den klimabelastenden Heizmaterialien. "Die Holzwirtschaft in Österreich hat Tradition. Eine Nutzung des Holzes liegt also auf der Hand: Sie macht uns unabhängiger von Importen fossiler Brennstoffen und lässt die Wertschöpfung in Österreich", so Umweltminister Niki Berlakovich. Holz ist nicht nur ein klimaschonendes Heizmaterial, es ist zudem auch wesentlich günstiger und resistenter gegenüber Energiekrisen als fossile Brennstoffe. "Im Vergleich zu Heizöl erspart gegenwärtig ein gut gedämmtes mit Biomasse beheiztes Einfamilienhaus seinen Bewohnern je nach Heizgewohnheiten und Heizanlage bis zu 800 Euro Heizkosten im Jahr. Bei älteren Häusern kann die Ersparnis sogar bis auf 3000 Euro jährlich anwachsen", so der Umweltminister. Die Anschaffung von Biomasseheizungen, die mit Hackgut oder Pellets befeuert werden, unterstützt der Klima- und Energiefonds 2011 pauschal mit 500 Euro pro Heizanlage und Haushalt. 3 Millionen stehen in Summe zur Verfügung - damit können mindestens 6000 ÖsterreicherInnen bzw. Familien bei ihrer Investition in ein klimafreundliches Heizsystem finanziell unterstützt werden. Gefördert werden Pellet- und Hackgutzentralheizungsgeräte bis hin zu vollautomatischen Pelletskaminöfen. Ausgenommen von der Förderung sind beispielsweise Kamin- oder Kachelöfen, bei denen das klassische Scheitholz zum Einsatz kommt.

"Die Nutzung der Biomasse ist gut fürs Land und gut fürs Börsel. Sie bringt uns meinem Ziel, der Energieautarkie Österreichs wesentlich näher und jedem Haushalt Ersparungen bei den Heizkosten", freut sich Umweltminister Niki Berlakovich zum Start der Förderaktion.

Erste Vorzeigeprojekte zur Mustersanierung sind unter WWW.MUSTERSANIERUNG.AT abrufbar.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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