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Blick über den Tellerrand

18.03.2010

Österreichs Bauwirtschaft ist weit über die heimischen Grenzen für ihre qualitativ hochwertigen Leistungen bekannt. Zahlreiche internationale Projekte werden von heimischen Unternehmen geplant und realisiert.

Das Österreichische Know-how in der Baubranche ist längst über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Heimische Unternehmen agieren mittlerweile weltweit und überzeugen mit fachlicher Kompetenz und Qualitätsarbeit.

So wurde etwa am Flughafen Berlin Schönefeld ein Aussichtsturm mit Besucherpavillon von der Porr errichtet. Der Turm besteht aus einem runden Erschließungskern aus Stahlbeton, der mit einer Kletterschalung errichtet wurde. „Der Höhepunkt während der Rohbauarbeiten war das Einheben der ca. 30 Tonnen schweren Tragwerkskonstruktion der Ebenen neun und zehn mittels zweier Mobilkrane über den Betonkern hinweg. Diese Konstruktion wurde vorher auf dem Boden komplett vormontiert. Dadurch konnte die Montagezeit des Stahlbaus deutlich reduziert werden“, berichtet Torsten Heinze, Porr Deutschland. Die knapp 200 Quadratmeter große Grundfläche des neuen Aussichtsturms beeinhaltet neben dem Besucherpavillon auch einen Ausstellungsbereich, ein Marketingbüro und ein Bistro sowie die notwendigen sanitären Einrichtungen.

Anspruchsvolles Vorhaben
Ein weiteres Großprojekt in Deutschland ist der Bau des Karlsruher Stadtbahntunnels. Ein Konsortium unter der Führung der Alpine Bau Deutschland AG hat den Auftrag zur Ausführung der umfangreichen Rohbauarbeiten mit einem Volumen von rund 300 Millionen Euro erhalten. Damit wird in der Stadt Karlsruhe ein zukunftsweisendes Projekt verwirk­licht. Insgesamt beläuft sich das Bauvorhaben auf 588 Millionen Euro und beinhaltet zwei Tunnel für die Stadtbahn von insgesamt rund 3,4 Kilometern Länge sowie einen Straßentunnel für den Autoverkehr mit einer Länge von 1,4 Kilometer und eine neue Trasse für die oberirdisch verlaufende Stadtbahn mit einer Länge von 1,5 Kilometer. Der Auftrag des Alpine-Konsortiums reicht von der Planung, der Ausführung und Statik über Kanal- und Kabeltiefbau, sowie Spezialtiefbau, Ingenieurbau bis hin zum Herstellen der Tunnel, Straßen sowie Gleisanlagen. Ebenso fällt der Bau der unterirdischen Haltestellen und Tunnelrampen in das Aufgabengebiet von Alpine.

Die geplante Fertigstellung des Bauvorhabens soll 2016 erfolgen. „Über die eigentliche Bauaufgabe hinaus sind auch der Rückbau von rund 35 Kilometer stillgelegter Versorgungsleitungen und das Aufrechterhalten des oberirdischen Stadtbahnverkehrs während der Bauausführung technisch komplexe und logistische Meisterleistungen“, ist Karsten Hell, Vorstandsvorsitzender der Alpine Deutschland AG, überzeugt.

Das Salzburger Bauunternehmen Alpine ist aber auch in Serbien fleißig unterwegs. Erst kürzlich wurde es zum Bestbieter für den Bau von zwei südserbischen Autobahnstrecken am paneuropäischen Korridor 10 gekürt. Für den Bau einer Umfahrung um die südserbische Stadt Dimitrovgrad und ihre Anbindung an die bulgarische Grenze verlangt Alpine insgesamt rund 31 Millionen Euro. Allein das Autobahnstück nach Bulgarien umfasst den Bau von sieben Brücken, deren Längen zwischen 20 und 500 Meter betragen.

Österreíchische Investoren
Österreichische Unternehmen investieren auch kräftig im internationalen Markt. So hat die Immoeast AG erst kürzlich eine Refinanzierung in der Höhe von 250 Millionen Euro für drei Objekte in Polen abgeschlossen. Die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen refinanziert auf objektbesicherter Basis für die Immoeast AG das Einkaufszentrum „Silesia City Center“ in Kattowitz sowie die beiden Bürogebäude „Brama Zachodnia“ und das „IO-1“ in Warschau.
„Aufgrund der nachhaltigen Ertragskraft und der stabilen Wertentwicklung unseres ausgezeichneten Portfolios ist es uns gelungen, selbst in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld eine Refinanzierung für unsere Objekte zu erhalten“, erläutert Eduard Zehetner, CEO der Immofinanz Gruppe. Alle drei Projekte scheinen erfolgversprechend zu sein.

Das „Silesia City Center“ ist das größte und modernste Shopping Center im Einzugsgebiet Oberschlesiens, das zu den wichtigsten Wirtschaftsstandorten Polens zählt. Bisher bot das Center eine Gesamtfläche von 110.000 Quadratmeter und eine vermietbare Fläche von 65.800 Quadratmetern. Aufgrund der starken Nachfrage wird dieses Jahr bereits mit den Arbeiten zu einer Erweiterung des Shopping-Centers begonnen. Auf zwei Verkaufs­ebenen sollen zusätzlich 18.500 Quadratmeter Mietfläche geschaffen werden. Die Fertigstellung des Projektes ist im März 2011 geplant. Die Gesamtinvestitionskosten für den Ausbau betragen rund 48 Millionen Euro.

Expansion geht weiter
Das Bürogebäude „Brama Zachodnia“ wurde bereits 2001 mit einer vermietbaren Fläche von rund 24.000 Quadratmeter fertiggestellt. Das zweite Bürogebäude „IO-1“ wurde im Jahr 2007 fertiggestellt und umfasst rund 23.500 Quadratmeter vermietbare Fläche. Die beiden Objekte zeichnen sich vor allem durch ihre verkehrsgünstige Lage und einen überdurchschnittlich guten Ausstattungsstandard aus.

Aufgrund der Ergebnisse aus dem Vorjahr hat nun auch die Immofinanz-Tochter Buwog Pläne, künftig ins benachbarte westliche Ausland zu exportieren. Laut Daniel Riedl, Geschäftsführer der Buwog, erreichen die Investitionen in Sanierungen und Instandsetzungen im laufenden Geschäftsjahr 43 Millionen Euro. Das sind um die Hälfte mehr als im Jahr der Privatisierung. Über die Expandierung ins Ausland möchte Riedl allerdings noch nichts Genaues verraten. „Näheres dazu werden wir in einigen Wochen, vielleicht in ein, zwei Monaten berichten“, erklärt Riedl.

Auch außerhalb Europas schreiten Bauvorhaben wieder stetig voran. So sicherte sich erst vor kurzem der Baukonzern Strabag zwei Aufträge in Saudi-Arabien im Wert von insgesamt 40 Millionen Euro. Die Tochterfirma Dywidag ist bereits seit mehr als 35 Jahren auf der Arabischen Halbinsel aktiv. Nun sollen in Jubail, einer großen Industriestadt an der Ostküste Saudi-Arabiens, zwei Lagerhäuser und eine Kokerei im Frachthafen von Jubail errichtet werden.

Diana Danbauer

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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