Direkt zum Inhalt

Biomasse - Umweltverträgliches Planen und Bauen

31.10.2007
CO2

Vor wenigen Wochen hat der Europäische Rat festgelegt, dass der Anteil an erneuerbaren Energieträgern innerhalb aller EU-Staaten bis zum Jahr 2020 auf 20 Prozent anzuheben ist.

„Biomasse macht bereits jetzt zwei Drittel der erneuerbaren Energieträger aus“, erklärt Heinz Kopetz, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes und Vorsitzender des Organisationskomitees für die Mitteleuropäische Biomassekonferenz 2008 – Central European Biomass Conference 2008, die in Graz von 16. bis 19. Jänner 2008 stattfinden wird. Die Europäische Kommission wird dazu im Dezember einen Richtlinienvorschlag unterbreiten. Eine Herausforderung, gilt es doch jedem Mitgliedsland nationale Teilquoten vorzuschreiben, um das Gesamtziel zu erreichen. „Wir erwarten auf der Mitteleuropäischen Biomassekonferenz 2008 Energiekommissar Andris Piebalgs als Auftaktredner. Er wird sicher im Jänner über die künftige EU-Politik für erneuerbare Energien und im Speziellen für die Bioenergie zu berichten haben. Und unsere Konferenz will dieses künftige Anforderungsprofil aktiv mitgestalten und einen aktuellen Überblick über neueste politische, wirtschaftliche und technologische Entwicklungen auf dem Gebiet der energetischen Nutzung der ­Biomasse (Wärme, Strom und Treibstoffe) bieten“, gibt sich Kopetz überzeugt.

Klimawandel und hohe Energiekosten

Das Bewusstsein zum energieeffizienten Planen und Bauen verstärken die Nachfrage nach biogenen Heizsystemen. Baumeister müssen Antworten auf Fragen der Bauherren parat haben – können nur mit Know-how und Lösungen punkten. Der österreichische Biomasserverband hielt bereits an der BauAkademie Wien – Lehrbauhof Ost wie auch in Übelbach, Bau­Akademie Steiermark, erfolgreiche und gut besuchte Seminare und Weiter­bildungs­veranstaltungen rund um das Thema Biomasse. „Ein Seminartag über Wärmeenergie aus Biomasse behandelt alle wirtschaftlichen und ökologischen Aspekte von umweltverträglichen Holzheizungen“, erklärt Hermann Pummer vom Österreichischen Biomasse-Verband. Weitere Themen der Fortbildungstage sind Umwelt- und Marktsituation für Biomasse, Brennstoffe, Logistik und Feuerungen, Planungserfordernisse für Biomasse-Feuerungsanlagen, Baurecht und Genehmigungsverfahren, Brandschutz und Kamin­erfordernisse, Energieausweis, Bundes- sowie Landesförderungen, Kosten- und Wirtschaftlichkeitsvergleiche.

Bund und Länder forcieren Bioenergie-Ausbauprogramme, welche solarbiogene Heizanlagen fördern und damit die Wertschöpfung in den Regionen stärken. „Immer mehr Bauherren wählen daher für die Heizung ihres neuen Hauses umweltfreundliche Energiesysteme. Für den Baumeister werden deshalb Kenntnisse über ökologische Aspekte, Funktionsweise und Wirtschaftlichkeit moderner Biomasseheiz­anlagen immer wichtiger“, erklärt Pummer.

Emissionen reduzieren

Bei dem Kongress im Jänner wird ein Schwerpunkt vor allem die Biomasse-Rohstoffversorgung aus der forstwirt­schaftlichen und landwirtschaftlichen Produktion sein. Kopetz betont, dass hier vor allem die Länder der EU-10 sowie ganz besonders Rumänien und Bulgarien enorme Potenziale aufweisen. „Auf diese Regionen zielen wir in unserer Konferenz ab, hinzu kommt der italienische Pellets­markt, der Österreich stark beeinflusst. Außerdem zählt Italien im Bereich Energie­hölzer zu den federführenden Ländern“, so Kopetz.

„Durch die Bioenergienutzung kann die Hälfte der angepeilten CO2-Einsparungen erreicht werden, der Biomasseeinsatz müsste dafür bis 2020 verdreifacht werden“, rechnet Kopetz. Diese Berechnungen lägen aber noch unter den Potenzialabschätzungen des Biomasse-Aktionsplans der Europäischen Kommission. Dieser halte bereits bis 2010 eine Verdoppelung für möglich – ein Szenario, das Rumänien und Bulgarien noch gar nicht miteinbeziehe, meint Kopetz: „Das Potenzial ist also gewaltig und wir sollten es nützen. Biomasse ist ein Heimspiel für Europa.“
Gisela Gary

aus: bau.zeitung 43/07, S. 16

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
Werbung

Weiterführende Themen

News
04.10.2007

Von 9. bis 11. November ist es wieder soweit. Alle Österreicher haben dann wieder die Gelegenheit sich selbst zu überzeugen, wie es trotz der enormen Heizkostensteigerungen möglich ist, für ...

Werbung