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Braucht es Standards für Smart Citys?

07.08.2019

Europa verfolgt im Bezug auf Smart Citys einen anderen Weg als Amerika und Asien.

Smart Citys werden die Zukunft der Stadtplanung bestimmen. Wie die smarte Zukunft genau geregelt werden soll, ist noch nicht ganz klar. Europa verfolgt einen anderen Weg als Amerika und Asien. Erste Bemühungen für eine einheitliche Regelung von Smart Citys gibt es vor allem auf internationaler Ebene. Doch diese Bestrebungen stoßen nicht überall auf freudige Erwartung. Zu groß sind die nationalen Unterschiede und Bedürfnisse der modernen Stadtentwicklung. Über die bereits bestehenden Indikatorensysteme der ISO 37100 ff. sagt Jörg Nachbaur, zuständiger Manager des Komitees 269 bei Austrian Standards: „Die gleiche Sprache zu sprechen ist gut. Allgemeine Handlungsanleitungen sind auch gut. Viel mehr braucht man bei dem Thema aber nicht. Dort, wo bereits zu den Einzelthemen praktikable Standards existieren, herrscht wenig Interesse an zusätzlichen globalen Standards“, weiß Nachbaur. Auch Österreich sieht von nationalen Normen ab und legt stattdessen den Schwerpunkt auf die Mitarbeit in der europäischen und internationalen Standardisierung.

Der geschäftsführende Gesellschafter der Denkstatt und Vorsitzender des zuständigen Komitees, Christian Plas, vertritt Österreich in der internationalen Smart-City-Standardisierung und weiß: „Es kann durchaus sinnvoll sein, grundlegende Qualitäten einer Smart City zu beschreiben und diese Information eventuell auch in einer Norm zur Verfügung zu stellen. Warnen würde ich aber vor dem Missbrauch von Benchmarking mit Smart City Indicators. Grundlegend können diese Indikatoren einer Stadtverwaltung hervorragende Dienste zur Orientierung der eigenen Entwicklung leisten. Aber ob eine Stadt smarter als die andere ist, weil sie in einem spezifischen Parameter bessere Resultate erzielt, ist nicht wirklich im Sinne der Nachhaltigkeit.“

Für Plas ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen zukunftsorientierten Stadtplanung der internationale Erfahrungsaustausch. „Meine Empfehlung ist, sich als Österreich an den Diskussionen auf internationaler Ebene zu beteiligen,“ erklärt Christian Plas abschließend.

Die neuesten Entwicklungen der ÖNormen werden in Kooperation mit Austrian Standards präsentiert.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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